Adobe MAX: Aus Creative Suite wird CC

6. Mai 2013, 23:08 Uhr | Archiv

Auf der Adobe MAX hat der Software-Riese heute seine Creative Tools und Dienste runderneuert. Gleich vorneweg die schlechte Nachricht für Liebhaber der Kaufversion – die Neuerungen wird es nur im Abo-Modell Creative Cloud geben. Daher auch das Kürzel hinter allen neuen Produkten: CC

Adobe setzt Alles auf die Cloud: Die klassische Kauf-Software hat ausgedient.

Adobe setzt Alles auf die Cloud: Die klassische Kauf-Software hat ausgedient.

Auf der heutigen Keynote (Aufzeichnung hier) zum Start der Kreativ-Konferenz Adobe MAX hat Adobe seine Produkte und Dienste runderneuert. Mit dem Kürzel „CC“ sind 15 neue Desktop-Programme angekündigt worden, verfügbar ab dem 17. Juni.

Was sich mit der Einführung der Creative Cloud im letzten Jahr angedeutet hat, findet mit der neuen Generation der Adobe CC schneller statt, als man vielleicht erwartet hat: Die klassische Kaufversion hat ausgedient und läuft mit der CS 6 aus – hier gibt es keinen Nachfolger (Updates werden aber weiter bei Bedarf zur Verfügung gestellt). Alle Neuerungen sind nur im Abo-Modell der Creative Cloud verfügbar.

Schaut man sich aber an, was Adobe innerhalb eines Jahres an der Creative Cloud verbessert hat und wie der Datendienst zum zentralen Dreh- und Angelpunkt avanciert ist, so überrascht dies nicht. Neben – durchaus vielversprechenden – Neuerungen in den einzelnen Programmen wurde besonders an den Cloud-Features gearbeitet und die Funktionalität massiv erweitert. Die gesamte Produktfamilie baut zukünftig auf den Cloud-Diensten auf und ist eng in die Programme integriert.

Alle Dokumente in die Cloud

War der Synchronisationsdienst für Daten in der Creative Cloud – hier werden 20 GB Speicher zur Verfügung gestellt – bisher nur für Teamzugänge sinnvoll zu gebrauchen, so ändert sich dies in der neuen Version. Mit einer neuen nativen Synchronisations-App wird echtes Teamwork und die Freigabe von Ordnern an andere Creative Cloud-Nutzer nun sinnvoll umgesetzt. Im Gegensatz zu anderen Diensten wie dropbox & Co. bringt der Abbleich noch einige Adobe-spezifische Vorteile mit sich: Von allen in der Cloud gespeicherten Adobe Dokumenten kann im Web oder auf der ebenfalls erscheinenden iOS-App eine hochauflösende Vorschau angezeigt werden. Dabei handelt es sich nicht nur um ein einfaches Vorschaubild der Datei, es lassen sich eine Vielzahl zusätzlicher Metadaten und Informationen wie verwendete Schriften, Farben, Bilder etc. abrufen. Zudem lassen sich bei Illustrator- und Photoshop-Dokumenten auch einzelne Ebenen ein- und ausblenden. Auch eine Versionierung der Daten ist enthalten, zu denen auch entsprechende Vorschaubilder zu Verfügung stehen.

Voreinstellungen zentral ablegen

Neben den Dokumenten lassen sich nun auch alle Voreinstellungen der Adobe-Programme in der Cloud ablegen. Arbeitsumgebungen, Exporteinstellungen, Werkzeugspitzen und andere Vorlagen sind nun über die Creative Cloud zugänglich und lassen den User im Falle einer Neuinstallation die gewohnte Arbeitsumgebung mit einem Klick wiederherstellen. Auch Schriften und Farbvorlagen synchronisieren sich über den Dienst.

Gestalten in der Community

Nicht nur die Cloud selbst spielt fortan eine große Rolle bei Adobe – auch der Community-Gedanke wird eng in die Programmwelt einbezogen. Soziales Sharing der Kreativprozesse ist direkt aus den Programmen möglich, besonders auf der Kreativ-Plattfom behance.net mit seinen mehr als 1 Millionen Mitgliedern. Feedback von anderen Kreativen wird direkt in der Creative Cloud Desktop-App angezeigt.

Web-Fonts für den Desktop

Mit TypeKit standen Creative Cloud Abonnenten bisher eine Vielzahl von kostenlosen Web-Fonts für die Gestaltungsprozesse zur Verfügung. Mit der neuen Version stehen diese Schriften zukünftig auch als Desktop-Schriften bereit und lassen sich direkt aus der Cloud installieren. 175 Schriftenfamilien stehen mit TypeKit als Desktop-Variante zur Verfügung.

One more Thing wie zu Steve Jobs besten Zeiten

Digitaler Stift und Lineal: Mighty und Napoleon

Mighty und Napoleon hat Adobe seine ersten Hardware-Projekte getauft. Ein Stift für Touchscreens und ein digitales Lineal.

Fast schon in Steve-Jobs-Manier stellte Adobe zur Adobe MAX erstmals auch innovative Hardware vor. Getauft auf den Namen „Mighty“ und „Napoleon“ wurde ein digitaler Stift und ein Lineal für Tablets bzw. Touchscreens vorgestellt, die dank Bluetooth mit den Geräten kommunizieren und eng mit dem jeweiligen Creative Cloud-Zugang gekoppelt sind. So erlaubt der Stift auch übergreifend über mehrer Geräte mit denselben Vorsteinstellungen das Scribbeln und Zeichnen auf den Bildschirmen – erstellte Zeichnungen lassen sich geräteübergreifend kopieren etc. . Ein digitales Lineal ermöglicht besonders bei Konstruktionszeichnungen ein innovatives Arbeiten – die Konzepte konnten bei der Demonstration durchaus überzeugen – Preise und Verfügbarkeit wurden hier jedoch noch nicht genannt.

Zum Thema Preise wurden aber anlässlich der Adobe MAX besondere Angebote für CS6 und Nutzer der Vorversionen angekündigt. Die exakten deutschen Preise liegen uns aktuell noch nicht vor. CS 6 Käufer erhalten den Creative Cloud Zugang im ersten Jahr für knapp 25 Euro pro Monat, Besitzer früherer Versionen (bis CS 3) können für rund 36 Euro monatlich ein Abonnement abschließen.

Auf die Neuerungen der einzelnen Programmen werden wir zeitnah gesondert eingehen.

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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