Mobile Payment bei Netto

14. Mai 2013, 9:27 Uhr | Archiv

Seit Montag können Kunden des Discounters Netto in mehr als 4.000 Filialen per Smartphone-App bezahlen. QR-Code oder NFC-Technik kommen dabei nicht zum Einsatz, per PIN und Zahlungcode kann an den Kassen über ein Budget von bis zu 250 Euro pro Woche verfügt werden.

Während der technisch versierte Smartphone-Nutzer immer noch darauf wartet, dass sich moderne mobile Zahlungssysteme per Handy flächendeckend durchsetzen, startet der EDEKA-Discounter Netto bundesweit ein eigenes Bezahlsystem per Smartphone-App. Dabei kommt aber nicht, wie bei anderen Zahlungsanbietern wie Girogo, Paypass, Paywave, Google Wallet oder SQWallet bevorzugte Technik wie NFC oder QR-Codes zum Einsatz, die Zahlung erfolgt lediglich per PIN und temporär gültigem Zahlencode.

Per iPhone oder Android kann nun bei Netto bezahlt werden. Und so gehts:

Per iPhone oder Android kann nun bei Netto bezahlt werden. Und so gehts:

Im Detail lädt der Nutzer die Smartphone-App für Apples iOS (Store) oder Android (Store) herunter und legt ein Kundenkonto an. Zur Aktivierung der Bezahlfunktion muss er Adresse, Kontodaten, Handynummer und Personalausweisnummer übermitteln, um die Abbuchung durch das Lastschriftverfahren „Postpay“ der Deutschen Post zu authorisieren. Im folgenden erhält  der Kunde zwei Freischaltcodes; einen per SMS um das Gerät zu identifizieren, einen weiteren per Überweisung auf das Referenzkonto um dies zu authentifizieren. Nach Eingabe des SMS-Codes verfügt der Nutzer sofort über einen Kreditrahmen von 150 Euro pro Woche zum Einkauf beim Discounter, mit Freischaltung des Konto-Codes steigt der Kreditrahmen auf 250 Euro.

Mit PIN und Smartphone an die Kasse

An der Kasse aktiviert der Kunde seine Bezahl-App mit seiner vorher festgelegten PIN und erhält eine Nutzer-ID, die er dem Kassierer / der Kassiererin angibt. Die Zahlung wird verbucht und der Käufter erhält einen digitalen Kassenbon in seine App übertragen.

Vorteile für den Nutzer ergeben sich dadurch, dass er Gutschein- und Coupon-Aktionen ebenfalls direkt mit einlösen und zusätzliche Funktionen der App nutzen kann. Den größeren Nutzen aus der App zieht allerdings der Discounter, sind doch die Zahlungsgebühren für das Lastschriftverfahren günstiger als die klassischen EC-Gebühren. Zudem erhält Netto mit der App den kompletten Zugriff auf die Nutzerdaten inklusive einer detaillierten Aufstellung der Einkäufe und der bevorzugten Märkte. Nichts, was der Käufer nicht auch beim Einkauf mit der Payback-Karte preisgibt, aber den ein oder anderen Kunden dürfte das Datensammeln sicherlich abschrecken.

Weiterhin bleibt die Frage offen, ob die Kunden solche Einzellösungen akzeptieren und bereit sind, sich bei sämtlichen Einzelhändlern entsprechende Konten einzurichten. Damit sich solch ein Bezahlsystem flächendeckend durchsetzt, sind sicherlich unternehmensübergreifende Payment-Varianten sinnvoller für den Endkunden.

Unser Video zeigt eine ähnliche Payment-Variante, wie wir sie auf der letztjährigen dmexco bei SQWallet demonstriert bekommen haben. Es dürfte spannend bleiben, welche Technologie sich hier in den kommenden Jahren durchsetzt: NFC, QR-Code, PIN?

 

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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