Wie Social Media die Kommunikation verändert

14. Mai 2013, 11:26 Uhr | Archiv

Social Media hat die Kommunikation in den letzten Jahren grundlegend verändert. Nicht nur privat, auch im Unternehmensumfeld kommt man um eine Präsenz in den sozialen Netzwerken nicht umher. Das haben große Unternehmen längst erkannt und nicht nur positive Erfahrungen gemacht. In unserem Interview fragte beyond print den Rhetoriktrainer und Kommunikationsexperten Michael Ehlers, worauf es im Umgang mit Social Media ankommt. Zusätzlich verlosen wir 3 seiner Bücher „Kommunikationsrevolution Social Media“.

Kommunikationsexperte Michael Ehlers

Michael Ehlers ist Rhetoriktrainer und Kommunikationsexperte

Die sozialen Netze haben die Art und Weise, wie wir kommunizieren revolutioniert. Wie aber genau geht man mit dieser Revolution um und wie macht man sich, auch als kleines oder mittelständisches Unternehmen die unterschiedlichen Kanäle zu Nutzen? beyond print sprach mit Michael Ehlers, der gerade sein Buch Kommunikationsrevolution Social Media veröffentlicht hat, welche Chancen und Risiken sich für den Anwender im Umgang mit den Werkzeugen des Web 2.0 ergeben.

beyond print: Herr Ehlers, Social Media hat die Kommunikation im Internet radikal verändert. Trotzdem werden diese Kanäle von vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen nicht genutzt. Haben Sie eine Erklärung, warum das so ist?
Michael Ehlers: Für viele Unternehmer/innen sind sie sozialen Netzwerke Neuland. Dass man an etwas Neues lieber mit Vorsicht heran geht, haben wir in unserem Leben gelernt. Das erste Mal Fahrrad fahren, hat vielleicht eine Wunde verursacht, die ersten Schwimmversuche waren mit Wasserschlucken verbunden. Haben wir aber jemanden an der Seite, von dem wir wissen, dass er es mir beibringen kann, geht es danach oft schnell und die Ängste sind überwunden. Dafür habe ich das Buch geschrieben.
Diese Angst entsteht meist dadurch, dass Unsicherheit und Unwissenheit über das richtige Verhalten im Social Web herrscht. 
Aber insbesondere vor dem Hintergrund dessen, dass Social Media auch in Zukunft weiterhin ein wichtiger Bestandteil unseres Kommunikationsverhaltens sein wird, ist es für jeden wichtig zu lernen, wie man sich sicher darin bewegt. Die größte Gefahr besteht im Grunde nur darin, dass unreflektiert mit diesen Medien umgegangen wird, sei es, indem sie zu naiv benutzt werden oder man sich ihnen aus Prinzip verschließt und sich potentielle Chancen entgehen lässt. Hat man aber die einfachen Wirkungsweisen der Sozialen Medien verstanden, sind jegliche Ängste und Skepsis völlig unbegründet.

Plattformen wie Facebook, Google +, Twitter, Pinterest, Xing und LinkedIn bieten enorme Möglichkeiten zur Kommunikation. Muss ich denn überall präsent sein oder ist weniger manchmal mehr.
Auf welchen Plattformen man sich aufhält, hängt davon ab, welche Ziele man verfolgt und gerade als Unternehmen auch davon, wo sich die Zielgruppe aufhält, die man mit seinem Social Media Engagement erreichen möchte. Deswegen ist es im Vorfeld wichtig, eine genaue Situationsanalyse durchzuführen, um herauszufinden, wo man selbst steht, was man erreichen möchte und wo sich das am besten umsetzen lässt.
Dabei sein ist alles, bringt in diesem Fall also nichts, wenn es keiner sieht. Stattdessen hat es sich bewährt, sich auf einen Satz weniger Plattformen zu konzentrieren und seinen Fokus darauf zu legen, um seine Zielgruppe bestmöglich zu erreichen. 
Ein gutes Set an Plattformen, mit dem man nichts falsch machen kann, stellt hierbei Facebook, Youtube, Twitter, Xing und ein Unternehmensblog dar.

Gibt es Grundregeln, welche Zielgruppe ich wo am besten erreiche? Facebook für B2C und Google+ für B2B? Wie finde ich den richtigen Kanal für die Kunden, die ich ansprechen möchte?
Eine Musterlösung, die für jedes Unternehmen gleichermaßen gilt, gibt es nicht. Aber ein gutes Monitoring (systematisches Auslesen der Netzwerke) gibt hervorragende Rückmeldungen. Im B2B Bereich ist das natürlich nicht ganz so einfach. Dort liegt der Fokus auf dem Personalmarketing, indem man sich im Web 2.0 als attraktiver Arbeitgeber präsentiert und vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels qualifizierte Mitarbeiter gewinnt, sowie dem Innovationsmanagement mit welchem man Kunden und Geschäftspartner an Entwicklungsprozessen teilhaben lassen kann und durch gesammelte Ideen Produkte und Prozesse optimieren kann.

Einfach einen Account anlegen und gelegentlich auf allen Kanälen veröffentlichen – dieser Meinung begegnen Sie bei Ihren Trainings vermutlich häufig. Wie viel Zeit muss ich wirklich für ordentliche Kommunikation einplanen?
Neulich hat mich ein Unternehmer gefragt: Wer macht denn bei Ihnen Social Media?“ Ich habe geantwortet mit: „Alle die Telefon machen, dürfen auch Social Media machen!“ Social Media ist keine einmalige Sache, bei der man hier und da ein Profil anlegt und 1x die Woche schaut, was sich dort gerade tut. Es ist inzwischen für Viele ein selbstverständlicher Kommunikationskanal. Unternehmen müssen diesen professionell bedienen. Wenn nicht, kann das für Unternehmen ganz schnell negative Folgen haben und in einem Desaster mit immensen Reputationsschäden enden. Social Media Aktivitäten müssen kontinuierlich gepflegt werden, denn im Web 2.0 geht es um Dialog und Kommunikation. Dabei hilft eine strukturierte Social Media Strategie, also Klarheit über die Ziele und das Wissen über den Weg dahin. Ein Redaktionsplan, in dem festgehalten wird, welche Inhalte wann und wo veröffentlicht werden können, sowie Schulungen erleichtern die Social Media Aktivitäten und vermindern den Zeitaufwand. 
Nichtsdestotrotz sind Durchhaltevermögen und regelmäßige Einträge wichtig. Social Media zahlt sich aus, aber das braucht Zeit, Geduld und Kontinuität. Aber je länger man dabei ist, desto leichter fällt es und desto schneller geht es.

Nun kommen viele unserer Leser aus dem Druckumfeld und ziehen daher auch das gedruckte Mailing der Online-Kommunikation vor. Wo macht es trotzdem Sinn bzw. wo ergeben sich Ihrer Meinung nach Synergien?
Printmedien und Online-Kommunikation schließen sich ja nicht gegenseitig aus. Wer hier schwarz/weiß denkt, ist schnell auf dem falschen Weg. So lassen sich Inhalte ebenso online veröffentlichen, und dadurch mehr Leser generieren. Die Vorteile der Online-Kommunikation liegen dabei klar auf der Hand: man hat schnelleren Kontakt zu den Lesern/Kunden und erhält direktes Feedback, auf das sofort eingegangen werden kann. Ich habe viele Strategien gesehen, bei denen die Online-Aktivitäten die Printkampagne erfolgreich vor- und nachbereitet haben-
Social Media funktioniert immer dann gut, wenn ein im normalen Leben bereits funktionierender Prozess in die sozialen Medien passend umgewandelt oder ergänzt wird – und das lässt sich mit gedruckten Mailings ebenso umsetzen.

Was sind die größten Fehler, die man als Einsteiger – gerade im beruflichen Umfeld machen kann?
Ein unreflektierter Umgang mit diesem Kanal führt schnell ins Desaster. Es gilt der Grundsatz: Erst denken, dann drücken. Jeder Inhalt, der in den sozialen Medien veröffentlicht wird, muss so gestaltet sein, dass man ohne Weiteres auch dahinter stehen könnte, wenn er in einer Zeitung veröffentlicht werden würde. 
Positiv auffallen, professionell auftreten und Klasse statt Masse produzieren, dann gelingt auch eine bestmögliche Nutzung der Möglichkeiten der Social Media Communities.
Dabei ist bei allen Netzwerken ein professionelles Profil ein wichtiger erster Schritt. Gefüllt mit detaillierten Informationen, um als interessanter Geschäftspartner, Dienstleister, Arbeitgeber oder potentieller Mitarbeiter identifiziert zu werden.

Ihr Buch „ Kommunikationsrevolution Social Media“ ist gerade neu erschienen und beantwortet die hier gestellten Fragen ausführlich. Können Sie uns kurz erklären, für wen Sie dieses Buch geschrieben haben und worauf Sie darin besonders eingehen?
Mein Buch wendet sich im Grunde an jeden, der sich umfassend über Social Media und den richtigen Umgang damit informieren möchte, um darüber erfolgreich, effektiv und sicher kommunizieren zu können. Also an jeden, von Eltern, die ihre Kinder schützen möchten, über Privatpersonen, bis hin zu Unternehmen oder Managern, die ihre Produkte und Dienstleistungen im Netz richtig positionieren und mit den Kunden in Kontakt treten wollen.
Es beantwortet, wie ich Social Media sinnvoll für mich selbst anwenden kann, welche Portale was leisten, auf was man achten muss, welche Chancen und Gefahren die sozialen Medien bergen und stellt so eine perfekte Anleitung zu den Social Media für private Nutzer, Führungskräfte und Unternehmer dar.

Vielen Dank für das Interview und die ausführliche Beantwortung unserer Fragen.

 

Verlosungsaktion: 3x zu gewinnen

Kommunikationsrevolution Social Media Buch

Wir verlosen 3 Bücher „Kommunikationsrevolution Social Media“ von Michael Ehlers

beyond print verlost drei Bücher „Kommunikationsrevolution Social Media“ von Michael Ehlers. Füllen Sie bis Freitag, den 17. Mai 2013, 15h unser Verlosungsformular aus und mit etwas Glück halten Sie schon kurz darauf den frisch gedruckten Social Media Ratgeber in den Händen. Wer nicht so lange warten möchte, kann das Buch für 19.95 Euro im Buchhandel oder Online erwerben ( Amazon Affiliate Link ) oder auf das erhältliche eBook zurückgreifen.

Herzlichen Glückwunsch!

Wir bedanken uns für die rege Teilnahme an der Verlosungsaktion und gratulieren unseren Gewinnern Cathleen F., Nadine M. und Thorsten H.
Die Gewinner wurden bereits schriftlich benachrichtigt.

 

Infos zum Buch:
Autor: Michael Ehlers
Titel: „Kommunikationsrevolution Social Media“
240 Seiten, broschiert, durchgehend vierfarbig
19,90 [D] / 20,50 [A]
ISBN: 978-3-86470-089-7

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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