Urheberrechtsverletztung durch Video-Einbettung?

16. Mai 2013, 11:18 Uhr | Archiv

Mit Spannung hat man die Reaktion des BGH zu einem Rechtsstreit über die Einbettung fremder YouTube-Videos auf eigenen Internetseiten erwartet. Der Bundesgerichtshof hat die Frage nach der Verletzung des Urheberrechts nun an den Europäischen Gerichtshof  weitergegeben. Der BGH selbst hält die Einbettung über sogenannte iFrames (Framing) für zulässig, da der Urheber selbst über den Zugang des Inhalts entscheiden kann.

(© Cmon - Fotolia.com)

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Viele Abmahnanwälte dürften mit großer Vorfreude heute morgen schon die Papierkassette im Drucker aufgefüllt und die Serienbrief-Funktion in Word aktiviert haben. Nun müssen Sie sich gedulden, bis der Europäische Gerichtshof entscheidet, ob das Einbinden (Framing) von Videoinhalten über YouTube, Vimeo oder andere Videoanbieter die Urheberrechte wirklich verletzt.

Diese Frage stellte sich nach einer Klage eines Wasserfilter-Herstellers, dessen Videomaterial auf den Webseiten seiner Konkurrenten über YouTube eingebunden wurden. In dem speziellen Fall wurde das Video jedoch nicht vom Urheber direkt, sondern einem Dritten auf YouTube verfügbar gemacht.

Der Bundesgerichtshof hält eine Einbettung generell für zulässig, denn er Urheber entscheidet mit seiner Bereitstellung ja über die Verfügbarkeit und auch das Recht auf Verlinkung und Einbettung (denn dies kann in den Voreinstellungen definiert werden). Trotzdem sieht das BGH die Gefahr, dass das europarechtliche Verwertungsrecht der öffentlichen Wiedergabe verletzt werde und hat die Entscheidung entsprechend an den Europäischen Gerichtshof übergeben.

Konsequenzen dürfte ein Urteil vor allem für Millionen von Internetnutzern haben, die Videos in Blogs und den sozialen Netzen teilen und einbetten. Diese erwartet in einem solchen Fall eine nicht absehbare Welle von Abmahnungen. Und auch die Videoanbieter dürften ein entsprechendes Urteil fürchten, profitieren sie doch besonders von den Möglichkeiten der Einbettung. YouTube etwa gehört zu den am stärksten wachsenden Sozialen Plattformen und ist nach Facebook mittlerweile eine der wichtigsten sozialen Plattformen im Netz.

Wann ein Urteil zu erwarten ist, steht noch nicht fest. Dem EuGH liegen aber bereits vergleichbare Fälle vor.

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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