Axel-Springer startet Paywall für Bild

27. Mai 2013, 23:16 Uhr | Archiv

Der Axel-Springer-Verlag setzt seine Digitalstrategie weiter fort und führt für seine Boulevardzeitung Bild ein mehrstufiges Bezahlmodell ein. Zwar bleiben Nachrichten nach wie vor kostenfrei einsehbar, spezielle, Bild-typische Inhalte wandern jedoch hinter die „Bezahlschranke“. Ab 4,99 Euro pro Monat erhält der Leser Zugriff über die digitalen Kanäle.

Drei Abo-Varianten stehen künftig zur Verfügung: Rein digital, mit ePaper oder sogar mit der täglichen Printausgabe via Gutscheinheft.

Drei Abo-Varianten stehen künftig zur Verfügung: Rein digital, mit ePaper oder sogar mit der täglichen Printausgabe via Gutscheinheft. Fussball kostet nochmal extra.

Auf einer Pressekonferenz hat der Axel-Springer-Verlag das Bezahlmodell „Bild plus“ vorgestellt. Auf allen digitalen Kanälen können Inhalte nun zu unterschiedlichen Abo-Preisen konsumiert werden. Dabei bleiben die klassichen Nachrichten für den „Freemium“-Leser frei zugänglich, exklusives Bild-Material, Interviews und Hingergrundgeschichten sind zukünftig aber kostenpflichtig.

Drei Abo-Modelle stehen dafür zur Verfügung

Für 4,99 pro Monat erhält der Leser das Paket „Bild Plus Digital“ und damit digitalen Zugriff auf die Bild Plus-Inhalte, ganz gleich ob über Browser, Tablet oder Smartphone.  Will der Leser zusätzlichen Zugriff auf ein ePaper der Printausgabe haben, zahlt er 9,99 pro Monat (Bild Plus Premium), für 14,99 bekommt an das „Bild Plus Komplett“-Paket und kann sich damit gar per Gutscheinheft eine gedruckte Ausgabe am Kiosk abholen.

Für’s Digitale wird anders gedruckt

Auch Gelegenheitskäufer einer Druckausgabe am Kiosk finden darin künftig einen „Tagespass“, der die Inhalte auf Bild plus für den gültigen Tag freischaltet. Dieser Tagespass wird dabei übrigens individuell eingedruckt, die zuletzt an allen Standorten von Axel-Springer eingeführten Inkjet-Eindrucksysteme von Kodak sorgen diesbezüglich für den Druck des eindeutigen Gutscheincodes.

Fussball als Zusatz-Modul

Zum Start der Bundesliga-Saison im Herbst wird es darüber hinaus ein weiteres, zubuchbares Modul geben: Für 2,99 Euro im Monat werden Berichte der 1. und 2. Bundesliga samt multimedialer Inhalte für den Abonnenten verfügbar. Diese stehen an den Spieltagen dann exklusiv und noch vor der „Sportschau“ im Ersten zur Verfügung, ab Mitternacht sind die Inhalte dann frei zugänglich und werbefinanziert.

Andreas Wiele, Vorstand „Bild“-Gruppe, sieht das Bezahlmodell als wichtigen Schritt für die Zukunft. „Unabhängiger Journalismus hat in der digitalen Welt nur eine Chance, wenn er wie auch im klassischen Printgeschäft über Anzeigen- und Vertriebserlöse finanziert wird.“ Für die Umsetzung der Änderungen wurden bei „Bild“ auch die Arbeitsabläufe komplett neu strukturiert. „Früher ging es darum, wie wir ein Thema für Online und wie für die Zeitung inszenieren. Jetzt konzentrieren wir uns zusätzlich darauf, Geschichten so zu erzählen, dass sie dem Leser auch im Netz Geld wert sind“, so Marion Horn, Stellvertreterin des „Bild“-Chefredakteurs.

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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