E-Book-Anteil in Deutschland vervielfacht sich

11. Juni 2013, 9:49 Uhr | Archiv

Auch in Deutschland ist der Buchmarkt in Bewegung. Die gestern veröffentlichte Studie zum deutschen E-Book-Markt zeigt eine Vervierfachung des E-Book-Anteils am Gesamtumsatz auf 2,4 Prozent im Jahr 2012. „Die Buchbranche erlebt in Deutschland derzeit einen herausfordernden Wandel mit weitreichenden Perspektiven“, erklärt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels anlässlich der Vorstellung der Wirtschaftszahlen der Buchbranche und der aktuellen E-Book-Studie des Börsenvereins.

(© Eisenhans - Fotolia.com)

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„Das E-Book ist auf dem deutschen Buchmarkt schon länger nichts Exo-tisches mehr, es ist eine von mehreren Editionsformen – eine mit Zukunft“, so Skipis. In den letzten drei Jahren ist der E-Book-Anteil am Pub-likumsbuchmarkt von 0,5 auf 2,4 Prozent gestiegen. Potenzial nach oben ist da: Über die Hälfte der Verlage haben E-Books im Programm, 54 Prozent der Novitäten sind als E-Book erhältlich. Und auch der Buchhandel vor Ort sieht das Angebot von E-Books und E-Readern als Mög-lichkeit, Kunden zu binden. 73 Prozent der Sortimenter haben beides oder eines von beiden im Angebot.

Vor allem der Online-Handel lag als Vertriebsweg für Bücher 2012 im Plus. So stieg der Umsatz beim Internetgeschäft mit Büchern 2012 um 10,4 Prozent und hat mittlerweile einen Anteil am Gesamtumsatz von 16,5 Prozent. Der Umsatz der Verlage im Direktgeschäft stieg um 0,8 Prozent, deren Anteil am Gesamtumsatz liegt jetzt bei 19,4 Prozent. „Von der Verschiebung hin zum Onlinehandel ist am stärksten der Buchhandel vor Ort betroffen, auch wenn das stationäre Sortiment weiterhin mit Abstand der wichtigste Vertriebsweg für Bücher in Deutschland ist“, sagt Jürgen Horbach, Schatzmeister und Wirtschaftssprecher des Börsenvereins. „Noch ist bei dieser Verschiebung allerdings kein Ende abzusehen.“ Der Umsatz des Sortimentsbuchhandels betrug 2012 4,6 Mrd. Euro, 3,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Ein gutes Jahr war das vergangene vor allem für die Belletristik: Der Umsatz dieser Warengruppe stieg um 0,8 Prozent, ihr Umsatzanteil liegt jetzt bei 35 Prozent (2011: 34,4 Prozent). Im positiven Bereich lag ebenfalls die Warengruppe Ratgeber mit 0,5 Prozent. Der Umsatzanteil der Ratgeber beträgt 13,8 Prozent (2011: 13,6 Prozent).

Der E-Book-Markt in Deutschland entwickelt sich dynamisch. Das zeigt die heute vorgestellte, breit angelegte E-Book-Studie für Deutschland, die der Börsenverein Anfang dieses Jahres zum dritten Mal gemeinsam mit GfK Panel Services durchgeführt hat. „Der E-Book-Markt ist mittlerweile ein relevantes Segment in Deutschland“, sagt Steffen Meier, Sprecher des Arbeitskreises Elektronisches Publizieren im Börsenverein des Deutschen Buchhandels. „Die Umsatzerwartungen von Verlagen und stationärem Sortiment driften allerdings auseinander. Sehen Verlage mit E-Books eine gute Umsatzmöglichkeit, befürchtet der Buchhandel vor Ort wegen der dynamischen E-Book-Entwicklung zu einem Großteil Umsatzrückgänge im Printgeschäft.“ Mehr als jede zweite Buchhandlung geht in der Umfrage von einem Umsatzrückgang im klassischen Sortiment bis 2015 aus. Durchschnittlich wird dabei ein Rückgang von 16 Prozent erwartet. Das nicht ohne Grund, denn die E-Book-Entwicklung ist besser als angenommen. So stieg der Umsatzanteil von E-Books am Gesamtumsatz der Verlage 2012 stärker als von den Verlagen geschätzt. Er lag bei 9,5 Prozent, erwartet worden waren lediglich 7,2 Prozent. Für 2013 prognostizieren die Verlage 10,6 Prozent.

(Quelle: Börsenverein des Deutschen Buchhandels)

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Marco Schürmann

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