Weiter schwache Nachfrage bei Rotationsmaschinen

14. Juni 2013, 10:59 Uhr | Archiv

Während der 88. Hauptversammlung der Koenig & Bauer AG zeichnete Vorstandsvorsitzender Claus Bolza-Schünemann ein durchwachsenes Bild der aktullen Lage am Druckmarkt. Während KBA auf China Print und Printtek gute Umsätze machen konnte, wird das Geschäft mit Rotationsmaschinen durch Online-Medien und schwache Konjunktur deutlich gebremst. Diversifikation in printnahen Wachstumsmärkten sind daher im Fokus des Unternehmens.

KBA-Vorstandsvorsitzender Claus Bolza-Schünemann

KBA-Vorstandsvorsitzender Claus Bolza-Schünemann zog in seinem Bericht an die Aktionäre ein positives Fazit von den Messeauftritten in China und der Türkei

In Würzburg stellte KBA auf der Hauptversammlung den aktuellen Stand des zweitgrößten Druckmaschinenherstellers für das letzte und laufende Jahr dar. Für 2012 konnte KBA eine Dividende von 40 Cent je Aktie ausschütten, trotzdem zeichnete man für das aktuelle Jahr ein durchwachsenes Bild der Auftragslage. Zwar konnte die China Print und Printtek für zahlreiche Auftragsabschlüsse im Bogenoffset-Bereich sorgen, dagegen steht aber eine schwache Nachfrage für Rotationsanlagen für den Publikations- und Zeitungsbereich.

Als Grund dafür sieht KBA die konkurrierenden Online-Medien und die fehlende Investitionsbereitschaft durch die schwache Konjunkturlage. Auch das Geschäft im Sicherheitsdruckbereich, das 2011 sehr erfolgreich war, beruhigte sich in der Folgezeit. Für die erste Jahreshälfte 2013 verzeichnet die Koenig & Bauer AG daher rund ein Viertel weniger Auftragseingänge im Vergleich zum drupa-Vorjahr. Den aktuellen Umsatzsrückstand zur Jahresplanung für 2013 will man in der zweiten Jahreshälfte zwar aufholen und ein ähnliches Jahresergebnis wie 2012 erzielen, der geplante Jahreszuwachs wird aber laut aktuellen Zahlen wahrscheinlich nicht erreicht.

Personelle Maßnahmen im Rollendrucksegment?

Nachdem KBA in den letzten vier Jahren bereits 2.000 Stellen weggefallen sind und die aktuelle Konzernbelegschaft bereits in die Nähe von 5.500 Beschäftigten gelangt ist, hält der KBA Vorstand angesichts der Marktentwicklung bei den Rollendruckmaschinen weitere Maßnahmen für nötig und ruft zu konstruktiven Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretern auf.

Oberstes Ziel: Ertragsverbesserung

Obwohl man bei der Koenig & Bauer AG die letzten vier Jahre in Folge trotz erheblicher Aufwendungen in der Restrukturierung schwarze Zahlen schreiben konnte, zeigt man sich mit einem Konzerngewinn von 2,3 Millionen Euro nicht zufrieden. „Wenn man sich im Branchenumfeld umschaut, bleibt aber festzuhalten, dass es KBA als einzigem der großen Druckmaschinenbauer gelungen ist, trotz erheblicher Aufwendungen für die Restrukturierung und einer erheblichen Wertkorrektur auf das Anlagevermögen im Bogensegment, im vierten Jahr hintereinander operativ und nach Zinsen schwarze Zahlen zu schreiben. Wir wissen, dass wir an dieser Stelle noch besser werden müssen und arbeiten auf vielen Feldern mit Hochdruck an der Stärkung unserer Ertragskraft.“ Dies soll durch eine Anpassung der Produktionskapazitäten, sowie einem Maßnahmenpaket zur Kostensenkung im Konzerneinkauf, bei der Verwaltung und in der Fertigung erreicht werden. Zudem wird es bei dein Bogenoffsetmaschinen eine Preisanhebung geben.

Digitaldruck und Verpackung

Die Diversifikation in anderen profitablen Produktfeldern soll auch zukünftig fortgeführt werden. Durch die gesunde Bilanz verfügt das Unternehmen über Handlungsspielräume um in zukunftsträchtige Drucksegmente zu investieren. Wie bereits seit längerem angekündigt, gehört dazu die Übernahme des für flexible Verpackungen tätigen italienischen Druckmaschinenherstellers Flexotecnica, mit dessen Abschluss im September gerechnet wird (beyond print berichtete). Auch im Digitaldruckbereich sind einige Verträge für die auf der drupa vorgestellte Digitaldruckanlage KBA RotaJET 76 fast abschlussreif, eine erste Anlage wurde kürzlich im Inland verkauft. Neben den Segmenten Bücher-, Direc Mail- und Werbedruck liegt hier auch ein unerwartet großes Interesse aus dem Zeitungsdruck und anderen Segmenten vor.

 

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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