Microsoft ermöglicht mehrfarbige Schriften

2. Juli 2013, 11:00 Uhr | Archiv

Um eine Emoji-Schriftart vernünftig in sein neues Betriebssystem zu integrieren, hat Microsoft kurzerhand die OpenType-Fonttechnologie weiterentwickelt. Damit ist das Unternehmen nun in der Lage, mehrfarbige Glyphen in einem Font zu speichern. Dank Vektordaten steht dabei beliebiger Skalierung nichts im Weg.

Microsofts Weiterentwicklung des OpenType-Formats ermöglicht mehrfarbige Glyphen. Oben links einfarbige Fallback-Glyphe, unten die einzelnen Ebenen einer Glyphe, oben rechts das zusammengesetzte Icon mit Farbinformationen. Quelle: typografie.info

Microsofts Weiterentwicklung des OpenType-Formats ermöglicht mehrfarbige Glyphen. Oben links einfarbige Fallback-Glyphe, unten die einzelnen Ebenen einer Glyphe, oben rechts das zusammengesetzte Icon mit Farbinformationen. Quelle: typografie.info

Apple und auch Google haben sich dieses Themas bereits auch angenommen. Deren Lösungen sehen den Einsatz von PNGs vor, die im Text platziert werden. Daraus resultiert jedoch nur eine eingeschränkte Skalierbarkeit des Fonts, da die Pixeldaten irgendwann an ihre Grenzen stoßen.

Microsoft hat für seine Lösung einen eleganteren Weg gewählt. Zunächst einmal befindet sich die fertige Glyphe im Vektorformat und in Graustufen in dem Font hinterlegt. Programmen, die mit der neuen Technologie noch nichts anfangen können, steht damit ein Fallback zur Verfügung.

Ansonsten finden sich im Font zwei neue Tabellen, die einzelne „Glyphenbausteine“ enthalten. Ein mehrfarbiges Symbol wird dazu in mehrere „Ebenen“ zerlegt. Alle Elemente mit gleicher Farbe befinden sich damit an einem Platz in der neuen „COLR“-Tabelle. Farbinformationen werden in einer weiteren Tabelle, der „CPAL“, für „Color Palette“, abgelegt und sind mit den Einträgen aus der COLR-Tabelle verknüpft. So lässt sich ebenenweise aus den Einzelteilen der Glyphe ein mehrfarbiges Zeichen zusammmensetzen.

Während diese Technologie jetzt vorerst Einsatz bei den Icon-Fonts findet, sind auch weitere Anwendungszwecke denkbar. Gerade für dekorative Fonts oder auch Symbolfonts eröffnet sich eine neue Chance. Statt sie Zeichen für Zeichen von Hand zusammensetzen zu müssen, könnten sie künftig unter Einsatz dieser neuen Technologie als „ordentlicher“ Font existieren und damit deutlich leichter eingesetzt werden können.

Damit künftig möglichst viele Anwendungsprogramme diese Weiterentwicklung des OpenType-Formats unterstützen, will Microsoft alle dazu benötigten Informationen zur Verfügung stellen.

Quelle: typografie.info

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Florian Meier

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