US-Verlage: Videos statt Paywall für Web-Inhalte

15. Juli 2013, 8:17 Uhr | Archiv

Paywalls bieten für die meisten großen Verlage eine gute Möglichkeit, mit ihren Inhalten auch im Web Geld zu verdienen. Dabei zahlen die Nutzer beispielsweise einen monatlichen Betrag, um Zugriff auf bestimmte Inhalte zu erhalten. Doch Paywalls sind nicht die einzige Möglichkeit, die Verlage haben. Das wollen nun mehrere US-Newsseiten beweisen, die Werbevideos vor dem Lesen eines Beitrags einblenden, die vom Leser bis zum Schluss angeschaut werden müssen.

(© fotodo - Fotolia.com)

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Wie finanziert man das Online-Angebot als Verlag am besten? Bei der Frage gehen die Meinungen oftmals auseinander. Während immer mehr Verlage inzwischen auf sogenannte „Paywalls“, also Bezahlschranken, setzen, wollen US-Newsseiten wie Maxim, Radar Online, Guitar World und USA Today Sports Media etwas neues ausprobieren. Anstatt von den Lesern Geld für bestimmte redaktionelle Inhalte zu fordern, müssen sie sich lediglich ein Werbevideo bis zum Ende ansehen – erst dann wird der Artikel freigeschaltet und kann gelesen werden. Das System mit dem Namen „Content Unlock“, das dabei zum Einsatz kommt, stammt von Genesis Media. Das geht aus einem Bericht des Branchenportals AdAge hervor.

Ziel der Verlage ist es, mehr Umsatz durch Leser zu generieren, ohne sie direkt zu einer Zahlung von tatsächlichem Geld zu zwingen. Mark Yackanich, CEO von Genesis Media, erklärt: „Wir funktionieren als weiche Bezahlschranke, die es Nutzern ermöglicht für Inhalte und Services auf elegante Art und Weise zu bezahlen. Die Marken werden dabei Sponsoren für den Konsum der Leser – und das auf sehr direkte und einprägsame Weise.“ Dabei soll das System die Werbung gemäß der Leseinteressen einblenden. Für den Konsum längerer Werbevideos könnte man etwa auch mehrere Artikel für den Leser freischalten. Die beiden Content-Anbieter OK Magazine und Radar Online nutzen den „Content Unlock“, um Werbevideos vor Artikeln, Bildergalerien und auch eigenen Videos einzublenden. Joe Bilmen, Digitalchef des Verlags Media Inc., der für die beiden Angebote verantwortlich ist, gab bekannt, dass das System Umsatz generiert habe, ohne Seitenbesucher einbüßen zu müssen.

Die New York Times konnte mit einer Bezahlschranke bereits positive Erfahrungen sammeln. Nachdem man 2011 eine Paywall eingeführt hatte, stieg die Zahl der Digitalabos bis Ende 2012 auf 640.000. Damit verdiente die New York Times erstmals mehr Geld durch Leser als durch Anzeigenkunden. Bei Verlagshäusern in Deutschland ist der Trend weitestgehend noch nicht angekommen – stattdessen setze man überwiegend auf monatlich werbefinanzierte Erlösmodelle.

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Marco Schürmann

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