Print-on-Demand-Zeitung aus dem Automaten

18. Juli 2013, 7:28 Uhr | Archiv

Das Unternehmen Meganews Sweden will in den kommenden sechs Monaten den Einsatz von Zeitungsdruck und -verkaufsautomaten testen. Die mit Ricoh-Drucktechnik ausgestatteten Automaten können innerhalb von zwei Minuten aus eine Auswahl von mehr als 200 Zeitungen und Magazinen das gewünschte Exemplar produzieren. Das Verfahren soll Vetriebs- und Logistikkosten reduzieren und besonders umweltfreundlich sein.

Meganews Zeitungsdruckautomat im Einsatz

Dank Drucktechnologie von Ricoh dauert es am Meganews Zeitungskiosk nur zwei Minuten vom Kauf bis zur Entnahme eines frisch gedruckten Magazins.

Meganews soll der weltweit erste Print-on-demand Zeitungskiosk werden, der den automatisierten Druck und Verkauf verschiedenster Zeitungen und Zeitschriften erlaubt. Auf Basis einer Digitaldruckmaschine mit Ricoh-Technologie und entsprechenden Karten- und Verkaufsterminals von Sweco können Kunden am Gerät aus mehr als 200 Zeitungen und Zeitschriften auswählen. Vom Kauf bis zur Entnahme des Druckexemplars sollen dabei nur zwei Minuten vergehen.

„Der Verkauf erfolgt am Bildschirm mit einer Kreditkarte, so dass bequeme und sichere Transaktionen sichergestellt sind“, erklärt Tommy Segelberg, Director Nordic Operations, Production Printing Business Group, Ricoh Sweden.

Ressourcenschonend ohne Remittenten

Die On-demand-Lösung soll aus verschiedenen Gründen besonders ressourcenschonend sein. So werden auf der Produktionsseite nur die tatsächlich verkauften Exemplare gedruckt – im Zeitschriftenmarkt werden nicht abverkauften Titel zurückgeschickt (remittiert). Mit Werten von 40 und mehr Prozent machen diese Remittenten oft einen Großteil der Auflage und Druckkosten aus. Die Transport- und Logistikkosten werden durch den Druck vor Ort ebenfalls drastisch reduziert. Meganews beziffert die Reduzierung der fossilen Treibhausgase durch die On-demand-Produktion auf 60 Prozent, wenn auch Rücktransport und Recycling der klassischen Druckprodukte berücksichtigt werden.

Meganews mit Ricoh Technologie

Am Terminal wählt der Kunde aus mehr als 200 Titeln

Führende schwedische Verlage beteiligen sich an dem Projekt, das in den kommenden sechs Monaten an Flughäfen, Hotels, Krankenhäusern und Einkaufszentren im Land getestet wird.

„Dieses Produkt ist eine direkte Antwort auf den wachsenden Bedarf an Print-on-demand. Zudem ist es ein Beispiel für wirkliche Innovation und wir sind stolz, dass die führende Technologie von Ricoh zur Magazinproduktion der Zukunft beiträgt“, ergänzt Graham Moore, Director of Business Development für Ricoh Europe.

Neue Chancen für personalisierte Tageszeitungen?

beyond print ist gespannt, wie sich das Projekt entwickelt und sieht bei einem erfolgreichen Test auch neue Chancen für personalisierte Tageszeitungen, an denen das Berliner Startup niiu seinerzeit gescheitert ist. Denn bei diesem Projekt war die Logistik eines der größten Probleme – mit „Zeitungsdruck-Stationen“ an strategischen Knotenpunkten könnte dieses Problem gelöst werden.

Und wir ergänzen gleich noch unsere Wunschliste: Ein App zum Zusammenstellen der personalisierten Inhalte und eine „Pre-Order-Funktion“, die die Zeitung oder Zeitschrift am Bahnhof, Flughafen oder Einkaufszentrum schonmal druckt, an dem wir gleich mit Bus oder Bahn ankommen. Dank Locations-Based-Service eigentlich kein Hexenwerk. Warten wir es ab!

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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