Forscher entwickeln Multitouch-Fingerabdruckscanner

25. Juli 2013, 11:44 Uhr | Archiv

Am Potsdamer Hasso-Plattner-Institut haben Forscher ein biometrisches Multitouch-System entwickelt. Das System soll bei Berührung des Displays nicht nur die Finger, sondern auch deren Fingerabdrücke erkennen. Möglich macht das die Konstruktion des Systems, das nicht wie ein herkömmliches Fachdisplay aufgebaut ist, sondern auf eine tischartige Konstruktion aufbaut.

(Bild: Hasso-Plattner-Institut Potsdam)

(Bild: Hasso-Plattner-Institut Potsdam)

Das System, das mit Glasfaser-Technologie und Rückprojektion arbeitet, nennen Prof. Patrick Baudisch und Doktorand Christian Holz vom Potsdamer Hasso-Plattner-Institut „Fiberio“. Durch die Möglichkeit, Fingerabdrücke zu erkennen, können Nutzer bei jeder Aktivität auf der Multitouch-Oberfläche unauffällig identifiziert werden. Möglich macht das die tischartige Konstruktion des Systems: Unterhalb der Tischoberfläche befindet sich eine Videokamera, die das Bedienfeld aufnimmt. Die Bedienoberfläche – eine Kunststoffplatte bestehend aus sehr vielen dünnen Glasfasern mit Durchmessern von 6 Mikrometern – dient dabei nicht nur als Diffusor für die Rückprojektion, sondern reflektiert das Licht auch zur Kamera zurück, die anschließend mit dem notwendigen Kontrast Fingerabdrücke erkennen kann. Eine entsprechende Bildverarbeitungssoftware wertet die Aufnahmen der Abdrücke aus.

Laut den Forschern sei eine solche biometrische Authentifizierung unter anderem für den Fall wichtig, wenn verschiedene Nutzer mit unterschiedlichen Kompetenzen am selben Arbeitsplatz digitale Dokumente bearbeiten wollen. Das System kann so beispielsweise erkennen, dass von zwei Bankmitarbeitern, die mit dem System arbeiten, nur der Manager die Berechtigung hat, angezeigte Zahlungsanweisungen in bestimmter Höhe freizugeben, nicht aber der Sachbearbeiter.

Einen optischen Eindruck von Fiberio verschafft das Präsentationsvideo:

Anfang Oktober werden Christian Holz und Prof. Patrick Baudisch ihr Projekt Fiberio auf einer wissenschaftlichen Konferenz zum Thema „User Interface Software and Technology“ (UIST ’13) in St Andrews (Schottland) vorstellen.

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Marco Schürmann

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