Verlage bleiben trotz Leistungsschutzrecht bei Google

1. August 2013, 9:01 Uhr | Archiv

Das Leistungsschutzrecht für Presseverlage, das heute in Kraft tritt, hat in der Vergangenheit für umfangreiche Diskussionen zwischen Verlagen und Gegnern gesorgt. Nachdem auch der Axel Springer-Verlag sich dazu entschieden hat, seine Beiträge weiterhin auf Google News zu zeigen, sind die zehn größten Nachrichtenseiten auch nach Inkrafttreten des Gesetzes dort auffindbar. Viele Verlage haben diese Vereinbarung jedoch unter Vorbehalt unterschrieben.

(© Marco2811 - Fotolia.com)

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Schon im Juni hatten Spiegel Online, Zeit Online und Süddeutsche.de erklärt, auf das Leistungsschutzrecht gegenüber Google News zu verzichten. So hatte beispielsweise Süddeutsche.de erklärt: „Für Millionen Leser sind Google und Google News wichtige Angebote, um zu unserer Seite zu finden. Selbstverständlich wollen wir uns in beiden weiter listen lassen und werden dem Opt-in am Ende zustimmen.“ Neben den drei Nachrichtenseiten erscheinen auch Nachrichten von Focus Online, n-tv.de, FAZ.net, Stern.de und Handelsblatt Online weiterhin bei Google News. Der Axel Springer-Verlag hat sich ursprünglich für das Leistungsschutzrecht stark gemacht, verkündete jedoch am Montag ebenfalls die Entscheidung, mit den Online-Portalen wie Bild.de und Welt.de bei Google zu bleiben.

Auch viele Regionalzeitungen setzen weiter auf Googles Nachrichtendienst, mit Ausnahme der Rhein-Zeitung mit Sitz in Koblenz, die auch nach der Gesetzeseinführung auf Google News verzichtet. Google hatte im Juni 2013 auf die Änderungen im deutschen Leistungsschutzrecht reagiert und den Nachrichtenaggregator hierzulande zu einem Opt-in-Dienst gemacht. Nachrichten erscheinen dadurch nur dann bei Google News, wenn der Verlag dem ausdrücklich zugestimmt hat. Damit wolle man sicherstellen, keine Urheberrechte zu verletzten. Mit einer Zustimmung erhält Google die Erlaubnis zu einer unentgeltlichen Nutzung von Auszügen der Artikel mit Überschrift und kurzem Textanriss.

Der Hightech-Verband Bitkom sieht seine Kritik an dem Gesetz jedoch bestätigt: „Wir haben von Anfang an gewarnt: Das Gesetz ist innovationsfeindlich und schadet gleichermaßen den Internetnutzern wie der Netzwirtschaft. Genau das erleben wir jetzt“, erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Viele Details des Gesetzes seien noch unklar, Gerichtsverfahren seien dadurch vorprogrammiert. Doch auch Verlage triffen die Veränderungen, denn ihnen gingen Leser verloren, die durch Nachrichtenaggregatoren wie Suchmaschinen erst auf ihre Inhalte aufmerksam würden.

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Marco Schürmann

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