Pilotprojekt: Solarbetriebener eReader als Beigabe zur Tageszeitung

8. Oktober 2013, 15:33 Uhr | Archiv

Auf der World Publishing Expo zeigte Janne Kaijärvi von Leia Media den Prototypen eines ultradünnen und extrem kostengünstigen eReaders. Der besondere Clou: Durch Solarstrom muss dieser Reader nie ans Stromnetz, die Inhalte der Tageszeitung werden zudem automatisch über das Mobilfunknetz aufs Gerät „gepusht“. 300 Personen testen nun, ob das Lesegerät hält was es verspricht.

Prototyp des eReaders mit Solarstrombetrieb.

Prototyp des eReaders mit Solarstrombetrieb.

Am Stand von Anygraaf konnte man auf der World Publishing Expo in Berlin die Demo eines neuen, kostengünstigen eReaders verfolgen. Präsentiert wurde dieser von Leia Media, einem finnischen StartUp, dass diesen eReader entwickelt hat.

Kein Aufladen am Stromnetz

Die technische Leistungsfähigkeit ist dabei nicht herausstechend, andere Details lassen uns aber aufhorchen: Besonders niedrige Kosten von ca. 30 Euro pro Gerät, eine extrem dünne Bauweise von 6mm und eine Rückseite mit Solarzellen. Diese erlaubt es den eReader ohne jeglichen Anschluss an herkömmliche Stromquellen zu betreiben.

Kostenloses Beigabe zur Tageszeitung?

Gedacht ist das Gerät als „Giveaway“ für Zeitungsverlage, die es Käufern oder Abonnenten als Lesegerät für ihre Inhalte „dazugeben“ oder zumindest zu einem besonders niedrigen Einstiegspreis anbieten. Verbunden mit dem Mobilfunknetz wird die tägliche Ausgabe direkt auf des Gerät „gepusht“ – also die Inhalte automatisch auf das Gerät geladen.

Ein morgentliches Abrufen der Zeitungsausgabe oder ein leerer Akku sollen so vermieden werden und den Umgang mit dem Gerät und die Akzeptanz weiter steigern. In einem Pilotprojekt testen nun 300 Anwender die Geräte auf die Alltagstauglichkeit, Partner von Leia Media ist der Helsingin Sanomat, die auflagenstärkste und einflussreichste Tageszeitung Finnlands.

Nächster Schritt: flexibles und farbiges eInk-Display

Mit in der Tasche hatte Janne Kaijärvi, Chief Media Officer von Leia Media, aber nicht nur den dünnen eReader. Auch ein flexibles, farbiges eInk-Display des Dresdener Herstellers Plastic Logic (beyond print berichtete) hatte er dabei. Dies sei der nächste Schritt nach der Testphase – zumindest farbig möchte man die Bilder des Tagesgeschehens schließlich haben.

 

Rettung für die Verlagswelt?

Ob der Weg des eInk-Readers der richtige für die angeschlagene Verlagsbranche ist, wird sich sicherlich auch im Pilottest zeigen. Wenn auch die eInk-Technologie durch die Lesefreundlichkeit und den geringen Stromverbrauch Vorteile bietet, kämpft der gesamte Markt mit einer Kannibalisierung durch die Tablet Geräte. Und gerade im Hinblick auf medialen Genuss punkten diese in ihrer Audio- und Video-Funktionalität. Und zuletzt wird nicht ein kostenloses Gerät über den Erfolg eines Verlages entscheiden, sondern der Content und die richtige Aufbereitung für Zielmedium und Leserschaft.

 

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

0 Kommentare


Was meinen Sie zu diesem Thema?

Wir freuen uns über Ihren Kommentar.

Schreibe einen Kommentar

* Pflichtangaben; Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
 

Copyright

Copyright 2015 Bernd Zipper, zipcon consulting GmbH

Archiv