Warum Online-Geschäftsfelder nicht länger von Druckereien ignoriert werden sollten

8. Oktober 2013, 17:03 Uhr | Archiv

Seit dem 08.10. sind von EHI und Statista die neuen Zahlen zu den deutschen Top-1000-Onlineshops des Jahres 2012 veröffentlicht – an der Spitze des Umsatzrankings stehen natürlich bekannte Namen, allen voran Amazon mit einem Umsatz von 4 Milliarden 811,1 Millionen Euro. Der zehnte Platz in der Studie „E-Commerce-Markt Deutschland 2013“ wird von der Modemarke Esprit mit 327,6 Millionen Euro belegt, Platz 100 kommt auf 33 Millionen Euro Umsatz. Was die Studie wegen ihrer Ausrichtung auf den Retail-Markt nicht oder nur ansatzweise erfasst, ist das Spektrum des E-Business Print.

Katharina Matters und Bernd Zipper

Katharina Matters und Bernd Zipper sind die Referenten des Seminars “E-Business Print ist Chefsache – Online-Wertschöpfung mit Print”

Zur besseren Einordnung nennen wir daher wichtige Zahlen für die Druckindustrie: Nicht weit hinter den Retail-Top-10 liegt bereits der größte deutsche Onlinedrucker (nach Erhebungen der zipcon consulting GmbH) mit einem Jahresumsatz an Druckprodukten von 270 Millionen Euro. Das Unternehmen ist ein „Konvertit“: Cewe Color. Der Geschäftsbereich Fotofinishing, für den diese Online-Umsatzzahlen gelten, macht schon lange kaum noch Umsatz mit analogen Fotoabzügen, dafür aber umso mehr mit Druckprodukten. Die sind zwar fotozentrisch, aber eben Druckprodukte. Nicht mit eingerechnet ist der Umsatz der von Cewe Color aquirierten Onlinedruckerei Saxoprint, die dieses Jahr wohl einen Umsatz von über 60 Millionen Euro erwirtschaftet. Flyeralarm liegt 2012 mit ca. 250 Millionen Euro Umsatz auf Platz 2, mit etwas Abstand folgt dann bei den deutschen Umsätzen der globale Branchenriese Vistaprint.

Online Print ist wichtiges E-Commerce-Segment

Rechnet man die nach Umsatz führenden Online Printshops in Deutschland unter die Top-100 der Retail-Liste ein, wären sechs E-Business-Print-Firmen vertreten. All diese Firmen verzeichnen zudem gegenüber 2011 wachsende Umsätze.

Ein weiteres Indiz zeigt ebenfalls die Bedeutung von E-Business Print: Eine der Hauptkategorien, in die die Marktforscher das Online Business in Produktsegmente klassifizieren, ist die Kategorie „Foto, Druck, Book-on-demand“ (wobei wie erwähnt in der Studie nur der Retail-Bereich erfasst wurde). Daneben stecken E-Business-Print-Produkte aber auch in anderen Segmenten wie selbst Automobilzubehör. E-Business Print ist also in den E-Commerce-Märkten keine Randerscheinung oder Nische. Was den Augen der Marktforscher für diese Studie ebenfalls entgeht, sind die vielen bereits existierenden B2B-Shops und -Portale, die unter die Kategorie „Closed Shops“ fallen, da sie eben nicht im offenen E-Commerce-Bereich operieren. Diese Closed Shops tragen einen wesentlichen Anteil zu den Online-Erlösen der Druckindustrie bei.

Business Case und Strategie

Angesichts der klaren Chancen im E-Business ist das bei einer beträchtlichen Zahl an Unternehmen der Druckindustrie fehlende Engagement schwer verständlich, zumal die Branche seit Jahren im klassischen Geschäftsfeld mit schwindenden Umsätzen und Erlösen zu kämpfen hat. Doch Unternehmen, die online nicht zu finden sind, büßen Umsätze ein – ihnen fehlt die digitale Identität. „Go online“ – ist daher ein Credo auch für Unternehmer der Druckindustrie. Der Verband Druck + Medien Nord-West will dies nun in Seminaren für Entscheider unterstützen und den Schritt zum Online-Business erleichtern.

Um erfolgreich im Internet-Business zu sein, gilt es die richtige und vor allem zum Unternehmen passende Strategie zu finden. Die Wege sind vielfältig – ob Onlineshop, Online-Portal oder Service-Website. Unternehmen der Druck- und Medienindustrie können mittels Print-Portalen, Web2Print und Onlineshops in neuen Märkten agieren. Doch bis dahin stellen sich viele Fragen. Denn E-Business Print ist eine multiple Geschäftsfeldstrategie und man sollte genau prüfen, wie die Vorteile des Internets für die eigene Vertriebsstrategie genutzt werden können, welche Voraussetzungen man für ein Bestehen im E-Business mitbringen muss und wie Online Print eigentlich funktioniert.

Im Seminar „E-Business Print ist Chefsache – Online-Wertschöpfung mit Print“ gehen Katharina Matters (pXm Nord-West) und Bernd Zipper (zipcon consulting) praxisnah auf diese Fragen ein. Es wird vermittelt, welchen Grundregeln man Beachtung schenken sollte, wenn das Internet erfolgreich – etwa als weiteren Vertriebskanal – genutzt werden soll. Termine: 23.10. in Hamburg, 21.11. in Lünen.

Weitere Infos finden Sie unter diesem Link des Veranstalters, dem Verband Druck und Medien Nordwest.

(Autoreninfo: Redaktion EPOS – Aufmacherbild: Fotolia – Goss Vitalij)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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