3D-Objekte auf dem Touchscreen fühlen

9. Oktober 2013, 13:09 Uhr | Archiv

Objekte, Texturen und Kanten auf flachen Displays ertasten – das soll künftig Möglich sein. Disney Research hat eine Technik entwickelt, die die Empfindung dreidimensionaler Strukturen vorgaukelt. Durch eine künstliche Veränderung der Reibung zwischen Finger und Touchscreen sollen dann etwa 3D-Texturen oder auch beispielsweise Erhöhungen auf topografischen Karten fühlbar werden.

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Die Forscher bei Disney Research präsentierten Details zum aktuellen Projekt auf dem ACM Symposium on User Interface Software and Technology. Die Idee für taktiles Feedback bei Touchscreens ist jedoch nichts Neues. Forscher der University of Bristol präsentierten am Freitag ein Ultraschall-basiertes System namens „UltraHaptics“, das noch vor dem eigentlichen Anfassen des Touchscreens fühlbares Feedback verspricht.

Das Disney-Team trickst dabei das Gehirn aus: „Unser Gehirn nimmt eine 3D-Beule auf einer Oberfläche vor allem durch Daten wahr, die es durch eine Hautdehnung erhält“, erklärt Ivan Poupyrev, Leiter der Interaction Group bei Disney Research. „Wenn wir also die Haut an einem Finger, der über einen Touchscreen gleitet, künstlich dehnen, bringen wir das Gehirn dazu zu glauben, auf dem Touchscreen gibt es eine echte physische Erhöhung, obwohl die Oberfläche vollkommen eben ist.“ Die künstliche Dehnung der Haut erfolgt dabei durch sogenannte Elektrovibration.

„Interaktion durch Berührung ist inzwischen Standard auf Smartphones, Tablets und sogar Desktop-Computern. Algorithmen zu entwickeln, die die Bilder in glaubwürdige Tastempfindungen umwandeln, kann also die Nutzererfahrung deutlich bereichern“, so Poupyrev. „Der traditionelle Zugang zu taktilem Feedback ist eine Bibliothek vorgefertigter Effekte“, erklärt Disney-Research-Ingenieur Ali Israr. Durch den neu entwickelten Algorithmus können taktile Informationen auf Bilder gelegt werden – das verspricht eine breitere Anwendbarkeit. Damit ist es möglich, das taktile Feedback dynamisch an visuelle Inhalte anzupassen. So könnten auch Video-Streams dreidimensional fühlbar gemacht werden.

In einem Video wird das neue System vorgestellt und erläutert, wie genau es funktioniert:

(via)

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Marco Schürmann

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