Gedruckte Elektronik mit handelsüblichem Inkjet-Drucker

11. November 2013, 15:18 Uhr | Archiv

Für vergleichsweise geringe Kosten von 300 US-Dollar ist es Forschern gelungen, Schaltkreise zu drucken. Dabei kam ein handelsüblicher, unmodifizierter Tintenstrahldrucker zum Einsatz, der mit Silberpigmenttinte druckte. So kann auf alle Materialien gedruckt werden, die ein entsprechender Drucker verarbeiten kann.

Für 300 US-Dollar lassen sich gedruckte Schaltungen produzieren, demonstriert nun eine Forschergruppe. Bild: slashdot.org/Georgia Tech/Univ. Tokyo/Microsoft Research

Für 300 US-Dollar lassen sich gedruckte Schaltungen produzieren, demonstriert nun eine Forschergruppe. Bild: slashdot.org/Georgia Tech/Univ. Tokyo/Microsoft Research

Beteiligt an dem Projekt waren Forscher der „Georgia Tech“, der Universität von Tokio und der Forschungsabteilung von Microsoft. Ihnen ging es vor allem um die Machbarkeit dieses Projektes. Eine einfache Bedruckung mit einem simplen Inkjet-Drucker hat große Vorteile, was die benötigten Materialien und Kosten angeht. Gerade wenn schnell oder übergangsweise Ersatz geschaffen werden muss, zum Beispiel durch Servicetechniker vor Ort, sind geringe Produktionszeiten und -kosten von Interesse.

Die hergestellten Schaltungen, zum Beispiel eine WLAN-Antenne, die Beschaltung einer LED sowie die Schaltung für eine 3D-gedruckte Taschenlampe, wurden auf beschichtetem Fotopapier oder auch auf Folie gedruckt. Die Verarbeitung dieser Materialien war kein Problem, Stoff und eine magnetische Oberfläche konnten die Forscher hingegen als ungeeignet ausschließen. Die Schaltungen lassen sich nach dem Druck dann zum Beispiel auf ein Bauteil aufkleben und verwenden. Löten fällt als Verfahren zur Kontaktierung leider weg, da das Substrat dadurch natürlich beschädigt würde. Leitende Klebebänder und ähnliches hingegen eignen sich natürlich und wurden testhalber genutzt.

Auch wenn die Anwendungsmöglichkeiten natürlich noch sehr eingeschränkt, und der Prozess nur bedingt alltagstauglich ist, sehen die Forscher darin einen wichtigen Schritt. In Zukunft könnten so Ersatzteile direkt vor Ort produziert werden. Nachdem der Bereich des 3D-Drucks zur Produktion von Ersatzteilen langsam an Bedeutung gewinnt, könnten Nutzer also bald auch Ersatzschaltungen ganz einfach zuhause drucken.

Auch für Elektronikbastler könnte sich diese Forschung als interessant erweisen. Für rund 300 US-Dollar könnte man die entsprechenden Materialien erhalten und sich Taschenrechner, Thermostate und ähnliches selber drucken.

Weitere Informationen finden sich in einer wissenschaftlichen Veröffentlichung mit dem Titel „Instant inkjet circuits„.

Quelle: slashdot.org

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Florian Meier

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