Amazon gegen den Kartenstapel im Portemonnaie

4. Dezember 2013, 11:17 Uhr | Archiv

Bei vielen Kredit-, Rabattkarten und Mitgliedschaftsausweisen kann das Portemonnaie schnell zu dick werden. Grund genug für viele Unternehmen, diese ganzen Karten zu vereinen und in eine dynamische Kreditkarte zu verwandeln oder in einer App zu sammeln. Neben Google und Coin soll unter anderem auch Amazon derartige Pläne verfolgen und hat einen Patentantrag für eine Bezahlkarte gestellt.

(© thanatip - Fotolia.com)

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Am 5. September reichte Amazon den Patentantrag bei dem dafür zuständigen Amt ein. Das besondere an der programmierbaren Bezahlkarte soll sein, dass mehrere Konten mit einer einzelnen Karte genutzt werden können. Dadurch würde die „dynamische Kreditkarte“ das Mitführen mehrerer Kreditkarten überflüssig machen. Eine ähnliche dynamische Karte hat auch das Startup Coin Mitte November vorgestellt. Unter dem Codenamen „Chamäleon“ will Coin seine Karte jedoch nicht nur für Kreditkarten gestalten, sondern auch für Geschenk-, Rabattkarten oder Mitgliedschaftsausweise. Auf Knopfdruck soll dabei der Magnetstreifen entsprechend geändert werden können. Den Magnetstreifen ändern – das soll auch die Amazon-Karte können. Zusätzlich soll sie mit GPS ausgestattet sein, sodass die Karte ortsbasiert umgestellt werden kann.

Ob Coin sich seine Idee bereits durch ein Patent hat schützen lassen, ist unklar. Im Sommer 2014 soll Coin ausgeliefert werden – bis dahin kann es unter onlycoin.com für 50 US-Dollar vorbestellt werden, jedoch nur in den USA. Die Anwender erhalten zusätzlich ein kleines Lesegerät, um die vorhandenen Karten einzulesen und über eine Smartphone-App auf die Karte zu übertragen. Um sicherzustellen, dass keine gefälschten Karten eingelesen werden, werden die Daten aus Fotos der Karten mit denen auf dem Magnetstreifen abgeglichen.

Der größte Nachteil beider Ideen hierzulande ist der Einsatz des Magnetstreifen. Verfahren wie Chip und Pin (EMV) werden in Europa öfter genutzt und demnach nicht unterstützt.

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Marco Schürmann

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