Gimbal: Konkurrenz für Apples iBeacon

11. Dezember 2013, 9:43 Uhr | Archiv

Mobilfunkspezialist Qualcomm hat das Potential der Lokalisierung über Bluetooth erkannt und bietet ab sofort mit den „Gimbal Proximity Beacons“ eigene kleine Geräte an, die eine Standortbestimmung auf 30 Zentimeter genau ermöglichen. Als Teil der Gimbal-Plattform können dadurch etwa Kunden im Geschäft lokalisiert werden und mit Hilfe der Standortdaten zusätzliche Informationen oder Angebote auf ein mobiles Gerät wie Smartphone und Tablet geliefert werden.

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Am Freitag hat Apple damit begonnen, ein ähnliches Bluetooth-System in seinen US-Stores einzusetzen. Mit den iBeacons sollen die Kunden im Laden ortsabhängige Informationen auf ihr iOS-Gerät erhalten. Während man dabei ein iOS-Gerät benötigt, verspricht Qualcomm mit den „Gimbal Proximity Beacons“ als Teil der Gimbal-Plattform auch Android-Unterstützung.

Durch die relativ genaue Standortbestimmung auch in Innenräumen ist eine solche Bluetooth-Technik besonders für den Handel interessant. Kunden können dadurch mit zusätzlichen Informationen zu bestimmten Produkten oder etwa Angeboten in ihrer unmittelbaren Nähe versorgt werden. Mit GPS sei dies nicht möglich. Sowohl das System von Apple als auch das von Qualcomm setzen dabei auf Bluetooth-Transmitter, um die Geräte der Kunden zu lokalisieren. Bei den iBeacons können auch iOS-7-Geräte selbst als Sender dienen, wenn sie passend konfiguriert werden.

Apples Lösung unterstützt ebenfalls spezielle Transmitter von Drittanbietern – dadurch sollen Qualcomms Gimbal Proximity Beacons auch unter iOS funktionieren. Die zusätzliche Unterstützung von Android-Geräten könnte dem System letztlich einen Vorteil gegenüber iBeacon bringen – laut Zahlen der Marktforscher von IDC waren im dritten Quartal 2013 vier von fünf verkauften Smartphones Android-Geräte.

Wie bei vielen Standort-Diensten ist die Privatsphäre auch hier ein großes Thema. Zwar verspricht zumindest Apple, Kundendaten nicht zu speichern, doch wird das System in den USA zunächst vorsichtig aufgenommen. In Deutschland, wo Datenschutz besonders ernst genommen wird, könnten es solche Systeme noch schwerer haben.

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Marco Schürmann

1 Kommentar

  1. Antworten

    Redaktion EPOS

    19. März 2014

    Beide, iBeacons und Gimbal, sind Markennamen für Services, die die Bluetooth LE Technologie (BLE) nutzen. Apple kann es nur Recht sein, mit jedem Mitbewerber auch auf anderen mobilen Plattformen als iOS setzt sich BLE weiter durch und Apple hat frühzeitig auf das richtige Pferd gesetzt. NFC werden wir wohl bei Apple-Produkten hingegen nie sehen.


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