Zipper meint: Netzallianz Digitales Deutschland gut, Taten besser

13. Januar 2014, 10:55 Uhr | Archiv

Was lesen meine wachen Augen da zum Wochenstart! Da hat sich der Bundesminister Dobrindt doch gleich mal ins Zeug gelegt und tatsächlich einen Mißstand richtig erkannt: Deutschland fehlt es an Breitband. Das Land der Premium-Automarken hat zuwenig Daten-Autobahnen. Das ist ein Zustand, der nicht nur bei ruckelnden Internet-Videos daheim mit Chips vor der Glotze nervt, sondern der Wirtschaft, erst recht der digitalen Wirtschaft (z.B. Ebusiness Print) richtig schadet.

Darum vor allem ruft Dobrindt nun die Firmen aus Telekommunikation und Netzwirtschaft an einen Tisch zusammen, wie er der Welt in einem Interview verriet. Er will jetzt mit Deutschland in die digitale Champions League  (Ich habe gerade nachgesehen, ob die Champions auch richtig geschrieben haben und nicht wie diese Pilze) und ruft die Netzallianz Digitales Deutschland aus.

Netzallianz? Bernd Zipper, führender Experte für Ebusiness Print, findet das gut, hätte aber liebr gleich Konkretes auf dem Tisch gesehen.

Netzallianz? Bernd Zipper, führender Experte für Ebusiness Print, findet das gut, hätte aber lieber gleich Konkretes auf dem Tisch gesehen.

In den USA, einem Staatenverbund mit riesigen Landflächen, haben etwa 72% der Bürger einen Internet-Zugang von über 3 Mbps – hierzulande kommt derselbe Prozentsatz gerade mal über das 1-Mbps-Hürdchen. Zwar kann man sich als einzelner mehr Bandbreite kaufen, damit kommt Deutschland auf durchschnittlich 7,3 Mbps (und die Schweiz als in Europa führendes Land auf 11 Mbps). Doch dieser Durchschnitt ist sehr ungleich verteilt: Eher in Firmen, eher in Städten, und in vielen Regionen gar nicht verfügbar – da gibt es Kunden, Druckereien und Medienunternehmen, deren Datenströme in ein Bachbett passen müssen… Ich bin daher im Sinne guter Rahmenbedingungen für die digitale Wirtschaft ausnahmsweise mal für mehr Gleichmacherei. Also mehr Datenautobahn für alle. Sozusagen mehr B2C-Mbps.

Dobrindt (bezeichnet sich selber als zuständig für Mobiles und Modernes) will nun die deutschen Big Player (wieviele sind das eigentlich?) am runden Tisch versammeln, um jetzt das digitale Breitbandnetz voran zu bringen. Was er dabei auf den Tisch legen kann, bleibt im Ungefähren („Finanzierung der Rahmenbedingungen“). Dass die Big Player dabei auch ihre Börsen aufmachen sollten (wieviel haben die eigentlich?), deutet er auch an. Ich hätte es ja lieber gesehen, Seehofer Dobrindt hätte richtig für Bewegung gesorgt und etwas Zukunftweisendes auf den Tisch gelegt – einen Rahmen, der konkret und groß genug ist für Initiativen. Aufmerkeln!

Ein Kommentar von Bernd Zipper, Gründer und CEO der zipcon consulting GmbH und Vorstand der Initiative Online Print.

 

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