Jeder vierte Deutsche zahlt für redaktionelle Inhalte im Internet

14. Januar 2014, 11:49 Uhr | Archiv

Mit einem Anteil von 25 Prozent gibt jeder vierte Bundesbürger bereits Geld für redaktionelle Inhalte im Web aus. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts ARIS im Auftrag des Hightech-Verbands Bitkom, bei der 766 Internetnutzer ab 14 Jahren befragt wurden. Am größten ist die Zahlungsbereitschaft bei den 30- bis 49-Jährigen. „Die so genannte Kostenloskultur im Internet ist weniger stark ausgeprägt als immer wieder angenommen wird“, erklärt Bitkom-Vizepräsident Achim Berg.

(© fotodo - Fotolia.com)

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„Viele Verbraucher sind bereit, auch für interessante redaktionelle Inhalte im Web zu bezahlen, wenn sie einen angemessenen Preis haben und sich bequem abrechnen lassen“, so Berg. Laut der Umfrage geben 17 Prozent der befragten Internetnutzer Geld für einzelnen journalistische Beiträge aus – weitere 17 Prozent zahlen einen monatlichen Betrag in Form von Abonnements, die im Durchschnitt 13,60 Euro pro Monat kosten. Dabei haben Bezahlmodelle für spezielle Online-Nachrichten, -Reportagen, -Interviews oder -Kommentare ihr Potential noch lange nicht ausgeschöpft: Mit 31 Prozent ist fast jeder dritte Befragte, der noch kein Geld für entsprechende Inhalte ausgibt, grundsätzlich aber dazu bereit. Das entspricht knapp 12 Millionen potentiellen Kunden.

Die Mehrheit (61 Prozent) der heutigen Nichtzahler will jedoch auch weiterhin kein Geld für redaktionelle Inhalte ausgeben, weitere acht Prozent sind noch unentschlossen. Grund der fehlenden Zahlungsbereitschaft sei das ausreichende, kostenlose Angebot von Inhalten im Internet. 44 Prozent der Nichtzahler sind der Meinung, dass die Qualität des Angebots keine Bezahlung rechtfertige, für 34 Prozent sind die Preise der Artikel oder Abos zu teuer und 32 Prozent finden die Bezahlung im Internet zu kompliziert.

Bezahlschranken werden für Online-Medien immer attraktiver. Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) nutzen aktuell 74 Websites von Zeitungen entsprechende Abrechnungsmodelle. Dabei ist vor allem das so genannte Freemium-Modell beliebt, bei dem die Redaktionen selbst entscheiden, welche Inhalte kostenlos sind und welche nicht. Beim Meetered-Modell ist eine bestimmte Anzahl an Artikeln kostenlos – erst bei Überschreitung dieser Anzahl muss gezahlt werden. Beim letzten Modell, den so genannten „harten Bezahlschranken“ sind sämtliche Inhalte kostenpflichtig.

(via)

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Marco Schürmann

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