GIFs sind nicht totzukriegen: Neue Animationslösungen für das Uralt-Bildformat

7. Februar 2014, 16:37 Uhr | Archiv

Seit 1987 gibt es das Graphic Interchange Format (GIF), als erstes Farbbildformat eingeführt vom damaligen Online-Dienst CompuServe. Schon in den 1980ern konnte es – wie bei einem Daumenkino – auch animiert darstellen. Fast drei Jahrzehnte später entdecken kreative Anwender immer noch neue Effekte.

 

Cinemagraphs

Quelle: flickr / ondinec

Quelle: flickr / ondinec

So ist unter dem Begriff „Cinemagraphs“ eine Spielart des animierten GIFs beliebt geworden, bei der es im Gegensatz zu den oft mit GIF assoziierten Zappelgrafiken betont ruhig zugeht. Bei Cinemagraphs sind nur kleine Bereiche des GIFs animiert, der Rest der Bildfläche wirkt wie ein Standbild. Thomas Trümmer hat dazu im Blog der Onlinedruckerei Saxoprint (unsere erste Verbindung zu Print) einen schönen Beitrag samt ausführlichem Photoshop-Tutotial verfasst. Neben den dort gezeigten Beispielen sind auch hier und hier sehenswerte Exemplare dieser GIF-Gattung als Beispiel zu finden.

 

3D-Tiefeneffekt-GIFs

Diese Spielart setzt zwei Kniffe ein, um in einer GIF-Animation einen 3D-Effekt zu erzielen: Tiefen(un)schärfe und Hilfsbalken. Durch Kombination eines unscharfen oder unscharf werdenden Hintergrunds mit in der Regel zwei Trennbalken zur Unterstützung des visuellen Tricks springt das Objekt regelrecht aus dem Bild heraus. Das zappelt als Endlos-Loop zwar wie die alten GIF-Banner, ist aber trotzdem sehenswert. Dahinter steckt noch etwas mehr Arbeit als bei den Cinemagraphs, bei geeigneten Motiven ist das Ergebnis aber durchaus sehenswert. Der Bezug zu Print: Diese Technik wurde tatsächlich in den 1920er Jahren zuerst für Werbeplakate entwickelt, um sie noch auffälliger zu machen. Der 3D-Effekt funktioniert also auch durchaus als (gedrucktes) Standbild.

Lentikulardruck aus animierten GIFs

Quelle: gifpop.io

Quelle: gifpop.io

Und auch das gibt es: Ein New Yorker Startup namens Gifpop hat im Herbst 2013 einen Onlineprintshop eröffnet, der aus animierten GIFs Lentikulardrucke erstellt. Kunden können ihre eigenen animierten GIFs hochladen oder aus einer Edition von Werken beteiligter Künstler wählen. Die Wackelbilder funktionieren am besten im kleinen Format, also etwa Postkartengröße. Gedruckt wird mit bis zu zehn Animations-frames (Einzelbilder) und die maximale Auflösung liegt bei 1500 mal 1500 Pixel.

Abschließender Tipp: GIFs können nur bis zu 256 Farben aufnehmen, was insbesondere verlaufende Farbflächen schnell unschön abgestuft aussehen lässt. Deshalb sollte man auf jeden Fall GIFs mit einer eigenen, optimierten Farbtabelle erzeugen. Wie das beispielsweise mit Photoshop geht, beschreibt dieses Drweb-Tutorial.

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