Der Markt für Rollen/Karten/Brettspiele – ein wenig beachtetes Online Print Geschäft

1. April 2014, 13:15 Uhr | Hintergrund, Meinung

Es gibt unglaublich viele vertikale Märkte, in die sich E-Business Print gut adressieren lässt. Exemplarisch möchte ich heute einmal den Onlinedruckmarkt für Fans von Spielen vorstellen. Insbesondere Rollenspiele sowie Brett- und Kartenspiele sind ein interessantes Feld für Online Print Produkte.

Ein Blick auf Crowdfunding-Plattformen beispielsweise zeigt ständig eine ganze Anzahl aktuell zu finanzierender Spieleprojekte, in denen ein guter Teil Druckprodukte steckt. Während ich diese Zeilen schreibe, sind alleine auf Kickstarter fast 500 Game-Projekte in der Finanzierung. Zwar ist die Mehrzahl davon in reiner Software-Form, aber etliche Projekte sind Brett- und Kartenspiele sowie Print-Material für RPG (Rolllenspiele). Wer druckt es? Hier liegen Chancen für Online Print Dienstleister, die bereits jetzt auch im Bereich 3D-Druck liegen, beispielsweise mit personalisierten Spielfiguren.

Dieses Druckprodukt sammelte bei Kickstarter fast eine Millionen US-Dollar an Finanzierung ein. (Bild: CoolMiniOrNot)

Dieses Druckprodukt sammelte bei Kickstarter fast eine Millionen US-Dollar an Finanzierung ein. (Bild: CoolMiniOrNot)

„Klassische“ Online-Druckdienstleister vornehmlich aus dem Fotofinishing haben diesen Markt erst im Ansatz ins Portfolio aufgenommen und bieten etwa personalisierbare Fotopuzzles (etwa fotopuzzle.de) oder Spielkarten (wie bei meinspiel.de) an. Auch der bekannte Spiele-Hersteller Ravensburger ist mit seinem eigenen Online-Shop myRavensburger im Rennen. Meiner Meinung nach ist das alles noch ausbaufähig.

Zipperkopf_NeutralFreundlich

„Klassische“ Online-Druckdienstleister haben den Games-Markt erst im Ansatz ins Portfolio aufgenommen.
– Bernd Zipper

Die Ludufactor GmbH versucht sich mit luudoo.de als Plattform für personalisierbare Markenspiele und auch für solche, die vom Anwender selber entworfen werden. Mit an Bord sind Spiele-Klassiker verschiedener Spiele-Verlage, aber auch bereits ein Service zum Erzeugen von 3D-Spielfiguren nach einer einzigen Fotovorlage. Die Firma entstand selber mit Hilfe von Crowdfunding und hatte ihren ersten Personalisierungs-Kunden im Mai 2012. International ist The Game Crafter schon länger bekannt und setzt erfolgreich auf die Pflege seiner Community. Und dann gibt es noch den schier unübersichtlichen Verlagsmarkt für Rollenspiel-Literatur – ein ideales Segment für Print-on-demand-Dienstleistungen. Ein Beispiel für die Fülle an Spiel-, Begleit- und Reprint-Literatur ist der F-Shop von Ulisses Spiele.

Nach meinem Eindruck haben sich schon einige in diesem Marktsegment des Mass Customization ausprobiert, es sind aber bislang nur einige auch wirtschaftlich überzeugende Geschäftsmodelle entstanden. Was wenig wundert, da die meisten Businesses aus einem Hobby erwachsen sind und eher überschaubar klein blieben. Im deutschsprachigen Markt sehe ich da noch locker Potential für drei bis vier Plattformen. Entscheidend dabei: Ein gut funktionierender Online Shop mit überzeugenden Personalisierungsoptionen, der Aufbau einer Community und Partner, Partner, Partner.

Und noch etwas ist faszinierend: Bei aller Internetbegeisterung, bei aller Hingabe der Kids in Richtung Mobile – ein individuelles Puzzle hat wohl doch noch einen besonderen Reiz. Ich glaube man nennt es Haptik.

Über den Autor

0 Kommentare


Was meinen Sie zu diesem Thema?

Wir freuen uns über Ihren Kommentar.

Schreibe einen Kommentar

* Pflichtangaben; Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
 

Copyright

Copyright 2015 Bernd Zipper, zipcon consulting GmbH

Archiv