Unsortierte Links zum Wochenende: Digitale Sparstrategie, frische E-Mail-Ware, noch genauer, Zählweise, (k)ein Aprilscherz

4. April 2014, 10:58 Uhr | Hot/Flop, Neues

Die unsortierten und vielleicht auch interessanten, unterhaltsamen, nützlichen Links zum Wochenende sind „random“ und rund um das Thema Print und Online. Heute: FR Digital führt Zweiklassengesellschaft ein, schon wieder – bitte alle Passwörter ändern, die Zeit – noch genauer, Sensation – Messestandpersonal besucht Messe, ich weiss, was du willst – hier ist es schon mal.

Mediengerecht ab jetzt nur auf iPad: FR Digital. (Bild: fr-tablet.de)

Mediengerecht ab jetzt nur auf iPad: FR Digital. (Bild: fr-tablet.de)

Seltsame Digital-Publishing-Strategie bei der Frankfurter Rundschau: Ab heute gibt es die als Referenz (European Newspaper Award) geltende FR Digital aufgewertet für das iPad und abgewertet für Android-Tablets. Wer die digitale Tageszeitung auf dem iPad lesen will, bekommt jetzt nicht nur die bisherige Online-Aufbereitung in der App, sondern auch zusätzlich die komplette aktuelle Print-Ausgabe im Original-Layout. Unterm Strich also mehr Inhalt und in der App die mediengerechte Aufbereitung und Navigation. Anders hingegen bei Android-Tablets: Für die Geräte mit dem Google-OS wird die App einfach eingestellt. Digitalleser erhalten zukünftig dafür ein schnödes E-Paper. Mediengerechte Aufbereitung und Navigation adé. Hintergrund sind die den FR-Angaben nach andauernden technischen Schwierigkeiten, mit denen die FR bei ihrer App-Ausgabe für Android zu kämpfen hatte. Die App in bislang beiden Versionen wird mit Adobe Digital Publishing Suite (DPS) erstellt – liegt es also an der DPS? Zugegeben, das geschlossene Ökosystem von Apples iOS macht es leichter, aber andere Digitalpublikationen sind nicht an einem Unvermögen von DPS mit den Android-Versionen gescheitert. Auch die neue Preisgestaltung kann ich nur kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen. Das E-Paper ist nun teurer. (Sehr ausführlich wird dieser „strategische Zug“ von Martin Krauß beleuchtet.)

Frische E-mail-Ware aufgefunden: Die Meldung wird heute die Online-News rauf und runter gejagt, der Focus weiß sogar von einem Daten-GAU, ja Sex und Crime ziehen auch im Internet – und ziehen Kriminelle an. Die jetzt aufgefundenen 18 Millionen Datensätze an deutschen E-mail-Adressen samt zugehöriger Zugangs-Passwörter sind „gute Ware“, weil offenbar noch frisch. Dieses mal will das BSI erst nächste Woche wieder mit seinem Check-Dienst aktiv werden, der vor einiger Zeit schon einmal gut besucht war. Na dann: Fröhliches Passwortwechseln…

NIST-Physiker Steve Jefferts (vorne) und Tom Heavner mit der NIST-F2 Atomuhr (Bild: NIST)

NIST-Physiker Steve Jefferts (vorne) und Tom Heavner mit der NIST-F2 Atomuhr (Bild: NIST)

Die Zeit? Gibt es jetzt noch genauer mit der Atomuhr NIST-F2. Das Ding geht in 300 Millionen Jahren keine Sekunde nach oder vor, müsste aber solange auf minus 193° Celsius heruntergekühlt bleiben. Der Praxisbezug für Online ist der, dass die NIST-Zeit als Internet Time Service eingesetzt wird. Und auch viele andere Zeitsynchroniserungen im Mobilfunk, bei GPS und in der Industrie hängen daran.

Trevor Crawford hat den Messeveranstalter Informa Exhibitions verlassen. Crawford war zuständig für die IPEX 2014, und die hat gegenüber 2010 um die 60 Prozent an Besuchern verloren. In einer Meldung hatte dann auch noch der Messeveranstalter die Zahlen beschönigt, indem die Stand-Mitarbeiter der Messeaussteller mitgezählt wurden. Insgesamt war die Messe also nicht die erhoffte Neuausrichtung, wie ich schon abgesehen habe.

Bessere Aussichten scheint die FESPA Digital 2014 zu haben. Der Veranstalter meldet gerade, dass die Ausstellerfläche ausverkauft ist. 450 Aussteller stellen sich vom 20. bis 23. Mai in München dem Publikum – bei 20 Prozent mehr Messefläche als letztesmal noch in Hamburg. Soweit ich aus dem Kopf jetzt mal schnell zusammenzähle, gibt es im Mai auch tatsächlich eine zweistellige Zahl an Produktneuheiten zu sehen.

 

Ich komme auch ungefragt.

Ich komme auch ungefragt.

Also das hier hielt ich zunächst für einen Aprilscherz: Zum 1.4. hat Lieferservice.de die voraussehende Lieferung noch vor der Pizza-Bestellung angekündigt. Wer mehr als zweimal im Monat zu einer ähnlichen Uhrzeit Ähnliches bestellt hat, ist automatisch dabei. Dann steht der Pizzabote ungefragt vor der Tür. Die Internet World Business hat nachgefragt und ist sich sicher, es ist kein Aprilscherz. Ich bin mir da immer noch nicht so sicher. Aber antizipierende Services sind ja bereits länger im Gespräch, beispielsweise bei Amazon. Onlinedruckservices, aufgepasst! Eurem Kunden gehen die Visitenkarten regelmäßig aus? Einfach ungefragt nachdrucken und -schicken. Sollte er zwischenzeitlich befördert worden sein, wird das natürlich berücksichtigt.

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