Diese Firma macht Papier zum Touch-Gerät

29. April 2014, 10:17 Uhr | Hot/Flop, Neues, Technik

Printed electronics hat ja meist eher technische Applikationen, aber das was die britische Firma Novalia macht, geht mehr in Richtung Design und Audio. Das ist Druck zum Anfassen, und die Interaktivität wird dem Papier dabei mit einer – fast normalen – Druckfarbe beigebracht.

Das "Touch"-Papier von Novalia: Rechts die Papierschicht mit der aufgedruckten und kapazitiven Elektronik. (Abb.: Novalia)

Das „Touch“-Papier von Novalia: Rechts die Papierschicht mit der aufgedruckten und kapazitiven Elektronik. (Abb.: Novalia)

Die Firma Novalia ist ein kleines Team aus Cambridge und besteht aus Forschern, Designern und Programmierern. Der Standort Cambridge ist bedeutend für Novalia, denn an der Cambridge University besteht auch eine Forschungseinrichtung zu Graphen, dem Material, über das ich erst vor kurzem geschrieben habe. Die Firma möchte statt einem drögen technischen Ansatz lieber printed electronic für Künstler, Musiker und andere Kreative entwickeln und hat bereits mit mehreren Projekten zu interaktivem Papier auf sich aufmerksam gemacht. Der Kopf der Firma, Kate Stone, konnte auch schon auf einer TED Conference auftreten und dort ein gedrucktes DJ-Set vorführen.

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Das Besondere an der Arbeit von Novalia ist, wie sie die digitale Welt und die physikalische Welt zusammenbringen – eben nicht in einem Elektronikgerät mit Display, sondern über good old paper.
– Bernd Zipper

Das jüngste Beispiel aus der Produktion von Novalia ist in Zusammenarbeit mit der Kreativagentur Grey London entstanden. Unter der gedruckten Grafik eines Posters befindet sich printed electronics und auf Berührung des Motivs sendet das touch-fähige (!) Druckprodukt ein Signal, das via Bluetooth auf Geräten wie Smartphones oder Tablets Musik abspielt und mehr. Bei „The Sound Of Taste: Feel Flavour“ ging es dem Auftraggeber, der Gewürzfirma Schwartz, und der Kreativagentur darum, „den Geschmack von Gewürzen zu dramatisieren“. Das Video zeigt die Umsetzung:

Novalia stellt seine leitfähige Druckfarbe, die ihre Leitfähigkeit bei Berührung verändert, selber her. Wenn man sich die Druckprozesse dazu ansieht, wird klar, dass eine Produktion in höheren Auflagen noch nicht verwirklicht wird, aber erste kommerzielle Anwendungen wie eben obige sind bereits möglich. Das Interessante für mich ist dabei, wie Novalia bereits vorhandene Technologien wie Bluetooth, printed electronics und herkömmliche Druckverfahren zusammenbringt. Der Witz ist aber das kapazitive Verhalten der leitfähigen Druckfarbe. Angesichts der Miniaturisierung und des geringeren Energiebedarfs von Bluetooth Smart (Stichworte: Beacons, BLE) steckt in den Anwendungen von Novalia also noch viel Potential.

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