Rot sehen, Bienenfleiß bei Prinovis, Druckerschwärze atmen, Prokrastination

20. Juni 2014, 16:14 Uhr | Hot/Flop, Neues

Bevor wir uns am Wochenende auf den Welttag des öffentlichen Dienstes am Montag, den 23.6. einstellen, gibt es hier wieder die gemischten Links der Woche. Und, versprochen, dieses Mal kein Wort von der Fußball-WM, bei der jetzt 56% der Deutschen an einen Turniersieg ihrer Mannschaft glauben, der volkswirtschaftliche Schaden durch krankfeiernde Fans eine halbe Milliarde Euro anrichten und die Rechnung dennoch für Brasilien aufgehen soll. Wie gesagt, kein Wort dazu. Dafür ziehe ich jetzt die rote Karte:

We gehören die Farben Rot und Gelb? (Abb. wikimedia, cc)

Wem gehören die Farben Rot und Gelb? (Abb. wikimedia, cc)

„Rot HKS 13“ ist ein sehr gebräuchliches Rot (so in etwa M100, Y95) und die Farbe der deutschen Sparkassen. Die müssen jetzt wieder um ihre Markenfarbe kämpfen, wie viele Medien melden. Hätten die Sparkassen vor Jahrzehnten für ihre Markenfarbe keine in der Druckindustrie übliche Skalenfarbe gewählt, wäre das sicher einfacher. Aktuell ringt auch Langenscheidt um „sein“ Gelb. Mehr dazu, einschließlich eines Unternehmensfarbentests für die Leser, gibt es in diesem FAZ-Beitrag.

Uups, Kunde schickt eine InDesign-Datei einer neueren Programmversion, als ich sie habe. Jetzt will ich ihn nicht bitten, die Datei nochmal im IDML-Austauschformat zu speichern. Was tun? Dafür bietet Konzept-iX nun einen kostenfreien Service namens „InDesign SaveBack“ an. Hier werden InDD-Dateien hochgeladen, vom Onlineservice in das IDML-Format konvertiert, welche dann für 48 Stunden via E-mail-Benachrichtigung als download-link bereitstehen. Hinter dem Service steht der Servermanager iXentric, der die Konvertierungsjobs auf vorhandene InDesign-Server verteilt. Ein netter Service (und gleichzeitig macht Konzept-iX damit auch ein wenig Werbung für sich). Ach ja, die Firma ist auch in unserer EPOS Studie (www.epos-studie.de) als Lösungsanbieter vertreten.

Der Axel Springer Verlag, der ja bekanntermaßen Google nicht sooo sehr mag, hat einen 20prozentigen Anteil an der französischen Suchmaschine Qwant.com erworben. Über diese Suchmaschine habe ich erst im Februar hier berichtet und seitdem hat sich eigentlich nichts daran geändert. Halt, doch eines: Die Top Level Domain qwant.de gehört nach wie vor einem Domain-Händler, nur inzwischen einem anderen.

(Abb. PollyDot, pixabay, cc)

(Abb. PollyDot, pixabay, cc)

Die Ahrensburger Druckerei Prinovis, die ja jüngst den Druckauftrag des Magazins Spiegel verloren hat, diversifiziert ihre Produktion.

So was von lebensnah: „Auf der Suche nach Technikleiter Armin Fitte betraten Hartmann und Deger die Druckhalle des Unternehmens. Große silberne Lüftungsrohre hingen von der Decke. Sie saugten während des Druckens die schlechte Luft ab, die Arbeiter atmeten dadurch nicht so viel Druckerschwärze ein.“ Das ist ein Zitat aus einer fiktiven Fallstudie des Harvard Business Manager über die existenzbedrohte Druckerei Gutdruck. Schuldig sind dabei die Billigkonkurrenz und die Onlinedruckereien. Zum Schluss gibt es noch drei Expertenkommentare, und die sind schon das Lesenswerteste („steckt in der Commodity-Falle“).

Das ist quasi ein Meta-Link-Link zum Wochenende. Es geht um Prokrastination (ein echtes In-Wort), also im Klartext um Verzögerung, Unnotwendigem und Kontraproduktives. So etwas braucht natürlich auch Content, genauer Ablenkungsinhalte. Das hat Andreas Weck von t3n ziemlich beschäftigt und er hat jetzt eine kuratierte Liste „empfehlenswerter“ Prokrastinations-Websites veröffentlicht. Nun, am Wochenende kann man es sich ja mal ansehen. Wer vor lauter Prokrastination aber am Sonntagabend noch nicht mal rechtzeitig ins Bett kommt, damit er tags darauf wieder das Bruttosozialprodukt steigern kann, sollte sich als Betthupferl vielleicht noch diesen Link zu Gemüte führen.

Das Letzte: Twitter hat GIF für sich entdeckt. Das brachte dem Twitter-Kanal von beyond-print.de mit einem Tweet, der dies illustriert, eine außergewöhnlich hohe Retweet-Zahl ein.

Man kann also nun GIFs, auch animierte, in Twitter hochladen. Technisch passiert dabei, dass Twitter das GIF-Format in das MP4-Format wandelt (damit das auch mit den animierten GIFs klappt) und die maximale Dateigröße dafür liegt anscheinend bei 3 MB. Auch Facebook mag jetzt GIFs (auch animierte), aber nicht in der Timeline, sondern nur im Chat und Direktnachrichten. Die Timeline soll wohl ein langer, ruhiger Strom sein und nicht herumzappeln.

 

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