Finanzspritze für Landa Digital Printing – Altana sichert sich zukünftiges Farbengeschäft

25. Juni 2014, 15:57 Uhr | Meinung, Neues

100 Millionen Euro – mit dieser Investition beteiligt sich der Spezialchemiekonzern Altana an der Digitaldruckabteilung von Landa Nano. Damit ist nun ein deutsches Unternehmen bei der Firma von Digitaldruck-Pionier Benny Landa mit an Bord. Ausdrücklich erfolgt die Investition mit Hinblick auf die Entwicklung der Landa-Nanopartikelfarben. Mit der Finanzspritze in Form einer Minderheitsbeteiligung sichert sich Landa die Weiterentwicklung der Druckmaschinen und kann die Produktionskapazitäten für die Nano-Ink-Tinten aufbauen.

Im Gegenzug wird Altana langfristiger strategischer Partner. Der Chemiekonzern hat da auch einen passenden Geschäftsbereich, denn zu seinen Produkten gehören auch Speziallacke, Metallic-Druckfarben, Additive und Effektpigmente. Altana ist bei einem Umsatz von 1,7 Milliarden Euro sehr profitabel und könnte diese Investition leicht riskieren. Zwischen den Zeilen sehe ich in dieser Nachricht wichtige Zeichen:

  • Landa Digital Printing hat nun seine Farbentwicklung im Griff und produktionstauglich gemacht. Gegenteilige Gerüchte gab es dazu noch vor wenigen Monaten.
  • Das Kernstück der Nanography-Technologie bleibt bei Landa – wer da bei Entwicklung und Vertrieb eine Partnerschaft eingehen kann, sichert sich ein exklusives Geschäft.
  • Landa Digital Printing und Altana dürften jetzt schon über die Entwicklung von Spezialdruckfarben sowie Veredelungsoptionen nachdenken.

Da Benny Landa mit seinen Maschinen zuerst den Verpackungsdruckmarkt aufrollen will, kommt diese Partnerschaft meiner Ansicht nach noch rechtzeitig zustande. Denn dieses Marktsegment kommt kaum nur mit Prozessdruckfarben aus – auch wenn dies im Falle Landa Nano bis zu acht an der Zahl sein sollen. Ob nun auch der angekündigte Roll-out der ersten Digitaldruckmaschinen für den Faltschachteldruck im letzten Quartal diesen Jahres stattfinden wird, steht allerdings auf einem anderen Blatt (Update 27.6.: Inzwischen plant Landa erste Auslieferungen für die erste Jahreshälfte 2015). Sicher scheint mir, dass diese Prototypen schon in der Fertigung und Vorerprobung sind. Mehr dazu könnten sicherlich die „beta candidates“ erzählen – erst im Mai waren beispielsweise Elanders Deutschland und Cewe Color bei Landas Fertigung vor Ort. Eher skeptisch bin ich jedoch, ob es überhaupt noch vor der drupa 2016 irgendwo auf der Welt eine produzierende Landa-Nanography-Maschine geben wird.

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