Pilz-Druck, karges Brot und zweimal Skandinavien

27. Juni 2014, 14:16 Uhr | Meinung, Neues

Der Link-Mix zum Wochenende – aber zunächst einmal Klatsch. Bei DuMont gibt es jetzt mit Thilo Knott einen „Chefredakteur für digitale Transformation“, berichtet Meedia. Eine glasklare Positionierung, um Print und Online nicht so sehr zu trennen. Da dürfte dann eine Kapuzenpulliträgeraffäre gar nicht auftauchen. Überraschung: R&B-Superstar Rihanna twittert unter @rihanna für Deutschland bzw. den deutschen Fußball. Der bleibt vor Suárez ja vorläufig verschont, da er nun für vier Monate gesperrt ist. Laut Gerüchten soll er sich danach beim FC Barcelona durchbeißen. Noch etwas zur WM: Es gibt eine Warnung vor Fanschminke aus China. 14 von 14 untersuchten Proben hatte das Verbraucherschutzministerium in Baden-Württemberg zu beanstanden. Jetzt aber zu den Links:

Chili Publish, die belgische Firma hinter dem Online Editor Chili Publisher, ruft zu einem Ideenwettbewerb dazu auf, wie und wofür man den Editor für eine Lösung einsetzen kann. Zu gewinnen gibt es zwei Eintrittskarten zu einem Event der Firma am 27. Juli. Worum es bei diesem Event geht, mag Chili Publish „aus rechtlichen Gründen“ aber nicht verraten. (Nun, noch beruht der Editor auf der Flex-Technologie…) Auch wer sich nicht am Wettbewerb beteiligen mag, es lohnt ein Blick auf die Einreichungen, denn die werden alle veröffentlicht.

Im Onlineprint-Geschäft gibt es einen Bereich, der schon seit längerem von einem Konzentrationsprozess betroffen ist. Das digitale Fotofinishing ist diesen Monat mit gleich zwei Übernahmen in Europa dabei aufgefallen. Die Vistaprint-Tochter Albumprinters übernimmt die skandinavische Firma FotoKnudsen und Fotoinsight aus Cambridge kaufte sich die Websites der deutsch-britische Firma printing-1. Fotoinsight war 2006 der erste britische Partner, der die Cewe-Fotobuch-Software einsetzte. Alle sieben Landessprachen von printing-1 werden bereits auf Fotoinsight umgeleitet.

Das fand ich absehbar: Handy-Hüllen, mit eigenen oder selbstgewählten Motiven bedruckt, sind ein lohnender Markt. Und nun finden erste POS-Lösungen von Case Station, erst jüngst auf dem Mobile World Congress in Barcelona vorgestellt, ihren Weg in den Handel. In Kooperation mit Fujifilm werden zunächst in Großbritannien 1400 Retailer mit den POS-Handyhüllen-Druckstationen ausgestattet. Produziert wird mit D10 NanoPress Thormasublimationsdruckern von IDT Systems, die für den Bedruck einer Handyhülle 2,5 Minuten benötigen. Case Station wird auch als White-Label-Lösung für Onlineshops angeboten.

Wer einen Onlineshop betreibt und den internationalisieren will, sollte sich überlegen, ob er nicht auf skandinavische Sprachen setzen sollte. Denn jeder vierte Skandinavier kauft in deutschen Onlineshops ein. Das fand eine Studie (PDF-Link) des Logistikunternehmens Postnord heraus. Bei gut 4,8 Milliarden Euro E-Commerce-Umsatz im ersten Quartal 2014 gingen damit 1,2 Milliarden Euro nach Deutschland. Mit der Sprachanpassung kann man sich aber Zeit lassen, denn online gekauft wird vorwiegend während der langen Winter – und jetzt ist Midsommer, in dem gefühlt alle Skandinavier bei Schwedenkrimi-Verfilmungen vor der Kamera stehen.

494 Euro verdienen Selfpublisher aktuell durchschnittlich pro Monat, so ein Ergebnis einer Studie von selfpublisherbibel.de, an der sich 851 Autoren beteiligten. Das ist gar nicht mal so schlecht, wenn man das mit den Honoraren vergleicht, die Autoren von Fachbüchern bei Print-Verlagen erzielen. Die Durchschnittsverkäufe dort liegen deutlich unter 2000 Exemplaren und oftmals entspricht die Autorenvergütung nicht einmal 5 Prozent des Ladenpreises. Beispiel? Ladenpreis: 40 Euro, minus Mehrwertsteuer 37,20. 1400 verkaufte Exemplare bringen bei 5% dann 2600 Euro ein. Saß der Autor vier Monate an seinem Werk (bei Fachbüchern eher Normalität statt Ausnahme), kommt er auf 650 Euro pro Monat Arbeitszeit. Karges Brot bleibt es dennoch, ob Selfpublisher oder klassischer Verlagsautor.

Hotelkunden dürfen sich bei der Lindner-Kette jetzt auch digital beschweren.

Hotelkunden dürfen sich bei der Lindner-Kette jetzt auch digital beschweren.

Unten die Rezeption, oben auf dem Zimmer der Gast. Bisher kommunizieren sie miteinander per Telefon oder face-to-face. Die Hotelkette Lindner Hotels hat nun die Gästekommunikation digitalisiert und setzt das Tool iFeedback ein. „Mit dem digitalen Qualitätsmanagement-Tool können die Gäste über ein Terminal in der Hotellobby, über ihr Smartphone oder das Internet ihre Bewertung und Wünsche äußern. Dieses Feedback kommt sofort als E-Mail beim Hotelmanagement an. Fehlt im Zimmer zum Beispiel ein Bademantel, kann der Service direkt reagieren.“ Aha, das bedeutet also, dass der Service auf E-Mails schneller reagiert als am Telefon.

Pilz statt Plastik: Möglicherweise ist das 3D-Druckmaterial der Zukunft organisch – und aus Pilzgewebe. Ein Künstler hat ein solches Verfahren entwickelt. Ich frage mich nur, ob man die 3D-Druckobjekte auch essen kann…

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