Ein Druckzulieferer, der für Investoren attraktiv ist

14. Juli 2014, 13:52 Uhr | Meinung, Neues

Die niederländische Firma SPG Prints wurde von der Investmentfirma Investcorp aus Bahrain für 240 Millionen Euro übernommen. Das halte ich für eine bemerkenswerte Nachricht in Zeiten, in denen Druckmaschinenhersteller und andere Zulieferer mit Verlusten kämpfen, sich gesundschrumpfen und neu aufstellen müssen. Was ist nun an SPG Prints, die bis November 2013 noch Stork Prints hieß, so interessant, dass ein Investor, dessen eigene Kunden die Investmentpakete attraktiv finden müssen, die Firma übernimmt?

SPG Prints stellt traditionell Systeme und Materialien für den Rotationssiebdruck und den Etikettendruck her und ist auch bei Gravurprodukten engagiert. Für die Benelux-Region typisch ist SPG Prints eine Größe im Textildruck. Daneben gibt es auch Ableger namens Veco, der Präzisionsmetallprodukte herstellt. Betrachtet man den Markt der grafischen Industrie, zeigt sich SPG Prints vor allem in den Bereichen industrieller Druck, Labels, Verpackungsdruck, Sicherheitsmerkmale sowie Printed Electronics aktiv.

Unter den Technologien von SPG Prints stand für den neuen Inhaber Investcorp aber der Digital-Bereich im Fokus, sprich Inkjetsysteme und -materialien. Beim Etikettendruck ist dies das modulare DSI-Labeldrucksystem, das mit UV-Inkjet arbeitet. Gerade erst hat die Firma EKS-Label aus Nordrhein-Westfalen ein Achtfarben-DSI-Labeldrucksystem erworben. Zudem digitaliserte sich Stork/SPG Prints schon früh im Textildruck, hat dort eigene Drucksysteme und vor allem Digitaldrucktinten für eine ganze Reihe von Textilien und anderer Bedruckmaterialien.

Zipperkopf_Zufrieden
Warum SPG Prints interessant ist? Die Firma ist in gleich mehreren Wachstumsfeldern der Druckbranche aktiv.
– Bernd Zipper

Zusammen betrachtet ist SPG Prints in mehreren Wachstumsmärkten aktiv: allgemein der Inkjet-Digitaldruck, der Sektor Verpackungsdruck, Labels und Printed Electronics. Auch das Standbein im Textildruck scheint mir attraktiv. Auch hier geht der Trend hin zu kleineren Serien, was wiederum dem Einsatz von Digitaldruck/Inkjet entgegen kommt. Möglicherweise sehen wir in nächster Zukunft auch im Textildruckmarkt mehr E-Business Modelle entstehen. Bislang ist das Onlinegeschäft bei Textildruckdienstleistern noch relativ bescheiden.

Der vorige Eigner von SPG Prints war übrigens die Private Equity Firma Bencis Capital Partners. Und die ist in der grafischen Industrie in Benelux kein Unbekannter. Erst letztes Jahr hatte Bencis die Mehrheit der Xeikon-Aktien übernommen und seinen Anteil fortan ausgebaut. Dieses Jahr wurde dann der Börsenhandel von Xeikon-Aktien beendet.

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