News-Update: 9-Stunden-Lieferung, bye bye Service Point, EFI adressiert Marketing-Entscheider

28. Juli 2014, 12:27 Uhr | Neues

Von wegen Sommerloch, das tat sich die letzten Tage: Die Online-Druckerei Flyeralarm führt die Same-Day-Lieferung ein. Die neue Lieferoption wird zunächst für Flyer und Visitenkarten in 300 Gramm Papierstärke in einer Auflage von 250 Exemplaren angeboten. Geliefert wird innerhalb von 9 Stunden, wenn der Druckauftrag samt Druckdaten bis 9:00 Uhr morgens im Onlineshop eingegangen ist. Und geliefert wird nicht an die Haustür, sondern zur Abholung an einen der Flyeralarm-Stores in Berlin, München, Frankfurt, Düsseldorf, Dresden, Stuttgart, Nürnberg und Würzburg. Das Angebot wird weiter ausgebaut, als nächstes werden weitere Papierstärken hinzukommen. Flyeralarm nutzt die etwas ruhigere Sommerferienzeit augenscheinlich als Einführungsphase.

Der insolvente Digitaldruck- und Reprotechnik-Dienstleister Service Point SA aus Barcelona, der einst in seinem Segment europaweit als Nummer 1 tätig war, ist nun von der irischen Firma Paragon Group übernommen worden. Damit hat Paragon nun weitere Standorte in Norwegen, Schweden, England, Holland, Belgien und Spanien. Der deutsche Fotobuchproduzent Koebcke, von Service Point nach eigener Insolvenz kontrolliert, wurde bereits im April 2014 vom Onlineprint-Unternehmen mimeo übernommen. Dabei soll nun der Name Koebcke entgültig verschwinden. Die vorhandenen Standorte und Maschinen will mimeo zum Ausbau seines Onlineprintgeschäfts in Zentraleuropa nutzen, wobei der Berliner Standort Produktionsstandort werden soll. Die großen Copyshop- und Reprografieketten stehen seit Jahren in einem Preiswettbewerb, gehen von einer Pleite in die andere und versuchen sich zugleich in neuen Märkten und Vertriebswegen, beispielsweise im E-Business Print. Nun versprechen sich die neuen Eigner eine Erweiterung ihrer Geschäftsfelder, bei Paragon vornehmlich im Large Format Print, bei mimeo im Bereich Fotobücher.

Bei den MIS/ERP-Anbietern war EFI ja schon lange auf Einkaufstour (ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Alphagraph, GamSys, Lector, Metrics Sistemas, Pace Systems, printLeader, Prism, Rhapso, Technique). Letzte Woche übernahm EFI nun einen Anbieter, der die Kunden von Druckdienstleistern direkt anspricht: DirectSmile. Das Softwarehaus aus Berlin hat einen Schwerpunkt bei der automatisierten Bildpersonalisierung in Crossmedia-Kampagnen, ergo sind die Kunden vornehmlich bei Agenturen und Marketingabteilungen zu finden. Die DirectSmile-Lösungen werden weiter selbstständig angeboten sowie in EFI Digital StoreFront integriert. Auch im Marketing sind Web-to-Print-Lösungen ein wachsendes Segment, was wir auch immer wieder an den in der EPOS Studie gelisteten Softwarelösungen feststellen können. Für Druckdienstleister stellt sich dabei wiederum die Frage, ob sie ihren Kunden selber solche Marketingautomatisierungslösungen anbieten wollen oder nur darauf hoffen, hier vielleicht Procurement-Partner zu sein…

Im E-Business Print werden wir zunehmend in Onlineshops und -portalen Angebote für den Verpackungsdruck sehen. Produziert werden könnte dies zukünftig beispielsweise mit dem TPF-Drucksystem, das von der Rottweiler Firma BDT Media Automation zusammen mit Fuji Dimatix und Phoseon entwickelt und im November auf der Pack Expo in Chicago erstmals zu sehen sein wird. Das UV-Digitaldruck-Komplettsystem verspricht eine hinreichende Flexibilität sowie kurze Rüstzeiten, um auch kleinauflagige Onlineprint-Angebote machen zu können.

Bei der Tonerdrucker-Größe Xerox schrumpft das Geschäft mit Drucklösungen weiter – bei den Farbdrucksystemen betrug das Minus gegenüber dem Vorjahresquartal 28 Prozent weniger Installationen. Einzig die iGen-Linie legte etwas zu.

Inkjet hingegen ist insbesondere im Verbrauchsmaterialiengeschäft noch eine Bank für Anbieter. Druckertinte für Konsumentendrucker ist ja bekanntlich pro Gewichtseinheit bzw. Volumen teurer als so manches Luxusgut. Nun greift Printweek Benny Landas Äußerung auf, dass Landa Nano Printing pro ausgelieferter Druckmaschine mit 25 Millionen US-$ Druckfarbenumsatz in einem Zeitraum von fünf Jahren rechnet.

Zu guter Letzt Schlagzeilen, die wir lesen wollen. „Happy Days for Printing Industry“, titelt der Daily Star drüben in Bangladesh anlässlich des Ramadan.

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1 Kommentar

  1. Antworten

    Thomas Wieneritsch

    29. Juli 2014

    Guten Morgen,

    "Same-Day"-Lieferungen sind nicht wirklich neu. Im Gegenteil. Bei klassischen regionalen Druckereien gehören diese schon fast zum Tagesgeschäft und heißen in der Regel "Blitzdruck" oder "Brauche-ich-aber-heute-noch"-Druck!

    Druckhaus.biz (Spät Media GmbH in Baden Baden) bietet das sogar im 4 Stunden-Zeitfenster an. In Köln (Online Druckerei Köln) gibt's das ab August auch...

    Gruß aus Köln, Thomas


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