Aufblühender Zertifikathandel, Creative-Cloud-Schnäppchen, Tour mit Hochdruck

8. August 2014, 13:22 Uhr | Meinung, Neues, Technik

Headline der Woche: „Einer britischen Investmentfirma gehört das niederländische Unternehmen, das das indische Design auf dem afrikanischen Kleid der Frau des US-Vizepräsidenten druckte“ – ich bin ja selber in der Lange-Headline-Fraktion, aber so etwas habe ich noch nicht hingekriegt. Dafür weiß ich jetzt, nachdem ich den zugehörigen Artikel von Quartz gelesen habe, alles über Wax-Printing. Diese niederländische Firma hat ein Alleinstellungsmerkmal, von dem andere träumen. Die sonstigen Links zum Wochenende erklären, warum Hoster sich jetzt die Hände reiben, wo und womit Photoshop nun auch unters Volk gebracht werden soll und wo M-Commerce dem stationären Handel mit Druckprodukten hilft. Außerdem: Ein Fahndungsaufruf.

Google macht ernst und behandelt jetzt offiziell HTTPS als ranking signal. Damit werden Websites mit SSL für das Ranking im Suchergebnis höher bewertet. Das gab Google auf seinem nicht https-gesicherten Online-Security-Blog bekannt. Bereits auf der diesjährigen Entwicklerkonferenz Google I/O im Juni hatte der Suchmaschinenriese seine Strategie „https everywhere“ angekündigt. Die erste praktische Folge wird nun sein, dass Hoster einen Run auf Angebote mit SSL-Zertifikaten erleben werden. Die kosten natürlich etwas und werden vorerst wohl nicht gerade günstiger. E-Commerce-Websites werden es aber nicht vermeiden können, in naher Zukunft auf https umzusteigen, auch wenn der Zahlungsverkehr selber schon durch SSL der Zahlungsdienstleister abgesichert ist. Laut Google seien momentan nur ein Prozent der Websites betroffen und das Signal sei niedrig angesetzt. Pikanterweise gibt es bereits von der Electronic Frontier Foundation ein Projekt namens „https everywhere“. Damit kann man besucherseitig seine Kommunikation mit vielen Websites via Browser-Plugin https-verschlüsseln. Hier übrigens das Video zum HTTPS-Everywhere-Vortrag auf der Google I/O:

Adobe fängt damit an, Creative-Cloud-Abos auch über externe Partner zu vertreiben. Seit Donnerstag gibt es ein Bundle-Angebot vom Fotografen-Portal 500px.com. Dabei wird das Fotografiepaket von Adobe (mit Photoshop CC und Lightroom) mit einem Premium-Angebot von 500px gebündelt. Das „Awsome + Adobe“ genannte Angebot lässt sich auch aus Deutschland buchen. Und ich habe mal nachgerechnet: Es kostet umgerechnet 10,30 Euro pro Monat, während Adobes Fotografiepaket alleine hierzulande auf 12,30 Euro/Monat kommt. Ich kann mir gut vorstellen, dass Adobe auch das normale Creative-Cloud-Paket bald über Partner-Vertriebswege anbieten wird.

Print-yourself-Services für Fotos im stationären Handel werden den Fotofinishern zunehmend Anteile abnehmen. In den USA beispielsweise gibt es nun eine App für Lumia-Smartphones, mit der Fotos an die Fotodruckstationen in den Filialen der Walmart-Kette geschickt werden können. Damit können Kunden die Fotoausdrucke gleich beim Einkauf mitnehmen. Das ist mal wieder ein Beispiel dafür, wie der stationäre Handel in Verbund mit M-Commerce wieder gegenhält. Das Thema wird mit location based services und Beacons in kommender Zeit noch wichtiger.

(Abb.: Paisley Dog Press)

Die selbst mir nicht ganz unbekannte Band Clap Your Hands Say Yeah hat sich für ihre aktuelle Tournee ein ungewöhnliches Plakat drucken lassen, das möglicherweise nicht nur bei Fans dieser Band Sammlerwert bekommen könnte. Es wurde im Letterpress-Verfahren bei Paisley Dog Press aus Pennsylvania gedruckt. Falls die Plakate nicht schon ausverkauft sind, kann man sie noch beim Konzert in Berlin im Postbahnhof am 6. Oktober erwerben. Letterpress, auch Hochdruck genannt, ist in Deutschland übrigens auch wieder auf dem aufsteigenden Ast und erlebt eine kleine Renaissance, auch in Zusammenhang mit E-Business Print. Demnächst werde ich darüber einen Beitrag schreiben und bin dafür für „sachdienliche Hinweise“ via Kommentar oder Kontaktformular dankbar.

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