E-Business Print: Studentendruckportale professionalisieren sich

19. August 2014, 15:42 Uhr | Neues, Technik

Das Studentenleben und der Abschluss selbigen sind für viele der Lebensabschnitt, bei dem erstmals komplexere, umfangreichere Drucksachen entstehen. Der gute alte Copyshop, von dem sich dutzende Vertreter rund um jede größere Hochschule befinden, hat zwar noch lange nicht ausgedient. Aber die hoch internet-affine Studentenkundschaft nutzt zunehmend speziell auf sie zugeschnittene Onlinedruckportale. Mein Blick auf einen angesichts der Studenten-Budgets sehr preisgetriebenen Bereich des Onlinedruckgeschäfts.

Im universitären Bereich konkurrieren die Online-Copyshops gegen günstige Angebote auf dem Campus selber. Viele Fachbereiche haben Kopiergeräte in Betrieb, die zunehmend auch Farbkopien leisten und günstige Kopiepreise haben. Und immer mehr Hochschulen betreiben gar eigene Web-to-Print-Systeme, so beispielsweise schon auf sehr professionelle Weise campusprint an der Universität Zürich. Als Unterscheidungsmerkmal bleiben den örtlichen Copyshops da der Service und die Bindearbeiten. Online erzielen die Anbieter zudem eine höhere Reichweite. Doch die Shopsysteme sind oftmals eher einfacher Machart. Und sie erfahren Konkurrenz durch normale Onlinedruckereien, die entsprechende URLs, Landingpages und Produktkategorien listen. Vornehmlich sind dies solche Anbieter, die mit ihrem Produktangebot eher in die Breite gehen. Beispiele hierfür wären sedruck.de oder der Shop von Appl Druck – beides Firmen, die sich auf den Onlinedruck von Büchern aller Art spezialisiert haben.

So kommen die Anbieter, die sich speziell an Studenten als Onlinedruckkunden wenden, unter Zugzwang. Sie müssten die Studenten besser ansprechen als herkömmliche Onlinedruckereien. Im Preis sollten sie konkurrenzfähig mit den lokalen Copyshops sein, und bei Studenten genügend Vertrauen gewinnen, damit diese ihre Masterarbeiten, Thesisarbeiten, etc. auch bei ihnen hochladen. Da die meisten Online-Copy/Druckshops für Studenten jedoch auch zum Ausgestalten des Shops wenig Budget haben, bleiben auch einfache Maßnahmen oftmals unbeachtet. Beispielsweise erwähnen die wenigsten Online-Angebote, ob und wie man aus LaTeX ein druckbares PDF erstellt, dass Universitäten oft Beschränkungen bei der Papiergrammatur auferlegen oder wo denn überhaupt der Link zum Upload der Druckdateien ist. Online-Editoren zur Gestaltung des Covers sind so gut wie nie zu finden. Für viele Anbieter sind auch Druckvorschauen ein Fremdwort.

Kopfbereich des relaunchten Studentendruckportals

Kopfbereich des relaunchten Studentendruckportals

Dass es besser geht, zeigt bereits der Abschlussarbeiten-Druckshop von Holzer Druck namens druck-deine-diplomarbeit.de, das eine richtige Web-to-Print-Lösung einsetzt. Und Anfang Juli hat auch der Copyshop DieKopie24, der auf dem Campus der TU Dresden vor Ort ist, seinen Onlineprintshop studentendruckportal.de auf ein Web-to-Print-System umgestellt. Neben einem professionellen Onlineshop war dem Unternehmen auch wichtig, für genügend Online-Reichweite gut über Suchmaschinen auffindbar zu sein. Dazu setzt das Unternehmen neben SEO-Maßnahmen mit einem Blog sowie Facebook-Präsenz auch auf Social Media und ist zudem in verschiedenen Studenten-Communities unterwegs. Die Shop-Software selber stammt von Lead-Print (Dossiers zu deren zwei Lösungen finden Sie übrigens in unserer EPOS Studie).

Im diesem Segment des E-Business Print sehe ich noch einige Anknüpfungsmöglichkeiten zu anderen Onlinegeschäften. So bietet etwa die K5 Publishing mit ihrem Grin Verlag eine Plattform für Self-Publisher, die ihre Abschlussarbeiten als Ebook und/oder als Print-on-demand Buch veröffentlichen wollen. Studenten, die ihre Arbeiten „nur“ online drucken und binden lassen wollen, hat der Grin Verlag aber nicht im Blick. Normale Onlinedruckereien, die sehr auf Kundenkategorien (beispielsweise Gastronomie, Immobilien oder eben hier Studenten) abzielen, sollten abwägen, ob sie dafür zukünftig statt eines einzelnen Shops nicht ein auf Zielgruppen maßgeschneidertes Multishop-System einsetzen. Und schließlich sehe ich kommen, dass immer mehr Studenten ihre Studienmaterialien und -arbeiten über Cloud-Lösungen verwalten, editieren und publizieren wollen. Da auch lebenslange Bildung zunehmend ein Thema wird, sehe ich hier gute Chancen für entsprechend ausgerichtete Cloud-Angebote. Da bleibt dann auch der Ex-Student Kunde.

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