Smarte Visitenkarte mit NFC und QR-Code wird durch Falten zum USB-Stick – und hat einen Rückkanal für Pull-Content

27. August 2014, 15:41 Uhr | Hot/Flop, Neues, Technik

Eines der wenigen auch für die Druckbranche interessanten Projekte auf der Crowdsourcing-Plattform Kickstarter ist dort zwar noch bis zum 10. September aktiv, konnte aber schon binnen weniger Stunden das erste Finanzierungsziel erreichen. Es geht dabei um eine recyclefähige smarte Visitenkarte, die sich durch Falten in einen USB-Stick verwandelt und optional auch noch über NFC verfügt – damit es auch mit dem Smartphone klappt (iPhone-Anwender müssen den aufgedruckten QR-Code verwenden). Jetzt soll ein Druckerhersteller ins Boot geholt werden, damit Anwender auch selber die Visitenkarten drucken können. Und Druckdienstleister können in Zukunft das Produkt auch als Bogenware beziehen.

(Abb.: IntelliPaper LLC)

(Abb.: IntelliPaper LLC)

Die auf Kickstarter mit dem Namen SwivelCard vorgestellte Visitenkarte besteht aus drei Schichten, von denen die mittlere mit einem Silikon-Chip ausgestattet ist.  Hergestellt wird diese Smart-Visitenkarte von der amerikanischen Firma IntelliPaper LLC, die das Produkt bereits fertigt. Bislang sind Speicherkapazitäten von einem Megabyte möglich (bis zu 32 MB sind geplant) und die SwivelCard kann an normalen USB-Anschlüssen nur ausgelesen, aber nicht beschrieben werden. Die Inhalte, beispielsweise Unternehmenspräsentationen oder kurze Videos, hat IntelliPaper bis jetzt auf Kundenanforderung selber auf die SwivelCards geschrieben, wobei jede Karte eine eigene ID erhält. Und der USB-Flash-Speicher ist bereits so programmierbar, dass bei angeschlossenem Visitenkarten-Stick Pull-Content via Internet auf den Rechner geladen werden kann und der Aussender mit einem Backend-Interface Informationen über die Verwendung der SwivelCard erhält. Die Verbindungen werden SSL-verschlüsselt und können global oder granular auf pURLs geleitet werden, wobei sich die Ziel-URL vom Aussender noch nachträglich ändern lässt.

Faltvorgang zur Anwendung als USB-Stick (Abb.: IntelliPaper LLC)

Nach dem Kickstarter-Projekt sollen nun weitere Funktionen hinzukommen. Das ursprüngliche Ziel war, eine von Anwendern einsetzbare Backend-Software zu entwickeln, die auch weitere Funktionen erhalten soll. Nachdem das erste Kickstarter-Ziel sehr schnell erreicht war, will das Unternehmen jetzt weitere Ziele verwirklichen. Dazu zählt das Ausliefern unbedruckter Karten, weitere Formate wie Grußkarten, eine Auslieferungslogistik in Europa und die Projektierung eines speziellen SwivelCard-Druckers. Dafür kann sich Andrew DePaula, der Inhaber von IntelliPaper LLC, auch die Zusammenarbeit mit Herstellern wie Brother oder OKI Data vorstellen. Eine Limitation für das Druckverfahren ist die Dicke des Produkts von 0,5 Millimeter. Dienstleister, die die SwivelCard im Bogen bedrucken wollen, benötigen zudem einen Laser Cutter statt einer normalen Papierschneidemaschine.

Für Druckdienstleister, die mit eigenen Services die SwivelCard vermarkten wollen, dürften einige Investitionskosten auflaufen. Die Drucktechnik muss passen, wie erwähnt auch ein Laser Cutter vorhanden sein und meiner Ansicht nach braucht es auch entsprechende Web-Services und Backend-Techniken, um dieses Paket weiter zu vermarkten. So einfach wie vom Endkunden selbst konfigurierbare Visitenkarten lassen sich die SwivelCards jedenfalls nicht in das Angebot von Onlinedruckshops aufnehmen, sie sind daher wohl eher interessant für Drucker, die ihren Kunden ein besonderes Marketing-Instrument anbieten wollen.

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6 Kommentare

  1. Antworten

    Marcus Stamer

    28. August 2014

    Haben vor kurzen eine so ähnliche Anforderung gehabt.
    Ein Kunde wollte von uns eine Karte, die als Besucherausweis beim Messebesuch dienen sollte. Außerdem sollte der Messebesucher die Möglichkeit erhalten, das Messeprogramm und aktuelle Infos in digitaler Form im Zugriff zu haben.
    Die eigentliche Idee des Kunden war ein USB-Stick in Kartenform, so was gibt es ja schon länger.
    Unser Lösungsvorschlag sah folgendermaßen aus.
    Das Medium ist eine normale NFC-Plastikkarte, diese erhält der Kunde auf dem Postweg zugesandt.
    Die Karte ist auf der Vorderseite mit dem Namen und der Firma des Messebesuchers personalisiert, zusätzlich befindet sich auf der Karte ein QR und der NFC-Chip ist selbstverständlich auch individuell codiert.
    Der NFC-Tag bzw. der QR-Code sind mit einer personalisierten Landingpage verlinkt, die die wichtigsten Informationen zur Messeveranstaltung enthält. Vorteil, die Inhalte lassen sich problemlos aktualisieren. Die Apple-User können den QR-Code nutzen.
    Problem ist nur, dass diese Lösung nicht für jede Zielgruppe geeignet ist, für Jugendliche kein Problem, für Best Ager ist das Ganze aber wohl eher ungeeignet.

  2. Antworten

    Björn Wilmsmann

    27. August 2014

    Ich will kein Miesmacher sein, aber die Virenangst bei so etwas ist mehr als berechtigt. Einen fremden USB Stick in den eigenen Rechner zu stecken ist in etwa das IT Äquivalent von ungeschütztem Sex mit Fremden: Im Allgemeinen keine so gute Idee.

    • Antworten

      Bernd Zipper

      27. August 2014

      Da brauche ich ja nur auf die Visitenkarte schauen, wer mir denn da möglicherweise einen Virus unterjubeln will.

  3. Antworten

    Jan Lukat

    27. August 2014

    Ich hoffe das die Virenangst über eine USB Verbindung nicht diese spannende Kombination von Druck und Technik behindert. Ich hätte Lust auf solch ein Produkt bzw. Bogen!

    • Antworten

      Michael Schelhorn

      27. August 2014

      Beim Hersteller gibt es ein Sample Kit für 10 $ und shipping:

      https://www.intellipaper.info/products-page/printed-media/sample-kit/

      • Antworten

        Marcus Stamer

        28. August 2014

        Vielen Dank für den Hinweis! Ich werde mich dann gleich mal Muster besorgen. Bin mal gespannt, wie das so "in Echt" ausschaut.


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