Onlinedrucker Moo.com denkt an „beyond print“, Transaktionsgewinner Apple, Kölner Nabelschau, Super-Cluster – die Links zum Wochenende

12. September 2014, 11:33 Uhr | Hintergrund, Hot/Flop, Neues

Nun sind die Digitalwerber wieder aus Köln abgezogen. Auf der Dmexco haben sie unter anderem beraten, wie sie durch Native Advertising mehr Platz auf den mobilen screens der Nutzer erobern können und ob sich Omnichannel noch steigern lässt. Interessant fand ich, dass sich Ad Block Plus sozusagen in die Hölle des Löwen wagte und ebenfalls auf der Displaywerber-Messe anwesend war. Doch auch im Online-Print-Bereich hat sich diese Woche wieder etwas getan. Und was bei Apple so passierte, haben sicher alle mitbekommen. Doch auch hier habe ich neue Details in den Links zum Wochenende.

Die in London gegründete Onlinedruck-Marke mit dem Namen eines Kuhlauts (twittern Sie mal nach #moo) hat sich diese Woche ein neues Logo und einen Website-Relaunch gegönnt. Damit reitet auch Moo.com auf der Redesign-Welle. Erst vor wenigen Tagen schalteten die Onlinedruckshops von Vistaprint und hierzulande Xposeprint auf ein neues Erscheinungsbild um. Eigentlich fand ich das vorherige Shop-Design von Moo.com ganz zeitgemäß. Es muss also einen Grund für den Relaunch gehabt haben, und den verrät uns eine Passage in einem Blog-Beitrag von Moo-Gründer und -Chef Richard Moross: „We know that customers today need both online and offline ways to express their businesses, and for these to act as an extension of one another. So this is where MOO is heading – a digital and physical range of beautifully designed products that all work together,…“ Der viel beachtete Onlinedrucker wird also bald auch Digital-Produkte in sein Angebot aufnehmen. Was das genau sein wird, ist offen. Denkbar aber, dass Moo.com dem Beispiel von Flyeralarm folgt und eine Art Website-Baukasten aufsetzt, den aber konsequent mit den Print-Designs verzahnt.

ApplePayWatch

Mitbezahlt Es war ja klar, dass Apple an Apple Pay auch was verdienen will – jetzt kommen schon die ersten Details ans Tageslicht. Wer beispielsweise mit der Apple Watch im Offline-Handel zahlen will, muss beim Anlegen des Handgelenk-Computers diesen erst entsperren. Anhand der rückseitigen Biosensoren will Apple sicherstellen, dass auch der echte Kartenbesitzer bezahlt. Dasselbe erledigt TouchID bei den neuen iPhones. Damit können dann Kreditkartenfirmen erkennen, dass der Karteninhaber auch selber beim Zahlungsvorgang anwesend ist und verlangen dafür um die 1 Prozent weniger Transaktionsgebühren (also etwa die Hälfte) als bislang bei Mobile Wallets. Ein Anteil an der Differenz kommt Apple zugute, je nachdem, was die Firma mit den Zahlungspartnern als Transaktionsgebühr ausgehandelt hat. Nicht nur, dass Apple eine unverschämt hohe Gewinnmarge an seinen physikalischen Produkten einfährt, mit Apple Pay verdient die Firma in Zukunft auch noch an jeden digitalen Bezahlvorgang seiner Nutzer mit. Ich vermute, dass dies auch für den kommenden Apple-Pay-Button bei Onlinekäufen gilt. Und dafür müssen sich die Nutzer auch noch von Apple dauerüberwachen lassen. Brave New World.

Brutto-Netto Die Dmexco, die Messe und Nabelschau der digitalen Werbewirtschaft, ging diese Woche auch über die Bühne. Wer wollte, konnte beim Messebesuch mit der dmexco-App sich von hunderten Beacons mit äußerst wichtigen Infos (Werbung) versorgen lassen. Die Online-Werber hoffen ja, nächstes Jahr bei den Werbeumsätzen Zeitungen und Magazine zu überholen – im ersten Halbjahr 2014 lag der Display-Werbeumsatz bei 1,4 Milliarden Euro und soll bereits ein Viertel der Netto-Werbeausgaben umfassen. Nun ja, der Anteil gedruckter Medien bei den Werbeausgaben der Wirtschaft lag 2013 bei etwa 61 Prozent von rund 25 Milliarden Euro Werbeausgaben. Keine Ahnung, was der Online-Vermarkterkreis (OVK) da in anderen Werbekanälen für seine Netto-Zahlen herausgerechnet hat – vielleicht die Preise für das Papier?

PolaroidSocialmatic

Sofortbild doppelt Köln hat nun erst einmal Ruhe, aber die Photokina kommt schon in wenigen Tagen. Auch die Fotoindustrie leidet unter dem Digitalwandel – oder macht ihn mit. Ein solcher Versuch ist der von Polaroid: Die Sofortbildmarke wird auf der Photokina die seit Jahresanfang angekündigte Polaroid Socialmatic vorstellen, eine 14-MP-Kamera mit einer Art Onlinedrucker. Erwartungsgemäß schiebt die neue Kamera nach der Aufnahme das Sofortbild aus der Kamera, dazu aber nun auch die digitalen Variante in soziale Netzwerke wie Facebook oder Instagram. Außerdem wird es ein Socialmatic Phonenetwork geben. Die Kamera ist mit einem Android-Betriebssystem sowie WLAN ausgestattet.

Relativierung Der Nabel der (Onlinewerber)Welt war also für zwei Tage in Köln-Deutz. Da ist es eine gute Idee, dass alle sich mal wieder erden und neu verorten. Vielleicht mit dem folgenden Video, das sehr schön den Super-Cluster Laniakea vorführt. Kennen Sie nicht? Laniakea (vom hawaiianischen „unermesslicher Himmel“) ist unser Supergalaxiehaufen, mit der Milchstraße und so etwa 100 000 anderen Galaxien. Irgendwo da drin ist auch Planet Erde.

Ich wünsche ein schönes, geerdetes Wochenende.

Über den Autor

0 Kommentare


Was meinen Sie zu diesem Thema?

Wir freuen uns über Ihren Kommentar.

Schreibe einen Kommentar

* Pflichtangaben; Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
 

Copyright

Copyright 2015 Bernd Zipper, zipcon consulting GmbH

Archiv