Verlage erkämpfen Unsichtbarkeit, Vertrauensarbeit bei Google und Apple, teure Domain für Onlinedrucker

19. September 2014, 14:25 Uhr | Hintergrund, Neues, Technik

Das war nicht einmal knapp: Die Schotten machen sich nicht unabhängig; Rest-UK bleibt somit ein Bedeutungsverlust erspart. Schlangen stehen diese Woche nicht nur vor den Wahllokalen: Die ersten neuen iPhones dürften heute bereits ausverkauft sein. Es gibt ja genug Medien-Bohei darum (Journalisten, die auf Warteschlangen starren…), da kann ich mich anderen Dingen zuwenden. Die Links zum Wochenende:

Nicht nur Stealth-Bomber machen sich unsichtbar - auch Verlage bemühen sich jetzt, vom Radar der Suchmaschinen nicht erfasst zu werden (Abb.: wikicommons, cc)

Nicht nur Stealth-Bomber machen sich unsichtbar – auch Verlage bemühen sich jetzt, vom Radar (der Suchmaschinen) nicht erfasst zu werden (Abb.: wikicommons, cc)

Nicht mehr auf dem Radar Das deutsche Leistungsschutzrecht, erkämpft von den Verlagen in der VG Media, wird wirksam. In den ersten Suchportalen, etwa von Web.de, GMX, T-Online und anderen, sind Online-Angebote der Verlage nicht mehr zu finden. Noch setzt Google selber das Leistungsschutzrecht nicht um, allerdings beruhen die Suchen obiger Portale auf Googles Suchmaschine. Die Medienbeobachtungs-Agentur Echobot, selber betroffen vom Leistungsschutzrecht, hat dazu einen interessanten Beitrag geschrieben.

Versprechen Die Handelsware Vertrauen wird jetzt offenbar von den IT-Größen Google und Apple ernster genommen. Google verkündete jetzt, dass ab der nächsten Android-Version Benutzerdaten standardmäßig verschlüsselt werden. Und Apples CEO Tim Cook macht zur Zeit auch nichts anders als zu beteuern, dass Apple sich gar nicht für die Daten seiner Nutzer interessiert und die nicht sammelt. Je näher die neuen Mobilgeräte dem Anwender auf den Leib rücken, umso mehr sind diese Schritte nötig. Außerdem suchen die US-Firmen die Abgrenzung zu NSA und Co., die sich geschäftsschädigend aufführen. „So können wir einfach nicht arbeiten…“ beschwerte sich diese Woche öffentlich der Cisco-Chef beim US-Präsidenten. Eine Spezialtruppe der NSA hatte Netzwerkequipment und Server der Firma auf dem Versandweg abgegriffen und manipuliert – sprich Spionage-Tools eingeschleusst.

Verantwortung Im E-Commerce werden viele Kundendaten gesammelt, große Onlinedruckfabriken sind da keine Ausnahme. Die Daten helfen beim Online-Targeting und gezielter Ausspielung von Marketing-Botschaften. Der nächste Schritt heißt Big Data (mehr dazu hier auf beyond-print nächste Woche). Ich sehe mittelfristig da mehr Transparenz gefordert. Kunden werden genauer wissen wollen, wie ihre Daten verwendet werden. Big Data allerdings lässt Rückschlüsse zu, die sich Kunden bei der Preisgabe von Daten gar nicht vorstellen. Ein sehr lesenswerter Artikel dazu ist gerade auf Netzpiloten.de veröffentlicht worden.

Zugangskontrolle Es ist wieder einmal Apple-typisch: Near Field Communication gibt es bei den neuen iPhones 6 (Plus) und der kommenden Apple Watch nur in Verbindung mit ApplePay – alle anderen NFC-Anwendungen sind ausgeschlossen. Also kein Erfassen von vCards, Pairing mit anderen Geräten, Call-to-actions und so fort. Außerhalb der USA geht bei Apple mit NFC erst einmal gar nichts. Der Bezahldienst wird in Europa und anderswo auf absehbare Zeit noch nicht eingeführt, was den NFC-Chip hierzulande nutzlos macht. Eigentlich haben Entwickler freien Zugriff auf den NFC-Chip des Herstellers NXP. Aber Apps, die den NFC-Chip nutzen wollen, müssen erst einmal durch die Aufnahmekontrolle des App Shops. Und die betreibt: Apple.

KBA sieht viel Automatisierungspotential bei der Papierlogistik industrieller (Online)Druckereien (Abb.: KBA)

KBA sieht viel Automatisierungspotential bei der Papierlogistik industrieller (Online)Druckereien (Abb.: KBA)

Bogen-Automatik KBA kommunizierte seine Automatisierungs-Leistungen in der Papierlogistik nun auch für industrielle Druckereien mit Bogen statt Rolle: „Was bei der Rolle funktioniert, geht auch im Bogenoffset“, lautet die Headline der Eigenmeldung. Ich vermute stark, dass KBA Potentiale bei den großen Onlinedruckfabriken sieht, die bei Automatisierungsmöglichkeiten immer mit zu den ersten Anwendern gehören.

Sechsstellig Eine deutsche Onlinedruckerei mit Sitz in Radebeul hat die Domain easyprint.com für eine sechsstellige Euro-Summe gekauft. Die Domain leitet zur Zeit auf die gleichnamige deutsche Domain um, wird in Zukunft aber einem amerikanischen Shop zugeordnet werden. Dort ist das Unternehmen mit einem anderen Onlinedruckshop schon länger präsent.

Gewinner 23 Seiten umfasst die Gewinner-Liste der Print Stars 2014. Hier der PDF-Download-Link.

Zahl der Woche 2 810 000 aktive Creative-Cloud-Abos vermeldet Adobe in seinem neuen Quartalsbericht. Manche sehen Adobes Schwerpunkt ja schon als Anbieter von Marketing Software, dabei erreicht das noch nicht einmal ein Drittel des Umsatzes. Die Abo-Einnahmen insgesamt (Creative und Marketing Cloud) machen mit 547 Mio $ bereits mehr als die Hälfte des Umsatzes von Adobe aus.

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