Aktuelle Entwicklungen bei Augmented Reality für Print: Indesign-Plugin, AR-Zeitschriftenkonzept, App vom Buchhändler

5. November 2014, 16:39 Uhr | Hot/Flop, Meinung, Neues, Technik

Wie ich mit meinem letzten Beitrag dargestellt habe, gewinnt die mobile Internet-Nutzung dramatisch an Bedeutung. Damit steigen auch die Reichweiten und die Potentiale, die physikalische Welt, gedruckt auf Papier, mittels Augmented Reality um zusätzliche Informationen anzureichern. Der sich dynamisch entwickelnde AR-Markt wird dabei zunehmend erwachsen und erleichtert sowohl den Erzeugern/Publishern wie auch den Lesern den Zugang. Ende Oktober fand mit der InsideAR in München dazu die größte deutsche Konferenz statt.

(Abb.: Metaio)

(Abb.: Metaio)

Geradezu begeistert stürzen sich zurzeit einige Verlagshäuser auf die AR-Erweiterung für ihre Print-Titel. So ist beispielsweise mit dem Relaunch der Schweizer Elternzeitschrift Fritz + Fränzi von Ringier Augmented Reality fester Bestandteil des neuen Magazin-Konzepts. Ellen Ringier vom Herausgeber „Stiftung Eltern sein“ findet, dass das Magazin damit seiner Zeit nur ein bisschen voraus ist und AR bald Standard bei vielen Magazinen sein wird. Die Nordwest-Zeitung aus Niedersachsen führte gerade erst eine eigene AR-App als Erweiterung ihrer Print-Lokalausgaben ein. Und teNeues bringt ein Coffeetable-Modebuch namens The Beauty Book auf den Markt, in dem die Damen nicht nur blättern, sondern auch mit ihren Smartphones fündig werden können. Die Mayersche Buchhandlung bringt zur Absatzunterstützung diesen Monat eine AR-App auf den Markt, bei der Leser unterwegs, bei Freunden, aus ihrer Kundenzeitschrift und in den Läden (wohl gerne auch denen der Mitbewerber) Bücher einfach anhand des Covers erfassen und Zusatzinformationen sowie einen Online-Kauflink erhalten können.

Die Mayersche Buchhandlung bringt diesen Monat ihre eigene AR-App heraus.

Die Mayersche Buchhandlung bringt diesen Monat ihre eigene AR-App heraus.

Auf der InsideAR ließ der Veranstalter selber, das AR-Unternehmen Metaio, eine ganze Reihe an Neuheiten im Rahmen der Version 6 seiner AR-Plattform vom Stapel. So gibt es nun Metaio Creator in Version 6, eine Anwendung, die die AR-Kreation auch Einsteigern ohne Programmierkenntnisse ermöglicht. Damit virtuelle Objekte möglichst realistisch in einer realen Umgebung platziert werden, arbeitet die Firma auch an einer Technik für die Erkennung des Lichteinfalls in der Realszenerie. Wer sich etwas mit CGI auskennt, wird auch die dazu verwendeten Spiegelbälle kennen. Für Augmented Reality kam Metaio auf die Idee, anstatt dessen ein menschliches Gesicht zu verwenden.

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Es wird nicht mehr lange dauern, bis AR-Inhalte von den Konsumenten selber erstellt und verknüpft werden.
– Bernd Zipper

Die Print-Leute unter meinen Lesern wird möglicherweise am meisten interessieren, dass es von Metaio nun auch ein Zusatzmodul für Adobe Indesign gibt. Das Plugin dient nicht nur dem Setzen von Tracking-Marken direkt im Layout-Programm, sondern damit kann man auch die Zuverlässigkeit der AR-Erweiterung direkt beim Layouten testen. Das Plugin ist Bestandteil des Creator-Pakets.

Der Anbieter appear2media, der sich als Dienstleister für AR-Anwendungen besonders an Print-Häuser wendet, stellte auf der InsideAR ein Hybrid-Konzept vor, das Magazin/Zeitung und AR kombiniert – mit AR-Newsfeed, 3D-Modellen oder Videos. Die Technologien der Augmented News sind an sich nichts Neues – aber vielleicht öffnet das Hybrid-Konzept ja noch so manchem Publisher die Augen für die Anwendungsmöglichkeiten.

Ich rechne damit, dass AR-Erstellung und -Verknüpfung bald auch den Weg in Amateurhände, also zu den Endkonsumenten, findet. Wer eine Idee hat, wie man das pfiffig mit einem Print-Produkt (hint: Fotobuch…) verbindet, erntet mindestens viel Aufmerksamkeit.

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