Moleskine goes Cloud: Digitale Erweiterung für ein superklassisches Offline-Druckprodukt

24. November 2014, 16:06 Uhr | Hot/Flop, Neues

Notiz- und Skizzenbücher sind sowas von Retro. Aber kein digitales Äquivalent kommt dem Zeichnen auf Papier wirklich nahe.  Gerade deshalb werden sie von mehreren in meinem Bekanntenkreis – aus verschiedensten Beweggründen – geschätzt. Und darum erlebte auch der Markt für gehobene, schön gebundene Notiz- und Skizzenbücher ein weltweites Revival. Unter denen, die diese Welle reiten, hat sich besonders die italienische Firma Moleskine hervorgetan und fast schon eine Kultmarke geschaffen. Ab Dezember kommt von dieser Firma ein Notebook (nein, keines, das mit Strom betrieben wird) heraus, das sich mit der Creative Cloud von Adobe verbinden lässt. Das Moleskine Smart Notebook ist aber nicht das erste Retro-Papierprodukt der Firma, das sich mit der digitalen Welt verbinden soll.

Das Smart Notebook selber bleibt dabei das klassische Offline-Produkt, das die Käufer von der Firma erwarten – lediglich Markierungen auf den Seiten helfen, die Offline-Inhalte, also die Notizen oder Skizzen in eine digitale Form zu transformieren. Dafür zuständig ist eine iOS-App für iPhone und iPad, die die Notizbuchseiten scannt und in JPEGs oder SVG (Scalable Vector Graphics) umsetzt. Anschließend steht die digitalisierte Notiz/Skizze in Adobes Creative Cloud zum Editieren bereit. Die Markierungen dienen lediglich dazu, der App mitzuteilen, welche Ausrichtung die Seite hat. Außerdem erlauben sie das Entzerren der Aufnahme, falls man mit dem iPad oder iPhone aus schrägem Winkel fotografiert hat.

(Abb.: Moleskine)

(Abb.: Moleskine)

Das Ganze setzt natürlich eine Mitgliedschaft in der Creative Cloud voraus, damit man überhaupt einen digitalen Zusatznutzen via App erhält und die Digitalisierungen in Photoshop oder Illustrator weiter bearbeiten kann. Ich nehme stark an, dass Adobe Moleskine bei der Entwicklung der App mit dem Creative SDK (Software Developer Kit) entsprechend unterstützt hat. Die Kreativen, die sich für das Druckprodukt Smart Notebook interessieren könnten, verorten Moleskine und Adobe anscheinend allein unter Apple-Anwendern (die Creative SDK gibt es nur für iOS), denn eine App-Version für Android ist nicht geplant.

Vielleicht reizt ja gerade das Spannungsfeld zwischen einem klassischen Offline-Produkt und der Digitalwelt die avisierte Käuferschaft. Dabei ist das Moleskine Smart Notebook nicht die erste Digitalerweiterungs-fähige Vermarktung der italienischen, aus einem Verlag entstandenen Firma. In Zusammenarbeit mit Evernote sowie mit Livescribe hat man schon ähnliche Kooperationen gestartet, ohne dass Moleskine von seiner Linie abweichen und irgendwelche Digitalelemente wie Chips, NFC oder ähnliches in seine Produkte einbauen musste. Noch nicht einmal QR-Codes werden in den Notizbüchern mitgedruckt. Für sich genommen bleibt das Moleskine Smart Notebook ein hundertprozentiges Offline-Produkt.

By the way: Das obige Video zeigt als Ergebnis dieser Offline-Online-Liaison mit einem Plakatausdruck wieder ein Druckprodukt. Da schließt sich doch der Kreis…

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