Neues (?) von Landa Nanoprinting: Es wird schwerer

10. Dezember 2014, 13:35 Uhr | Hot/Flop

Es gibt mal wieder ein Lebenszeichen von Landa Digital Printing, der Firma von Benny Landa, die den Digitaldruck zum Mainstream machen will. Auf der drupa 2012 war der Auftritt mit reinen Konzeptmaschinen und ohne Druckbeispiele zum Anfassen ja das große Thema. Doch dann gab es eigentlich absehbare Schwierigkeiten. Ich habe mir mal genauer angesehen, was die neue Zu-Wort-Meldung von Benny Landa aussagt – und worüber er nicht redet.

Video-Takeout Landa Nanoprinting

Video-Takeout Landa Nanoprinting

Es ist schon nach der Halbzeit zwischen der drupa 2012 und der kommenden drupa im Mai/Juni 2016. Und Landa Digital Printing bemüht sich wieder, im Gespräch zu bleiben. Das war für mich schon absehbar, als die Firma vor kurzem wieder aktuelle Druckbeispiele an ausgewählte potentielle Kunden und „Influencer“ verteilte. Ein paar dieser Drucke sind auch in Deutschland gelandet. Nun hat sich Benny Landa, der Chef von Landa Digital Printing und Pionier des Digitaldrucks (seinerzeit mit Indigo) auf dem Blog seiner Unternehmens-Website wieder zu Wort gemeldet.

Die Botschaft soll sein: Es geht jetzt voran, die Schwierigkeiten, auf die wir stießen, sind überwunden, nun arbeiten wir an der Perfektionierung – haben aber noch ein hartes Jahr vor uns. In einem begleitenden Video sind Beta-Maschinen zu sehen, die in der zu sehenden Form so nicht auf der drupa landen werden. Interessant: Komori ist vor Ort und arbeitet on-site mit Landa zusammen. Ebenfalls bemerkenswert finde ich in dem Video, das jetzt so einige genauer analysieren werden, dass der umpositionierte Leitstand nicht zusammen mit den Beta-Druckmaschinen zu sehen ist.

In seinem Text geht Benny Landa darauf ein, welche Schwierigkeiten die Entwicklung zurückgeworfen haben. Die schon angesprochene Umpositionierung des Leitstands von der Maschinenmitte zur Auslageposition gehört dazu, ebenso der Wunsch der als erste Zielgruppe ins Visier genommenen Verpackungsdrucker nach einer Inline-Lackierung. Die gewünschte bessere Zugänglichkeit zum Maschineninneren wird ebenfalls angesprochen. Alles zusammen führte die Entwicklungsmannschaft von Landa Nanoprinting zurück an die Konstruktions-Software, um die Maschinen wesentlich anders zu entwerfen. Als ein Ergebnis werden die Landa-Druckmaschinen mehr Fläche benötigen und es wird deutlich schwerer als die 2012 zu sehende 10-Tonnen-Maschine. 30 Tonnen bringt zur Zeit das S10-Modell im B1-Format inklusive Inline-Lackierung auf das Fundament – wohl auch einer der Gründe, warum Landa Digital Printing auf der nächsten drupa doppelt soviel Ausstellungsfläche gebucht hat wie 2012.

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Zeit zur Entscheidung: Nein. Neues: Nicht wirklich. Weiter beobachten: Ja.
– Bernd Zipper

Warum sich nun außer Komori andere Druckmaschinenhersteller schnell nicht mehr für eine Kooperation mit Landa Digital Printing interessiert haben, mag man aus der Bezeichnung der Zuständigkeit von Komori herauslesen: Die japanische Firma ist zuständig für das „Papier-Handling“, was in meinen Ohren schon ein wenig nach Herabwürdigung der Kompetenzen eines Druckmaschinenherstellers klingt. Dabei ist schon seit der drupa 2012 offensichtlich, dass Landa keine Farbwerke von den Maschinenbauern benötigt.

Neben der schon bekannten Kooperation mit der deutschen Firma Altana und der ebenfalls schon bekannten Kooperation mit EFI für die digitalen Frontends taucht nun auch der Name AVT auf. Die Firma ist zuständig für die Inline-Videoinspektion bei Landa und hat dies bereits Ende September selber vermeldet. Vom Herzstück der Landa-Technologie, dem Druckverfahren selber, ist jedoch kaum bis gar nichts substanziell Neues zu lesen. Man hat die Qualität verbessert, nun gut. Das Investment und auch das R&D von Altana wird hier seinen Anteil haben. Dieses Herzstück – und damit die Landa-Eigenleistung – bleibt jedoch nach wie vor schwer einzuschätzen, will man die Eignung und Kosten eines kommerziellen Einsatzes abwägen. Zeit zur Entscheidung bedeutet das für mich noch nicht. Im Auge haben sollte man Landa Digital Printing jedoch weiter. Aber das tut die ganze Druckindustrie ja ohnehin.

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