Die Zukunft der Print-Anzeigen: Interaktivität mit NFC in einer End-to-end-Anwendung

9. Januar 2015, 14:01 Uhr | Hot/Flop, Neues, Technik

Quasi als Follow-up zu meinem letzten Beitrag möchte ich hier über eine aktuelle Anwendung zum NFC-Rückkanal in Druckprodukten berichten. Der Autobauer BMW setzt in einer Magazinanzeige die NFC-Technik ein, um die Leser zur Interaktion einzuladen. Als technischer Partner kam dabei die britische Firma Tamoco zum Zug; gedruckt wurde die Anzeige in Spiegel Wissen, passenderweise in der aktuellen Ausgabe mit dem Schwerpunk „Das Auto von Morgen“.

Tamoco setzt für BMW NFC-Technik in Print ein. (Abb.: Tamoco)

Tamoco setzt für BMW NFC-Technik in Print ein. (Abb.: Tamoco)

Tamoco – der Name ist ein Akronym für „Tag Mobile Company“ – ist erst seit zwei Jahren als Firma aktiv, hat aber bereits weltweit bedeutende Partner und Kunden gewinnen können, darunter Hewlett-Packard, Foursquare und Orderella. Schwerpunkt der Firma ist das User Engagement via mobiler Endgeräte mit physikalischen Produkten, darunter natürlich viele Druckprodukte wie Magazine, Bierdeckel oder Speisekarten. Möglicherweise kam Tamoco mit BMW ins Gespräch, weil Co-Gründer Maximilan Birner vormals bei der Proteco Marketing GmbH wirkte, und die sitzt wie BMW in München.

Nun macht Tamoco allerdings selber keine NFCs, sondern einen End-to-end-Service mit Analyse-Plattform, die für Techniken wie schwerpunktmäßig NFC sowie Wifi, Bluetooth, Beacons (und auch dem QR-Code) die Anwender-Interaktion auswerten kann. In Sachen Printed Electronics und Smart Tags arbeitet Tamoco mit Firmen wie HID Global, NXP Semiconductors und anderen Herstellern zusammen. Partner können die Lösung über eine API integrieren, ein SDK beziehen oder sich in die Cloud-Plattform einloggen. Zur Zeit arbeitet Tamoco auch noch an einer Geofencing-Funktion, die Anwendern relevante Informationen (auf Basis ihres bisherigen Verhaltens und ihrer Tag-Interaktionen) per App bereitstellt.

Bei der Anwendung können unterschiedliche Interaktionen mit den Tags in Zusammenhang gebracht werden – was die Frage aufwirft, in welchem Ausmaß Tamoco die Anwender denn verfolgt und auswertet. Ein möglicher Zusammenhang wäre beispielsweise die Häufigkeit von Restaurantbesuchen und Hotelübernachtungen. Laut Maximilian Birner werde dabei nur der Unique Identifier aufgezeichnet, und nicht die Telefonnummer. Für ein persönliches Tracking muss sich der Anwender da schon proaktiv verhalten, beispielsweise durch eine Registrierung bei einem Service.

Bei der BMW-Kampagne ist im Spiegel-Sonderheft eine vierseitige Anzeige mit NFC-Tag enthalten, die bei Interaktion mit dem Smartphone des Anwenders instant die BMW i-App herunterlädt. Anschließend werden weitere Inhalte zu den beworbenen Automodellen i3 und i8 bereitgestellt.

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