Aus einer Hand: Paypal Plus bietet dem E-Business nun mehrfache Zahlungsmethoden an

26. Februar 2015, 14:17 Uhr | Neues

Wie cool ist das denn?! Oder ist da ein Haken? Paypal führt in Deutschland den Service Paypal Plus ein, der es Onlineshops erlaubt, seinen Kunden die Zahlungsmethoden Paypal, Lastschrift, Kreditkarte und Rechnung über einen einzigen Zahlungsabwickler anzubieten. Das klingt besonders interessant für neu startende Onlineshops und kleine bis mittlere E-Business Anbieter, wie sie häufig auch im Onlinedruck-Bereich zu finden sind. Doch wie attraktiv ist das Zahlmethoden-Bündel eigentlich für die Endkunden? Und für welche Online-Anbieter lohnt das?

(Abb.: Paypal Deutschland)

(Abb.: Paypal Deutschland)

Paypal wird über seine dafür angebotene Schnittstelle zusätzlich zur eigenen Bezahlmethode Paypal auch die Zahlung per Lastschrift und mit Kreditkarte anbieten. Der Kauf auf Rechnung soll dieses Jahr dann noch folgen. Bei allen Zahlmethoden wird der Käufer- und Verkäuferschutz von Paypal wirksam sein. Dafür verlangt die Firma, die sich gerade von Ebay löst und an die Börse gebracht werden soll, auf alle Zahlungsarten die üblichen Transaktionsgebühren von 1,9/1,7 Prozent plus 0,35 Euro. Beim Online-Anbieter laufen alle Zahlungseingänge unabhängig von der Zahlungsmethode auf sein Paypal-Konto auf. Und wichtig: Die Kunden müssen nicht bei Paypal registriert sein.

Die Umsetzung in gängige Shop-Systeme (auch solchen, die in unserer EPOS-Studie gelistet sind) sollte einfach zu machen sein. Dabei kann sich der Online-Anbieter auch für einzelne Zahlungsmethoden entscheiden und beispielsweise nur den Kauf per Lastschrift anbieten. Ich rechne damit, dass innerhalb weniger Wochen nach Einführung von Paypal Plus diese Option bereits von den ersten Anbietern von Softwarelösungen für das E-Business Print integriert sein wird. Übrigens ist die Integration von Seite von Paypal bereits Mobilgeräte-optimiert.

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Ist denn das neue Zahlungsmix-Angebot von Paypal interessant? Ein Blick auf die bevorzugten Zahlungsmethoden der Onlinekunden verrät, dass die beliebtesten Zahlungsmethoden Rechnung, Paypal, Lastschrift und Kreditkarte sind (in dieser Reihenfolge). Spätestens wenn die Rechnungs-Zahlart von Paypal dem Plus-Angebot hinzugefügt wird, hat man als Online-Anbieter also eine anscheinend unschlagbare Kombination, was den Zahlungsartenmix aus Kundensicht angeht. Der Trend bei Onlinehändlern geht neuerdings ohnehin dahin, weniger Zahlungsarten anzubieten, stellte erst kürzlich eine Studie des ECC Köln fest.

Schon seit längerem empfehle ich, seine Strategie des Zahlungsartenmixes zu überdenken, um die Konversionsrate zu erhöhen und Kaufabrüche zu reduzieren. Dies wurde auch auf dem letzten Online Print Symposium 2014 thematisiert. Im Jahr 2013 stellte dazu eine Stichprobe der EPOS-Redaktion ein deutliches Ungleichgewicht gerade in den Shops großer Onlinedruckereien fest. Vielleicht wird nun das neue Angebot von Paypal zusätzlich Bewegung bringen. Wichtig ist die Zahlarten-Strategie aber vor allem für Onlineshops und -portale, bei denen Konsumenten (B2C) als Kunden auftreten. Wer ein reines B2B-Geschäft betreibt und/oder Online-Einzelverkäufe im höheren Euro-Bereich tätigt, dürfte sich hingegen zweimal überlegen, ob er denn beim Kauf auf Rechnung Paypal beteiligen will.

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

1 Kommentar

  1. Antworten

    Marc

    26. Februar 2015

    Alternativ:
    Attraktivität würde man auch erreichen bei paypal Express-Zahlung, da hier keine Adress-Daten abgefragt werden müssen. (in Asien üblich - hier eher selten bzw. erst KundenAcc, dann paypal)
    oder als Alternative im Bereich Vorkasse mit einem QR-Code EPC069-12 / www.girocode.de (B2C)

    und einer PDF/A-3 konformen Rechnung = ZUGFeRD-Format (B2B)


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