Mobile Fotobuch-Erstellung wird Trend: Neue Welle im Fotoprint-Markt

19. März 2015, 16:30 Uhr | Hintergrund, Hot/Flop, Neues

Vielleicht wird es ja sogar ein Ansturm. Nach neuen Zahlen, die eine Studie von Suite48a vorlegt, verzeichnen Anbieter wie Snapfish oder Cewe stark ansteigende Zahlen von Anwendern, die mobile Apps für die Print-Ausgabe ihrer Smartphone-Fotos nutzen. Bei Snapfish sind 20 Prozent der Kunden, die dafür die Snapfish-App nutzen, auch Neukunden. Noch beeindruckender finde ich Zahlen aus Europa: Über 50 Prozent der Kunden, die erstmals über eine mobile App bei Cewe Fotodrucke ordern, sind Neukunden.

Beispiel Fotobuch Express von Ifolor: Einfach und schnell am Smartphone erstellt. (Abb.: Anbieter)

Beispiel Fotobuch Express von Ifolor: Einfach und schnell am Smartphone erstellt. (Abb.: Anbieter)

Der Studie von Suite48a mit dem Titel „Photo Output Product Survey Among Mobile Photographers“ zufolge haben bereits 55 Prozent der Smartphone-Fotografen Erfahrung mit dem Online-Ordern von Fotoprints gesammelt, und davon verwendeten 79 Prozent Smartphone-Aufnahmen. Zum einem ist das ein deutliches Zeichen gegen die Annahme, Smartphone-Aufnahmen würden nur digital geteilt werden (etwa in sozialen Netzwerken oder Messengern wie WhatsApp) und seien keine Quelle für Fotoprints. Zum anderen sehe ich nun einen Trend, dass der Smartphone-Markt zunehmend „erwachsener“ wird. Sprich: Auch ältere Smartphone-Nutzer fangen zunehmend an, die Kamerafunktionen öfters zu nutzen.

Zipperkopf_GuteNachricht
Der Markt der Fotoorder-Apps ist jetzt in seiner Wachstumsphase. Viele der Apps sind noch kein Jahr auf dem Markt.
– Bernd Zipper

Aktuelle Zahlen für Apps mit Fotoprint-Orderfunktion haben die Analysten von Suite48a auch erhoben und dafür 137 Fotoprodukte-Apps untersucht. Durchschnittlich kommt eine solche App auf erst 62.000 Downloads und nur 20 Prozent der Apps werden mehr als eine halbe Millionen mal heruntergeladen. Ich finde, da geht noch was. Allerdings sind viele Fotoorder-Apps auch noch kein Jahr auf dem Markt.

Photolane bietet vier Themen für die Fotobuch-Gestaltung an

Photolane bietet vier Themen für die Fotobuch-Gestaltung an

Auf beyond-print habe ich bereits schon mehrfach auf solche Apps hingewiesen, etwa in meinem Beitrag zur letzten Photokina oder meinem Beitrag zu Mobile-to-Print-Anwendungen. Natürlich hat sich seitdem weiteres getan. Ifolor hat kürzlich Fotobuch Express vorgestellt, das Produkt lässt sich via App auf iPhone und iPad (und auch auf Desktop-PCs) gestalten und online ordern. Das zielt schon mal in die richtige Richtung ab: Produkte mit höheren Margen und Verkaufspreisen einfacher individuell erstellbar machen. Gerade die mobilen Anwender brauchen gering komplexe Anwendungen. In den USA ist mit dieser Zielrichtung die Firma Mixbook mit ihrer Mosaic-App sehr erfolgreich geworden. Ähnlich stellt sich nun die Fotobuch-App Photolane auf, die allerdings flexibler in der Gestaltung ist als Mosaic und vier Gestaltungs-Themen anbietet.

Das Mosaic-Fotobuch ist in den USA schnell populär geworden

Das Mosaic-Fotobuch ist in den USA schnell populär geworden

Die Herausforderungen für Entwickler solcher Onlineorder-Apps liegen darin, ihre Lösungen auch als Desktop-Anwendungen (Browser-basiert oder als eigenes Programm) anzubieten – das ermöglicht eine „Customer Journey“ von mobilen zu stationären Endgeräten, wenn dies der Kunde will, um beispielsweise seine Gestaltung an einem größeren Monitor und in Ruhe fertigzustellen. Damit stellt sich auch die Frage, ob und welche Cloud-Speicherlösungen man einsetzt oder „anzapft“. In jedem Fall sollte das Ordern unabhängig vom Endgerät so einfach wie möglich ablaufen.

Ich denke, wir werden in 2015 noch einige deutliche Weiterentwicklungen sehen, die dies noch besser berücksichtigen.

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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