Digitale Transformation: Kontinuität und Leidenschaft zählt.

25. August 2015, 9:31 Uhr | Meinung, Neues

„Was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert.“ Das ist ein Kernsatz zur digitalen Transformation, in der wir mittendrin stecken. Nur irgendwie habe ich das Gefühl, die Druckindustrie hat so seine Schwierigkeiten, dabei ihren Weg zu finden. Teilweise denkt der klassische Drucker von heute manchmal noch, dass er die Digitalisierung schon dadurch überstanden hat, dass er damals vom klassischen Satz auf DTP wechselte. In Gesprächen mit Entscheidungsträgern muss ich immer wieder feststellen, dass manche meinen, wenn sie ihr Unternehmen einmal transformier(t)en und sich dafür digital fit mach(t)en, dass danach erst einmal gut ist. So einfach ist es dann doch nicht.

Die Wirklichkeit sieht doch ganz anders aus: Der technologische Fortschritt beschleunigt sich – insbesondere im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie – exponentiell und die Zeitabstände, in den neue Technologien auf den Markt kommen, werden immer kürzer.

Zukünftig werden immer mehr die mobilen Geräte, vor allem die Smartphones eine entscheidende Rolle beim shopping spielen. (Bildquelle: georgejmclittle ©123rf.com)

Zukünftig werden immer mehr die mobilen Geräte, vor allem die Smartphones eine entscheidende Rolle beim shopping spielen. (Bildquelle: georgejmclittle ©123rf.com)

Nach meinem Wakeup-Call – an dieser Stelle vor nicht allzu langer Zeit – haben mich viele unterschiedliche Meinungen zum Thema erreicht, aber am Ende sind sich alle einig: Die Digitalisierung bietet den Druckunternehmen eine Chance, ihre Produkte und Kommunikation stärker an die Kundenbedürfnisse auszurichten. Daher ist die digitale Transformation nicht nur ein Thema zum Diskutieren, sondern eine Pflicht mit Blick auf einen zukunftsfähigen Kundendialog – und natürlich Fortdauer der Wettbewerbsfähigkeit. Wer noch kein digitales Geschäftsmodell hat, sollte sich bitte bald darum kümmern.

Chancen erkannt,  bei der Umsetzung ratlos

Laut einer aktuellen Studie „d!conomy – Die nächste Stufe der Digitalisierung“ 2015 sehen 70% der Befragten die Digitalisierung als größte Herausforderung, stehen dem aber aufgeschlossen gegenüber. Interessant allerdings, dass 83% eine Chance fürs Business sehen, aber nur 55% verändern im Gegenzug Ihr Geschäftsmodell und 37% verfügen derzeit über keine Digitalstrategie in ihrem Unternehmen. Hier ist definitiv noch Nachholbedarf.

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„Druckunternehmen haben die Chancen der Digitalisierung zwar im Blick, allerdings mangelt es noch an tragfähigen Strategien um von der digitalen Transformation zu profitieren. Zu schnell werfen einige die Flinte ins Korn“ – Bernd Zipper

Dabei spielen zukünftig immer mehr die mobilen Geräte, vor allem die Smartphones eine entscheidende Rolle, sogar beim Shopping. Die Erwartungen an ein Online-Produkt sind hoch, daher empfehle ich grundsätzlich die digitale Kundenperspektive mit den Möglichkeiten des eigenen Angebotes abzustimmen. Dabei soll Shopping vor allem Spaß machen und Begeisterung wecken.

In der Druckbranche ist das eine große Herausforderung. Aber mal unter uns: In welcher Branche ist der Kunde so stark mit seinen kreativen Ideen eingebunden, so dass er einen großen Anteil am fertigen Druckprodukt hat?

Fertige Drucksachen entstehen anhand von individuellen Kundeneingaben und wenn man mal die Print-Produktpalette abgesehen von Standard-Bürodrucksachen betrachtet, gibt es eine Vielzahl an Produkten, bei dem der Kunde kreativ sein kann. Bei vielen großen Onlinedruckern, u.a. auch bei moo.com, kann man bereits unterschiedliche kostenfreie Design Samples nutzen oder wie bei unitedprint.de eigene Projekte erstellen und auf einen weitreichendes Portfolio von Designern/Fotografen zugreifen, mit klaren Preisvorstellungen und einer Qualitätsgarantie. Auch im Mittelstand die neue Art der Zusammenarbeit angekommen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die „Tapeterie“ hier arbeiten Künstler und Produzent Hand-in-Hand.

Das physikalische Druckerzeugnis ist nur ein Bestandteil eines digitalen Geschäftsmodells. In Großbritannien beispielsweise wird die Onlinedruckerei Moo.com als Tech-Startup angesehen. (Screenshot moo.com/de Onlineshop)

Das physikalische Druckerzeugnis ist nur ein Bestandteil eines digitalen Geschäftsmodells. In Großbritannien beispielsweise wird die Onlinedruckerei Moo.com als Tech-Startup angesehen.                        (Screenshot moo.com/de Onlineshop)

Um Online seine Produkte anzubieten, bedarf es aber viel mehr, vor allem aber eine benutzer- und bedienerfreundliche Plattform mit entsprechende Produktinformationen inklusive Hilfestellungen und Service. Zusätzliche wichtige Kriterien wie reibungsloser Ablauf beim Erstellen des Druckproduktes bis hin zum Check-out sowie die versprochene Qualität und eine schnelle, verfolgbare Lieferung in einer angemessenen Zeit sind für den Kunden ausschlaggebend.

Und wenn der Kunde am Ende das Druckprodukt in seinen Händen hält, weckt es nochmals Begeisterung und diese will dann auch online wiederum geteilt werden. So schließt sich der Kreis der Digitalisierung. Wer das verstanden hat und „lebt“ – wird die Transformation überleben und Teil einer neuen Produktivgesellschaft sein.

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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