Einfach, auch für Branchenfremde, preisgünstig: Individualisiertes Web-to-Print mit Profundus One

12. November 2015, 10:43 Uhr | Meinung, Neues

CI-konforme Drucksachen über ein Onlinedruckportal individualisierbar bereitzustellen, war bislang meist nur eine Sache für größere Firmen. Nun hat ein Hamburger Software-Entwickler eine Web-to-Print Lösung auf den Markt gebracht, die sich an kleinere Unternehmen und deren Marketing-Abteilungen und Agenturen wendet, aber auch für kundenspezifische Drucksachenshops von Druckdienstleistern geeignet ist.

Abb.: Profundus Solutions GmbH

Abb.: Profundus Solutions GmbH

Man kann es auch so ausdrücken: Profundus One wurde in Hinblick auf kleine und mittlere Unternehmen ohne eigenen IT-Abteilung entwickelt, seien es jetzt Druck- und Mediendienstleister oder Kunden aus anderen Branchen. Im Online-Editor lassen sich die individualisierbaren Vorlagen ohne Programmier- und ausgesprochene Designkenntnisse anlegen, wobei die Felder für individuelle und variable Daten (Trivialbeispiel: Personalisierung von Visitenkarten) einfach einzurichten sind. Neben der Felddefinition bestimmt der Vorlagenersteller auch weitere Aspekte wie mögliche Schriften, deren Größen oder Farbauszeichnungen oder auch das Bereitstellen von Bildergalerien.

Vorlagen-Design wie bei Office-Anwendungen

Das Template-Design ist also ohne Hilfe eines professionellen Layoutprogramms wie etwa InDesign direkt im Webbrowser möglich und erzeugt dabei eine PDF-Vorlage. Durch das Konzept des Editierens direkt in der Vorlage bekommen (Office-gewohnte) Anwender einen sofortigen visuellen Eindruck im Gestaltungsprozess. Auch die Endanwender im Frontend gestalten ihre Individualisierung direkt in der Vorlage. Und eine für die avisierte Klientel teure Lizenz-PDF-Engine wie InDesign Server kommt dabei nicht zum Einsatz, deren Single-Instance-Lizenz schon soll viel kostet wie der Einstieg in Profundus One. Die erzeugten Druck-PDFs (oder gleich ausgeschossene Bogen) sind nach ISO-Standard; daneben beherrscht Profundus One auch weitere Ausgabeformate (TIFF, JPEG, PNG).

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„Profundus One ist eine kleine, schlanke W2P-Lösung, geeignet auch für Fachfremde.“ – Bernd  Zipper

Dazu hat der Hersteller auch ein eigenes Shop-System geschaffen, setzt also nicht auf Drittlösungen wie Magento oder Shopware auf. Auch das erscheint mir vergleichsweise leicht beherrschbar: Vom Anlegen neuer Produkte (etwa über CSV-Import) über das Einrichten von Freigabeinstanzen bis hin zur Auftragsverwaltung sind ebenfalls keine Programmierkenntnisse nötig. Das Anpassen des Aussehens des Shops an ein Corporate Design erfordert jedoch HTML- und CSS-Kenntnisse (ist allerdings auch ein einmaliger Vorgang).

SaaS oder selbst gehostet oder woanders in der Cloud

Dabei finde ich Profundus One ziemlich flexibel, nicht nur bei der Anpassbarkeit in Back- und Frontend. Der Anbieter will die Lösung bevorzugt als SaaS-Modell mit Monatsraten ab wenigen hundert Euro in den Markt bringen. Es ist aber beispielsweise für Druckanbieter mit mehreren Kunden, die eine solche CI-konforme Lösung wünschen, ausbaufähig. Über eine einzelne Lizenz können in der grundsätzlich mandatenfähigen Software so mehrere Shops geschaffen werden. Neben dem SaaS-Modell ist auch das Eigen-Hosting als Kauflizenz möglich.

Der HTML-Editor von Profundus One.

Der HTML-Editor von Profundus One.

Außerdem lässt sich Profundus One auch als Cloud-Lösung bei anderen Hostern aufsetzen, beispielsweise bei AmazonWeb Services/Amazon Cloud oder besser bei deutschen Datencentern (nebenbei: Google bewertet regionales/nationales Hosting besser als entfernte Server-Standorte). Bei allen Installationsvarianten sind http, https sowie IPv4 und IPv6 möglich. Serverseitig setzt Profundus One eine PDF- und Font-Engine sowie eine Datenbank und den File-Server ein.

Hinter Profundus One steht die Profundus Solutions GmbH, einer Neugründung für die Softwareentwicklung von Profundus Dr. Schröder Consulting. Letztere hat sich schon lange mit Lösungen und Dienstleistungen für die Druck- und Medienindustrie (Helios Server, Callas pdfToolbox und eigener Integrationssoftware) etabliert. Mit der neuen Software-Tochter wendet man sich nun auch an „Fachfremde“. Ich finde Profundus One aber auch für kleinere Druckdienstleister einschließlich Copy Shops interessant – ein Markt, den viele andere Lösungsanbieter im E-Business Print nicht so im Blick haben.

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

2 Kommentare

  1. Antworten

    Fabian Hanssen

    13. November 2015

    Total spannender Artikel. Ich habe von der Lösung noch nie zuvor gehört. Gibt es irgendeinen Shop, der die Software schon nutzt? Bei Google finde ich nur die Seiten des Herstellers und diese hier.

    • Antworten

      Bernd Zipper

      14. November 2015

      Hi Fabian, die Lösung ist eher als B2B-Lösung für Druckereien gedacht und weniger als eigener Shop. Denke schon, dass sich Profundus dorthin bewegen wird, aber erst später.


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