Indesign-Dateien als Templates im Online-Shop: Die Online-Editierumgebung von 2Imagine

4. Juli 2016, 14:09 Uhr | Meinung, Neues

Editoren für Drucksachen im Webshop gibt es eine Menge. Nun aber kommen vermehrt Editoren auf den Markt die Adobe Indesign-Dateien sofort online bereitstellen. Ich habe mir mal eines dieser Tools genauer angesehen: 2Imagine.

Wie ich bereits angekündigt habe, widme ich mich in der nahen Zukunft interessanten und innovativen Soft- und Hardwarelösungen, die meiner Ansicht nach das Potenzial haben, sich im Web-to-Print  zu etablieren. 2Imagine hat die Systemlösung für die Bearbeitung von Adobe InDesign- und Illustrator-Dokumenten im Browser vorrangig für mittlere und große Unternehmen entwickelt, wie die Kunden- und Kooperationspartnerliste des Softwareherstellers aus Hasselt in Belgien zeigt. Für die browserbasierte Verständigung innerhalb des Unternehmens sowie mit ihren Kunden im und am Dokument selbst, setzen bspw. Renault, Nivea und BoConcept die Software von 2Imagine ein. Schön und gut – aber wo liegt der konkrete Nutzen für den Onlineprint?

In- und Output-Möglichkeiten im 2Imagine Online-Editor; Quelle: xchangeuk.com

In- und Output-Möglichkeiten im 2Imagine Online-Editor; Quelle: xchangeuk.com

Dadurch, dass die Online-Editierumgebung ohne zusätzliche Hardwarekomponenten oder IT-Support auskommt, eignet sie sich bestens als Ergänzung für bereits bestehende Printshops. Die SaaS-Lösung, die ab monatlichen Kosten von 495€ zu haben ist, erlaubt Ergänzungen und Korrekturen direkt online im Dokument auf Basis vordefinierter Restriktionen. So werden die für Prepress-Workflows so wichtigen InDesign-Dateien als Kommunikationsbasis über das Druckprodukt genutzt. Was die Änderungsmöglichkeiten im Editor angeht, so kann der Kunde bspw. – bei entsprechender Freischaltung im Template – Textelemente editieren, während Corporate-Design-Elemente durch den Designer als unveränderbar festgelegt werden. Der Änderungsumfang ist durch die Gestaltung des Templates also stets präkonfiguriert. Hat der Kunde das Dokument dann nach seinen Vorstellungen optimiert, kann er dies abspeichern und damit direkt umsetzen. Bisherige Möglichkeiten einiger Printer beschränken sich zumeist auf den Austausch über inhaltliche Änderungen mittels kommentierter PDFs, woraus oftmals Kommunikationsschwierigkeiten über das zu Ändernde im File und damit (teurer) zeitlicher Verzug resultieren können. Ganz klarer Vorteil: Der Kunde kann – in bestimmten Schranken – das InDesign-Dokument selbst mitgestalten, spart Zeit und gewinnt durch den direkten visuellen Eindruck ein gutes Gefühl bei dem Auftrag.

 

Zipperkopf_DaumenHochSmile„Printer können den Online-Editor zur Kommunikation mit ihren Auftraggebern und damit auch zur Druckdatenannahme und -freigabe nutzen, ohne dem Kunden `gefährdende´ Eingriffe – auch im Hinblick auf das Corporate Design – erlauben zu müssen.“ – Bernd Zipper

Mit den Exportmöglichkeiten der InDesign-Files in andere Formate qualifiziert sich der Editor – neben Print – auch für die Crossmedia-Nutzung. Ein ähnliches Angebot liefert 1io mit one2edit, einem Editor mit ähnlichem Umfang, der auf mich einen ebenbürtigen, aber nicht ganz so schlanken Eindruck wie der von 2Imagine macht.

Praktisch ist, dass der Kunde zum Editieren keine Lizenzprodukte von Adobe braucht; durch die Online-Bereitstellung mittels ID-Fileserver wird nämlich direkt im Dokument gearbeitet. Wer mit den Basis-Tools in InDesign umgehen kann, der wird auch mit dieser Editierumgebung gut zurechtkommen, weshalb ausgesprochene Profikenntnisse nicht vonnöten sind. Hier zitiere ich, wie 2Imagine den Ablauf selbst beschreibt: „Es fängt mit einem konventionellen aufs System hochgeladenen Layout, das üblicherweise von einer Agentur in Adobe® InDesign® gestaltet wird, an. Danach können alle Systemnutzer, die häufig keine Layout-Programm-Ausbildung haben, dies verwenden, um professionelle Drucksachen zu erstellen. Durch Anwendung von intuitiven Tools mit einer Web-Benutzeroberfläche können sie die Vorlagen überarbeiten, um druckfertige Dateien mit einem professionellen Layout herzustellen.“

Beispiel für die Verwendung des Editors – hier bei der Umschlaggestaltung eines Katalogs; Quelle: xchangeuk.com

Beispiel für die Verwendung des Editors – hier bei der Umschlaggestaltung eines Katalogs; Quelle: xchangeuk.com

Da 2Imagine mit dem Online-Editor „nur“ einen Teil des Webshops bereitstellt, gibt es natürlich entsprechende APIs zur einfachen Integration in bereits bestehende Systeme und Webanwendungen, z. B. einzubetten in Magento.

My Take: Passt. Dank der API lässt sich 2Imagine in vorhandene Shops einbinden – Online Drucker haben mit diesem Tool einen schicken Editor, der für die Wettbewerber die „Latte höher hängt“.

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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