Cloud-Storage als neuer Service für Online-Print?

15. August 2016, 15:08 Uhr | Meinung, Neues

Trotz aller Skepsis nutzen sie alle gerne – die Datensicherung in der Cloud. Privat synchronisieren wir gerne unsere Fotos und Dokumente mit Amazon, Google und Co. Doch wie ist es im beruflichen Umfeld, wo legen wir unsere Layoutdateien für unsere Druckjobs ab? Könnte dies für Onlineprinter ein neuer Kundenservice sein?

Cloud Keyboard_430Jede Druckerei kennt es: „Sie haben doch unseren Eventflyer von Juli 2014 gedruckt – den hätten wir gerne noch einmal in einer 1000er Auflage – aber mit ein paar kleinen Änderungen!“ Und im gut sortierten Datenarchiv der klassischen Druckerei finden sich dann auch wirklich die meisten Kundendaten. Wenn man Glück hat als offene Layoutdateien, da die Kundenänderungen doch aufwändiger sind als zuvor angekündigt. Aber wie gehen Onlineprinter mit diesem Thema um? Wie lange werden Druckdaten gespeichert und stehen Kunden für einen Nachdruck zur Verfügung? Und wenn diese gesichert sind, wie gehen sie mit Änderungen um, wenn doch nur PDF-Dateien vorliegen? Wäre es da nicht eine Idee dem Kunden in seinem Portal Cloudspeicher für seine Druckdaten als Kundenservice gleich mit anzubieten?

Kundenservice wird bei Anbietern sowie Verwendern von Digitalen Medien ganz groß geschrieben. Überall wimmelt es von Cloud-Angeboten und unbegrenztem Speicherplatz. Der amerikanische Onlineprinter „Shutterfly“ geht meiner Meinung nach einen wichtigen und interessanten Schritt in die richtige Richtung –  zusätzlich zu den allgemeinen Printangeboten – stellt der Onlineprintriese freien, sicheren und unbegrenzten Fotospeicherplatz für seine Kunden zur Verfügung, welcher laut eigener Angabe niemals gelöscht wird.

Aber ich denke auch hier könnte man durchaus den nächsten Schritt wagen. Der Kunde muss seine Druckdaten via Upload dem Online-Drucker bereitstellen. Um die Flut der Daten (auch mehrere Uploads zu einem Job sind keine Seltenheit) zu bewältigen, werden diese nach einem bestimmten Zeitraum wieder vom Server gelöscht. Aber ist das, angekommen im Cloudzeitalter, wirklich noch nötig? Kundenservice setzt bei Unterstützung an – wieso nicht auch bei der Datenarchivierung. Druckdaten, sowie offene Rohdaten, könnten via Cloudauslagerung archiviert werden – Nachbestellen wird für den Kunden ein Kinderspiel – denn es ist bequem!

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Kluge Datenarchivierung via Cloudauslagerung ein Plus für den Kundenservice.

Ausreichend Storage gibt es inzwischen zu Discountpreisen. Der Cloud-Speicherservice „Amazon Glacier“ bietet beispielsweise für 0,012 USD netto pro GB und Monat an. Besonders bei Daten auf die nur selten zugegriffen wird, ist die Kosteneinsparung im Vergleich zur eigenen Anschaffung und Verwaltung, immens. Die Betonung liegt hier aber wirklich bei „selten genutzten Daten“.  Da auch Amazon hier nicht leer ausgehen will, müssen die Datenübertragungspreise im Vorfeld genau betrachtet werden.

Alle ein- und ausgehenden Datenübertragungen, solang sie in derselben Amazon Web Services Region (AWS) transportiert werden, sind kostenfrei. Müssen Daten zwischen AWS-Regionen übertragen werden, werden 0,020 USD pro GB berechnet. Die Übertragung ausgehender Daten ins Intranet kostet lt. AWS Preisliste bei bis zu 10TB im Monat 0.090 USD netto pro GB – die nächsten 350 TB 0,050 USD.

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„Kundenservice wird künftig ein wesentliches Differenzierungsmerkmal im Online-Print sein. Cloud-Services sind ein wichtiger Bestandteil hierzu.“ – Bernd Zipper

 

Da grundsätzlich jedoch nur so viel Speicherplatz berechnet wird wie auch genutzt wird, könnte diese Lösung, auch für eigene Datenmengen, nicht nur für die Big-Printers am Markt interessant sein. Selbstverständlich sollte dieser Service aus Datenschutzgründen unbedingt nicht ohne Einwilligung des Kunden, sowie Erweiterung der eigenen AGB erfolgen. Auch die Auswertung der archivierten Daten erfordert eine genaue Formulierung sowie Machbarkeitsprüfung.

My Take: Ob dem Kunden zukünftig die Archivierung kostenfrei oder kostenpflichtig angeboten werden soll, ist eine Marketingentscheidung. Sowohl Shutterfly.com als auch Gelato.com setzten bereits auf Cloudauslagerung. Man sollte dieses Thema auf jeden Fall mit in die nächsten IT-Entscheidungen und Marketingplanungen einbeziehen. Der richtige Weg in Richtung Kundenservice und Kundenbindung ist es alle mal.

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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