Obility mit neuem Konzept und neuer Struktur – aber was ist wirklich neu für den Onlineprint?

30. August 2016, 9:10 Uhr | Hintergrund, Neues

Einfache Printshop-Lösungen für Um- und Einsteiger gibt es viele. Die meisten warten entweder mit einer Menge an eher unflexiblen Templates auf, andere setzen ausschließlich auf Speziallösungen oder die ausschließliche Entwicklung von Editorumgebungen. Grund genug also, mir nochmal einen weitere Web-to-Print Lösung anzugucken.

Obility, seines Zeichens Mitglied der IOP, unterstützt mit seinem System eine Vielzahl an Formen des Online-Geschäfts mit dem Schwerpunkt auf Software für die Druckindustrie.

Seit der Zusammenführung der „alten“ Obility GmbH und der M/S VisuCom GmbH zur „neuen“ Obility GmbH haben die Koblenzer einige Schritte in Richtung Effizienz und Aktualität gemacht, die den Ansprüchen ihrer Kunden in D/A/CH auch in Zukunft gerecht werden sollen.

Editor im Shop von onlineprintxxl.com (A), Referenzkunde von Obility; Quelle: obility.de

Editor im Shop von onlineprintxxl.com (A), Referenzkunde von Obility; Quelle: obility.de

Bisher konnten Kunden schon aus den verschiedenen von Obility angebotenen Funktionen auswählen, die für ihre Bedarfe passend sind. So war bereits von der Einrichtung eines vorgefertigten Shops bis hin zur modularen Einpassung und Einbindung gewünschter Funktionssets per API für den Kunden und sein Konzept die ideale Unterstützung wählbar; das Ganze entweder als SaaS oder als Softwareinstallation auf einem eigenen Web-Server. Beispielsweise konnte schon eine einzelne Funktion wie der Online-Editor auf Kundenwusch hin in sein bestehendes System integriert werden. Damit zeigte sich das Angebot des Softwareprofis bereits mit hoher Flexibilität und einer offenen Struktur, die es Kunden im Bedarfsfall erlaubt, die Funktionalität und Struktur ihrer Online-Präsenz – auch ohne große Programmierkenntnisse – in Teilen selbst anpassen zu können.

Aber was ist neu? Im Zuge des Release 5.0 ihres Gesamtkonzepts haben sich die Software-Spezialisten vor allem noch mehr Flexibilität und Effizienz für ihre Kunden auf die Fahnen geschrieben. Zum Zwecke der Übersichtlichkeit des vielseitigen Angebots wurde dieses in ein Vier-Säulen-Konzept eingebettet und mit den entsprechenden Neuerungen verknüpft. Darin finden sich die Geschäftsbereiche Print Shops, Print Management, Print Automation und Print Integration. Was sich hinter den Säulen jeweils verbirgt, darauf werde ich nun eingehen.

Bei der ersten Säule, den Print Shops, setzt Obility auf Bewährtes und ergänzt die Funktionen u.a. um individuell gestaltbare Shop-Oberflächen, responsive Webdesign und Landing Pages, die das Ranking ihrer Kunden in Zeiten der mobilen Erfordernisse weiter verbessern sollen. Auch über die Erhöhung des Involvements beim Endkunden haben sich die Entwickler Gedanken gemacht. So generieren nicht nur die vorgenannten Module zur SEO sowie die Landing Pages eine breitere Präsenz, dazu kann ab der Pro Version auch ein Produktwelten-Modul integriert werden, das Cross- und Upselling ermöglicht. Deren Fachlichkeit wird bei Betrachtung der Bandbreite an möglichen Shopausrichtungen klar: Je nach Bedarf kann der Kunde aus closed und open Shops wählen, wie gewünscht konfiguriert oder `schlüsselfertig´ eingerichtet. Für jede Art an Web-to-Print Shop aus dem Portfolio kann zwischen der Basis-, der Pro- und der Enterprise-Version gewählt werden – der Umfang an Features ist wie der Preis in der angegebenen Reihenfolge größer werdend. So verfügt beispielsweise der Designer Print Shop, der neben der Kalkulation auch eine Editierumgebung mitbringt, in der Enterprise-Version über die Möglichkeit zur Nutzung mehrsprachiger Vorlagen im Editor, zur Erweiterung der Webseite mit weiteren Web-to-Print Funktionen und über die größte Anzahl an Schnittstellen zu weiteren externen und internen Systemen. Aber: Die neuen Features sind nahezu ausschließlich den beiden umfangreicheren Versionen vorbehalten; wer also die ganze Flexibilität des durch viele Schnittstellen offen gehaltenen Systems nutzen will, greift nicht auf die Basis Version zurück. Und dass die Shops mit ihren Webseiten in Zukunft in jeder wählbaren Version auch mobiltauglich gemacht werden sollen, wird auch notwendig. Denn gut die Hälfte der von Obility als Referenzen angegebenen Kunden sind laut Google Test nicht optimiert für mobile Endgeräte – da wird Obility bei einigen noch was zu tun haben.

Das neue 4-Säulen-Konzept von Obility; Quelle: obility.de

Das neue 4-Säulen-Konzept von Obility; Quelle: obility.de

Im Print Management werden alle Tools zusammengefasst, die eine gesteigerte Produktivität auf Basis von Analysen der betrieblichen Prozesse garantieren sollen. So deckt die ERP-Funktionalität neben der Materialwirtschaft und Lagerverwaltung auch die Produktionsplanung, die Dokumentation der Kundenbeziehungen und ggf. Sendungsverfolgungen ab. Damit und beispielweise mit der integrierten Business Intelligence Software gewinnt der Kunde eine umfassende Übersicht über seine unternehmensrelevanten Kennzahlen. Sehr interessant ist für mich dabei, dass die Auswertungen dann, losgelöst vom Arbeitsplatz dank Cloud-Basierung und responsive Design, auch zeitunabhängig auf dem mobilen Endgerät verfolgt werden können.

Ganz wichtig auch: die Prozessautomatisierung. Unter Print Automation fasst Obility all diejenigen Schritte, die im Sinne der Prozess-Automatisierung die automatische Erledigung von Aufgaben durch das System bedeuten. Dabei entwickelt der Software-Spezialist mit den Kunden z. B. individuelle Programm-Masken für festgelegte Tätigkeiten bzw. Abteilungen, die Einrichtung der Auftragsdatenübermittlung per Mail, FTP oder digital an den Lieferanten, die Dokumentation von Wareneingängen und Bestandsprüfungen sowie die zentrale Verwaltung aller Job- & Druckdaten durch die Schnittstellenanbindung an interne und externe Systeme.

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„Obility hat mit dem neuen Gesamtkonzept einen Satz nach vorne gemacht. Mobiloptimiert, mit hohem Kooperationspotential und vielen Schnittstellen gehört dieses Tool auf fast jede Projektevaluierungsliste.“ – Bernd Zipper

Womit wir auch zu der vierten und letzten Säule kommen, der Obility Print Integration. Bereits vorher habe ich von der Flexibilität des Gesamtsystems und seiner modularen Bestandteile gesprochen – so kann der Kunde zur Optimierung seines Workflows oder wenn er sich davon eine bessere Usability verspricht z. B. wählen, ob er anstatt des vorhandenen Editors lieber den umfangreichen Chili Publisher als Editierumgebung einsetzen möchte. Auch die Anbindung an den vorhandenen Workflow der Druckvorstufe, die Koppelung mit Zahlungs- und Versandsystemen oder die Integration des Prozessoptimierungssystems Perfect Pattern zeigen, dass das System von Obility offen gegenüber weiteren Softwareanwendungen ist, und zwar durch umfangreiche Schnittstellen-Integration.

My Take: Die Neustrukturierung des Angebots hat vor allem für mehr Übersicht bei dem großen Funktionsumfang gesorgt. Auch die Webseite ist wohlstrukturiert und geizt nicht mit Informationen zu den einzelnen (vorkonfigurierten) Online-Printshops und Modulen. Schade nur, dass Obility nicht alles zeigt, denn bei den Referenzen würde sich sicherlich auch der ein oder andere Nischenanbieter finden lassen. Insgesamt ein rundes Gesamtkonzept mit vielseitigen Schnittstellen und sinnvollen Modulen, die die aktuellen Bedürfnisse der meisten Onlinedrucker erfüllen können. Die wirklichen Neuerungen könnten aber auf der Webseite deutlich präsenter sein.

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

2 Kommentare

  1. Antworten

    Pascal Bachmann

    16. September 2016

    Hallo,

    gibt es so eine Projektevaluierungsliste?

    Liebe Grüße,

    Pascal Bachmann

    • Antworten

      Bernd Zipper

      17. September 2016

      Hallo Herr Bachmann,

      tja - die muss sich jeder selbst zusammenbauen, oder halt mit (Achtung Werbeblock) einem gescheiten Berater erstellen.

      Herzlichst - BZ


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