Shopsysteme für Fotografen: WinWin für Onlineprinter und Kreative

20. September 2016, 11:09 Uhr | Hintergrund, Neues

Leinwände, Direktdruck hinter Glas, Poster und Merchandising – gängige Produkte im Onlineprint-Geschäft. Doch wo kommen die Motive her? Entweder fehlen einem die richtigen Skills, das richtige Motiv – oder einfach nur das Talent bzw. Auge zum guten Fotografen. Grund genug für mich das spannende Thema mal zu durchleuchten.

Quelle: Pictrs.com

Quelle: Pictrs.com

Das spezielle Landschaftsbild aus der Arktis selbst aufzunehmen – Nein, danke. Doch es gibt Fotografen, und zwar jede Menge davon. Facebook, Instagram, Snapchat u.v.m. ist voll von interessanten Bildern – diese sind jedoch entweder urheberrechtlich geschützt oder qualitativ unbrauchbar. Ein wirklich gute Lösung wären sogenannte Fotografen-Shopsysteme, angekoppelt an den Onlineprinter.

Jeder von uns kennt es und stolpert im WorldWideWeb hin und wieder über Motive, die uns sofort gefallen. Aber erstmal bleibt es dann nur beim Gefallen – denn der Aufwand um an das Bild zu kommen, es in der richtigen Qualität herunter zu laden um dann wieder dem Onlineprinter zuzuweisen und hochzuladen, ist doch sehr hoch. Aber warum den Kunden hier nicht schon vorher abfangen?

Durch sogenannte Fotografen-Webshopsysteme, hat der Kunde die Möglichkeit, dass Favoriten-Bild zu kaufen und direkt auf das gewünschte Objekt, in der richtigen Qualität drucken zu lassen. Aber ist das wirklich so einfach? Meiner Meinung nach auf jeden Fall! Webshopsysteme dieser Art sind nicht unbedingt neu, aber kaum ein Bildermacher weiß, dass er mit seinen hundert- oder tausendfach „gelikten“ Fotos noch den ein oder anderen Euro, völlig automatisiert, dazu verdienen kann – und das zu Gunsten der Printproduktion. Eine WinWin-Situation bei der es sich lohnt etwas näher hinzuschauen.

Wenn man das Thema genauer betrachtet, ist man als Fotograf nichts anderes als ein Wiederverkäufer oder auch Reseller des Online-Druckers. Aber eben mit den eigenen Motiven! Doch wer sind die aktuellen Shopsystem-Anbieter?

Quelle: Screenshot Pictrs.com

Quelle: Screenshot Pictrs.com

Zum einen gibt es Pictrs. „Sie machen die Fotos, wir den Rest – Sie fotografieren, laden hoch und ab dann übernehmen wir.“ lautet eine Headline auf der Website des Webshop-Anbieters. Dieser ist seit über 7 Jahren am Markt und bietet seinen Nutzern die Möglichkeit ihren eigenen Foto-Webshop im eigenen Design mit eigener Preisanpassung aufzustellen. Und das auch Smartphone optimiert! Gutscheingenerator, individuelle Wasserzeichen, weltweiter Versand, Statistik & Analytics und SSL-Verschlüsselung sind nur ein Auszug der angebotenen Funktionen. Sobald der Kaufinteressent sich sein Bild in der Galerie ausgesucht hat, kann er dieses einfach zum Download erwerben – oder sich dieses direkt aus der Galerie als Printprodukt nach Hause liefern lassen! Kein Wunder, dass sich nicht nur Fotografen, sondern auch ganze Fanclubs zu den die Pictrs-User zählen.

Vermutlich ist das Ganze wahnsinnig teuer? Im Gegenteil!  – Und das ist der Clou! – Es kostet Nichts! Der Webshop, alle Funktionen sowie 2GB Bildspeicher, gehostet in Deutschland, stehen dem Kunden ohne weiteren Aufpreis zur Verfügung. Selbstverständlich hat aber auch Pictrs was davon, denn bei jeder Printbestellung über den Fotografen-Webstore verdient der Dienstleister – und zwar 20%. Pictrs rechnet hier wie folgt: Bei einem Druck auf 20x20cm Leinwand für 39,95 € entstehen 19,90 Herstellungskosten. Die Differenz beträgt 20,05 € – 4,01€ gehen davon an Pictrs und 16,04 € an den Fotografen. Wie hoch der eigentliche Gewinn ausfallen soll, kann vom Nutzer über die selbstbestimmte Preisanpassung jedoch reguliert werden. Sollten die 2GB Webspeicher nicht ausreichen, oder man möchte die Galerie in der White-Label-Variante koppeln, gibt es hier preiswerte Upgrade-Optionen. Produziert werden die Printprodukte übrigens über Orwo, den allgemein bekannten Printdienstleister PosterXXL sowie in Fotolaboren in Leipzig.

Potraitbox.de hingegen, verzichtet auf eine Umsatzbeteiligung – berechnet jedoch, je nach Paketauswahl, eine monatliche Miete. Anbieter wie Fastpixel, fotograf.de, Allcop.com, Fotoportopro.de oder Pixtacy.de sind ebenfalls Webshopanbieter für diesen Bereich, dennoch fehlt es bei letzteren teilweise noch an zusätzlichen Funktionen sowie auch modernerem und somit vertrauenswürdigen Screendesign.

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„Gerade in Zeiten von Instagram, Snapchat, Facebook und Co. sollte eine angekoppelte Print-Produktion von Bildern keine Zukunftsmusik mehr – sondern ein weiterer ernstzunehmender Vertriebskanal sein.“ – Bernd Zipper

Unitedprint/Easyprint “Partnerprogramm: Design & Fotos teilen und verdienen”

Für die, die Ihre Bilder ohne eigenen Webshop vermarkten, bzw. auf die Leinwand bringen möchten, hat man bei easyprint.com die Möglichkeit, Bilder in die hauseigene Easyprint-Galerie aufnehmen zu lassen. Das heißt, der Endverbraucher weiß vielleicht noch gar nicht welches Motiv er auf sein Wunschprodukt haben möchte und kann es sich easy aus der Easyprint-Fotogalerie das Wunschmotiv aussuchen. Ob Easyprint-Gratisbild, oder Bild zum Kauf eines oder mehrerer Fotografen ist dem Kunden freigestellt. Selbstverständlich kann das Bild mehrfach von unterschiedlichen Kunden gekauft werden, sodass der Fotograf parallel, ohne weiteren Vermarktungsaufwand, daran verdient.

Quelle: Screenshot easyprint.com

Quelle: Screenshot easyprint.com

Wie hoch jedoch letztendlich der Gewinn für den Fotografen ist, wird auf den ersten Informationsseiten nicht kommuniziert. Weitere Informationen können nur per Kontaktformular angefordert werden. Vorteil ist hier auf jeden Fall, dass man so oder so eine breite Kundschaft auf die eigenen Bilder aufmerksam macht und diese auch ohne eigen Shop und dessen Pflege vermarkten kann. Auf der anderen Seite, steht hier nicht mehr der Künstler als solcher, sondern der Online-Produzent für den Endkunden im Vordergrund. Wo am Ende für jeden die Schwerpunkte liegen, muss natürlich individuell bestimmt – oder vielleicht sogar parallel gefahren werden.

Bezüglich der Bildrechte, schreibt Easyprint in seinen AGBs  (§ 23 Eigentum an Druckträger, Archivierung, Urheberrecht) „(…) der Kunde räumt Easyprint ein Nutzungsrecht in dem zur Vertragsdurchführung erforderlichen Umfang ein. Easyprint ist insofern berechtigt, Vervielfältigungshandlungen zur Zwischenspeicherung und Datenverarbeitung vorzunehmen. Darüber hinaus räumt der Kunde Easyprint nach gesonderter Vereinbarung im Einzelfall zusätzliche Nutzungsrechte ein“– Was das im Detail bedeutet, sollte in jedem Fall im Vorfeld hinterfragt und bedacht werden – und das nicht nur bei Easyprint, sondern auch bei jedem anderen Anbieter bei denen die eigenen Bilder eine wichtige Grundlage der Printproduktion bieten.

 My Take: Grundsätzlich ist der Fotografenwebshop, bzw. eine Kupplung an die Druckerei eine spannende Option für die Branche und für jeden Fotografen. Sicherlich gibt es viele Möglichkeiten an Printmotive im WordWideWeb zu gelangen. Vielleicht manchmal schon zu viele. Doch wie viele Schritte sind es noch, bis wir unsere Printmotive von Facebook, Instagram & Co. via Click&Order beim Onlinedrucker als Produkt bestellen? Für mich sind das jedenfalls keine Zukunftsvisionen mehr.

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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