Idesignibuy: Mass Customization-Spezialist steuert Onlinedruckmarkt an

14. November 2016, 13:05 Uhr | Hintergrund, Neues, Technik

Dank der Flexibilität und dem Funktions- und Supportumfang ist Idesignibuy eine interessante Lösungen auch für die Onlineprint-Branche.

Nach der letzten Editierumgebung von Combeenation, die ich hier auf beyond-print vorgestellt habe, geht es auch heute wieder um ein Mass Customization-Tool, das seinen Ursprung nicht beim W2P hat. 2009 gegründet und mit Hauptsitz in Pune, Indien, verfügt der online äußerst aktive Softwarespezialist Idesignibuy mittlerweile auch über Zweigstellen in Australien, UK und den USA. Seit der Gründung befasst sich das Unternehmen mit der Entwicklung von Tools zur Mass Customization. Begonnen haben die Programmierer mit dem Schwerpunkt Individualisierung von Textilien, was auch heute noch das Hauptbetätigungsfeld des expandierenden Unternehmens ist. Und inwiefern tangiert das unsere Branche? Idesignibuy entwickelt schon seit längerem Editoren für verschiedene Branchen und wirbt seit diesem Jahr verstärkt damit, dass sie auch W2P können. Grund genug also, das Potenzial der Online-Editierumgebung mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Auch für die Gestaltung von Visitenkarten hat Idesignibuy einen Designer in petto; Quelle: idesignibuy.com

Auch für die Gestaltung von Visitenkarten hat Idesignibuy einen Designer in petto; Quelle: idesignibuy.com

Der Fokus liegt bei Idesignibuy bisher zwar (noch) nicht auf papierbasierten Printprodukten, aber es macht jetzt schon Freude, sich den Funktions- und Supportumfang der existierenden Editor-Lösungen anzusehen. Derzeit werden auf der Webseite mit dem Begriff W2P vorrangig durch Drucken personalisierbare Sachen wie T-Shirts, Tassen und Stempel verbunden, ein Beispiel-Editor für Visitenkarten wird aber schon beworben. Dieser arbeitet mit vordefinierten Templates und Schriften-Bibliotheken und der Möglichkeit zum Bildupload als Standardwerkzeuge. Um die Editierumgebung  – an die Erfordernisse des Shops anzupassen, wird dem Betreiber die vollständige Kontrolle über die Konfiguration im Back-end ermöglicht. Damit einher geht auch die nahtlose Einbindung in das vorhandene CMS. Detaillierte Informationen zur Integration in bestehende Shops sind aber nicht zu finden – einige zufriedene Shopbetreiber, Kunden aus verschiedenen Ländern, darunter auch welche aus Deutschland, schwärmen aber von der einfachen Einbindung.

Spezialisiert hat sich Idesignibuy auf flexible Designer, die in verschiedenen Branchen Anwendung finden können. Das zeigt sich allein bei dem Blick auf das große Portfolio.

Mass Customization in voller Breite – die Angebotspalette von Idesignibuy; Quelle: idesignibuy.com

Mass Customization in voller Breite – die Angebotspalette von Idesignibuy; Quelle: idesignibuy.com

Mit den Editoren lassen sich von Textilien über Lederschuhe bis hin zu Taschen für Laptops und Schmuck allerlei Produkte personalisieren. Dabei wird eine einfache Einbindung und Desktop- sowie mobilfähige Nutzung beworben. Die onlinebasierten Editoren erfordern auch keine IT-Infrastruktur beim Betreiber; zur Shop-Integration wird der Kunde von den hauseigenen Spezialisten begleitet. Auch zusätzliche Services wie Unterstützung beim digitalen Marketing, eine zum Shop passende App-Entwicklung, allgemeine IT-Beratung und dem auf Magento basierenden Shopausbau, werden von Idesignibuy angeboten.

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„Mit den flexiblen und skalierbaren Designern ist Idesignibuy nicht nur für Start-ups interessant. Wer Mass Customization anbieten will, der findet hier Branchen-übergreifend interessante Lösungen zu akzeptablen Preisen.“ – Bernd Zipper

Den aktuell größten Funktionsumfang bieten die Editoren für maßgeschneiderte Anzüge und hochwertige Lederschuhe. Dabei gefällt mir der offene Umgang mit den Preisen für den jeweiligen Editor und die beabsichtigte Nutzungsdauer – das offeriert nicht jeder ohne Nachfragen. Und was kostet nun ein ordentlicher Editor mit einem Funktionsumfang, der auch für komplexe Printprodukte was taugt? Da bisher – bis auf den Editor für Visitenkarten – noch keine Designer für andere papierbasierte Drucksachen vorhanden sind, habe ich mir neben dem All-in-one-Designer auch die beiden Tools für gestaltbare Anzüge und Schuhe angeschaut. Die Kosten als SaaS für einen einzigen Monat Nutzung (möglich sind 1, 3, 6 oder 12 Monate) des HTML5-basierten All-in-one Designers belaufen sich auf 70 USD. Dazu kommt die Gebühr für das Setup von 200 USD, die aber unabhängig von der Nutzungsdauer nur einmal berechnet wird. Längeres Mieten ist in jedem Fall deutlich günstiger. Entscheidet man sich für diese Lösung, stehen Produktvorschau mit verschiedenen Betrachtungswinkeln, Größen- und Farbwahl, ein für das Produkt festgelegter Designbereich und die Möglichkeit zur Erweiterung mittels weiterer Templates zur Verfügung. Natürlich umfasst der „allgemeine“ Designer auch Text- und Bildeditierung sowie Teilen und Speichern des Designs.

Wer etwas Komplexeres gestalten möchte, der muss sich aktuell den Schuh- oder den Anzug-Designer anschauen. Wohlgemerkt: Es geht mir hier um das Potenzial an Funktionen – welche Produkte im Endeffekt zur Gestaltung eingebunden werden, kann ja individuell festgelegt werden. So kostet z. B. der Schuh-Designer für ein Jahr 350 USD plus einmalige 750 USD für das Setup und der Anzug-Designer 200 USD plus 500 USD. Für den Mehrpreis bekommt man dann die Möglichkeit für komplexere Vorgänge, zusätzlich zu denen der „einfacheren“ Designer, wie 360°-Ansicht, Zoomfunktion und die Konfiguration jedes noch so kleinen Teils am Produkt. Wer den Schuh-Designer mal ausprobiert, der wird ein Gefühl dafür bekommen, dass eine Adaption auch für komplexere Druckprodukte durchaus interessant ist.

Mit dem Schuh-Designer lässt sich jede noch so kleine Eigenschaft am Produkt editieren; Quelle: o-singuliers.com

Mit dem Schuh-Designer lässt sich jede noch so kleine Eigenschaft am Produkt editieren; Quelle: o-singuliers.com

Ich habe hier sicherlich nicht jede Option erläutert, die Idesignibuy mit seinen Designern abdeckt. Wer sich deren Seite aber mal anschaut, der merkt schnell, dass die auf dem Gebiet umfangreiche Kompetenzen haben. Und Spezialisten mit flexiblen und zugleich komplexen Lösungen im Bereich Mass Customization werden in Zukunft die Nase vorne haben, dazu gibt es keine zwei Meinungen..

My Take: Idesignibuy bietet mit seinem großen Portfolio ausreichend Alternativen zu bestehenden Personalisierungssoftware-Lösungen. Mir gefällt auch, dass weniger Erfahrene in diesem Bereich sich durch die offene Preispolitik ein Bild von den Kosten für das Tool machen können. Je nach Bereich und Preis ist das Ganze dann auch für höhere Ansprüche skalierbar und anpassbar. Mit diesem Anbieter sollten wir im W2P in Zukunft rechnen – bei dem Potenzial werden die sich nicht nur auf bedruckbare Tassen, T-Shirts oder Visitenkarten beschränken…

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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