Zeit und Geld – das kostet die angemessene Überführung von Webcontent in druckbare PDF-Dateien bei gewerblicher Nutzung. Ein Tool von Callas hat in diesem Bereich besondere Stärken…

Kostenfreie Online-Konvertierungstools, die aus HTML- und CSS-Code PDFs erzeugen, gibt es zur Genüge. Nur was tut man, wenn es sich um wirklich anspruchsvolle Druck-Dateien handelt, die nicht nur stets fehlerfrei, sondern zudem noch gemäß den gängigen PDF/X-Standards für Drucke konvertiert sein müssen? Entweder man bemüht den Grafikdesigner seines Vertrauens zur Umsetzung des Webcontents in die druckbare Ausgabe, oder es muss ein zuverlässiges Werkzeug her.

Callas´ Tool setzt Web-Content in PDF-Dateien für verschiedene Anwendungen um; Quelle: pdfChip Broschüre – callassoftware.com

Da die crossmediale Nutzbarkeit von einmal aufbereitetem Inhalt nicht nur für Web-to-Print Umgebungen, sondern auch für viele weitere Onlineangebote mit Bedarf an druckbaren PDF-Dateien aktuell und auch in Zukunft relevant sein wird, möchte ich hier Softwarelösungen für anspruchsvollere Konvertierungsaufgaben vorstellen. pdfChip heißt das Produkt des deutschen Software-Dienstleisters Callas (Berlin), das seit Anfang 2015 Publishing- und Prepress-Verantwortlichen Arbeit bei der Crossmedia-Kommunikation via HTML, CSS und PDF abnimmt. Es ist das erste von drei Rendering-Tools, das ich für diesen Bereich zeigen möchte.

Auszeichnungssprachen berücksichtigen normalerweise druckspezifische Parameter wie Seitengröße, Schmuckfarben, CMYK als Ausgabefarbraum etc. nicht. Und da setzt pdfChip an: Es erweitert die Syntax von HTML5, CSS3 und JavaScript im Hinblick auf die Druck- und Archivierbarkeit. Demgemäß können neben standardkonformen PDF/A- auch die für professionelles Publishing und Drucken nötigen PDF/X-Dateien erzeugt werden, und zwar in allen Varianten bis zur neuesten Version. Damit wird der Web-Content auch für einen grafischen Workflow nutzbar, was den Mehrfachaufwand zur separaten Erstellung von Printausgaben verringert. Gesteuert wird pdfChip über eine Kommandozeilen-Schnittstelle (CLI), also ohne GUI; es verfügt unter anderem über Funktionen zum automatisierten Ausschießen und Zusammenführen mehrerer PDFs und zur Nutzung veränderbarer Elemente neben den statischen Inhalten, bspw. von individuellen Benutzerdaten zur Erzeugung von Massendrucksachen mit individualisierten Inhalten in Templates. Auch VDP ist möglich, indem HTML-Vorlagen flexibel mit Daten aus CRM-Systemen ergänzt und damit individualisiert werden. Neben der „klassischen“ denkbaren Anwendung, Web-Content zeitnah auch für Zeitschriften oder Bücher nutzen zu können, übernimmt das Tool auch die Umsetzung weniger seitenstarker und dynamisch zu generierender Dokumente wie Rechnungen, Tickets und Bestellbestätigungen – das also, was Einem beim E-Commerce standardmäßig begegnet. Und wer kann das Tool sinnvoll einsetzen? Bereiche, in denen die Software eine Position im Workflow hat, sind z. B. Digitaldruckereien mit Book-on-Demand Linien oder bei Online-Printern, die pdfChip für die PDF-Generierung aller im Transaktionsdruck benötigten Dokumente einsetzen. Überall dort kann es eingesetzt werden, wo verlustfreie, qualitativ hochwertige Drucke auf Basis von PDF aus Webinhalten schnell und in großer Anzahl verfügbar sein müssen. Callas entgegnet damit nicht nur in der Breite, sondern auch im Hinblick auf die grafische Qualität den Erfordernissen, mit denen alle Unternehmen, die auf mehreren Kanälen den gleichen Content nutzen bzw. anbieten wollen, konfrontiert sind.

„Preislich und vom Funktionsumfang her ist pdfChip von Callas eher im oberen Segment bei den PDF-Konvertierungslösungen vertreten. Wie so häufig gilt aber, dass selbst die größeren Beträge potenzielle Kunden nicht abschrecken sollten. Denn ordentliche Software und Wartung sind oft Garanten für reibungslose Abläufe.“ – Bernd Zipper

Kostenpunkt? Die kleinste und günstigste Variante zur PDF-Erzeugung aus HTML-Code, pdfChip S, bietet Callas für 5.000 Euro (exkl. MwSt.) an, die XL Enterprise Variante kostet das fünffache. Hinzu kommt – zumindest im ersten Jahr der Nutzung obligatorisch – der Wartungsvertrag, der mit 20% des Produktpreises berechnet wird, hinzu, und zwar jährlich. Grundsätzlich unterscheiden sich die vier von Callas angebotenen Lizenzstufen durch die Anzahl parallel ablaufender Konvertierungsprozesse, die Zahl umgesetzter Seiten pro Stunde und die maximale Seitenzahl je PDF-Dokument. Wer druckbare PDFs mit einem Umfang von mehr als 25 Seiten braucht bzw. seinen Kunden anbieten möchte, für den reicht die günstigste S-Version schon nicht mehr aus. Dann muss schon die nächstgrößere Lizenz für 10.000 Euro plus Wartung her.

Die Performance der verschiedenen Lizenzstufen von Callas pdfChip; Quelle: callassoftware.com

Lassen wir die erweiterte Seitennummerierung mal außen vor, wird man sich in den meisten Fällen – Bedarf für die größere Menge vorausgesetzt – für die M-Version oder höher entscheiden. Das bedeutet nichts Anderes als 10.000 Euro plus Mehrwertsteuer plus 2.000 Euro im ersten Jahr für den Wartungsvertrag. Muss also der fertige Web-Content auch in eine PDF-Druckversion, bspw. in einen Flyer, eine Broschüre oder ein Buch überführt werden, reicht das Tool in der Stufe M schon für die meisten dieser Aufgaben bis zu einem Seitenumfang von 250. Hier ein kleines Rechenbeispiel: Angenommen, pdfChip M wird über ein Jahr mit Wartungsvertrag genutzt, dann könnte ein Unternehmer im gleichen Zeitraum für etwa 170 Stunden einen Grafikdesigner bei einem Stundensatz von 70 Euro beschäftigen; das entspricht bei einer vollen Stelle gerade mal etwa einem Monat Arbeitszeit für denselben. Ergo: Welche Leistung man hier einkauft, muss von Fall zu Fall und abhängig von der Quantität entschieden werden. Denn ein Grafikdesigner wird nicht zur Erstellung von individualisierten Rechnungen angestrengt …

Natürlich gibt es auf diesem Feld auch kostenfreie Lösungen. Klar – die sind aber meiner Ansicht nach maximal für den gelegentlichen Hausgebrauch zu benutzen. Gewerblich und für die oben beschriebenen komplexen Anforderungen reicht z. B. der Online PDF Converter von PDF24 bei weitem nicht aus. Was die kostenfreien Lösungen gemeinsam: Sie eignen sich lediglich für „einfache“ PDF-Dateien ohne Anspruch auf angemessene Druckausgabe. Probieren Sie es aus – Online-Converter zur PDF-Generierung aus HTML und CSS gibt es viele.

Kostenfreie Möglichkeiten zur Konvertierung von Web-Content in PDFs gibt es einige; Quelle: pdf24.org/doc2pdf

My Take: Dass die Verwendbarkeit von HTML, CSS und JavaScript für Print-Anwendungen erhebliche Vorteile bietet, steht außer Frage. Zeit- und Kostenersparnis sind je nach Bedarfen für solche Tools möglich und können je nach Auslastung variieren. Callas bietet hierzu mit pdfChip eine recht umfassende Lösung für viele Anwendungsbereiche im Onlinedruck. Ebenso in der PDF Association organisiert, aber preislich etwas niedriger angesiedelt, bietet RealObjects mit seinem PDFreactor ein ähnlich mächtiges Tool an, das ich mir in nächster Zeit an gleicher Stelle ansehen werde. Dann wird der Funktionsumfang verglichen und mit dem Preis in Relation gesetzt. Mal sehen, wer dabei die Nase vorn hat – Fortsetzung folgt.