dmexco 2017: Digitale Vermarktungsprinzipien für den Onlinedruck

dmexco 2017: Digitale Vermarktungsprinzipien für den Onlinedruck

Zur Vermarktung von Print gehört auch digitales Marketing. Wer als Onlineprinter genauer hingeschaut hat, der fand auch auf der dmexco 2017 genau dazu Anregungen!

Digitales Marketing schließt Print nicht aus – schließlich nutzen erfolgreiche Onlinedrucker stetig digitale Vermarktungskanäle. Deshalb war es schon etwas komisch, dass das Wort „Print“ nur wenigen der Aussteller, mit denen ich gesprochen habe, so wirklich über die Lippen kam. Die scheinen Print – trotz der Übermacht von Visitenkarten, Flyern und Broschüren gegenüber den digitalen Kontakt- und Informationsmöglichkeiten auf der Messe – eher unbewusst zur Kommunikation mit den Besuchern eingesetzt zu haben. Dass es auf der dmexco (fast ausschließlich) um digitales Marketing ging, war daher unschwer zu erkennen. Interessante Angebote für das Onlinedruck-Umfeld gab es auf der Messe dennoch. Ein paar davon habe ich nachfolgend zusammengestellt.

Das Messeteam von parcelLab auf der dmexco; Quelle: zipcon consulting

Personalisierung spielt nicht nur beim Produkt an sich eine wichtige Rolle, sondern auch bei Fragen rund um den Versand. ParcelLab hilft E-Commerce-Unternehmen seit 2014 dabei, auch die Nachkaufphase gewinnbringend zu gestalten, und zwar durch individualisierte Versandnachrichten. Das Tool des Münchener Start-ups übernimmt hierzu die Kommunikation mit dem Kunden nach dem Kauf, indem es zwischen ihn und den Logistiker tritt. Dabei gibt es entweder die Möglichkeit (für große Shops), die Kunden- bzw. Transaktions-relevanten Daten durch Einbindung der parcelLab-Software via API oder per einfachem CSV-Export für die personalisierten Versandnachrichten zu nutzen. Integrierbar ist die Anwendung grundsätzlich in jedes Shopsystem, auch in anderen Sprachen. Zu den Ereignissen im Versandverlauf, die dem Kunden über die Software mitgeteilt werden können, gehören unter anderem der Warenausgang aus dem Versandlager, der geplante Zustelltermin und etwaige Abweichungen wie z. B. Verspätungen.

„Digitale Daten und Marketingwege kann und soll man auch für die Print-Vermarktung sinnvoll einsetzen. Obwohl die Wege dazu jedem offenstehen, verschenkt so mancher Onlinedrucker hier noch Potenzial.“ – Bernd Zipper

Mit der CI-konformen Gestaltung der Versandbenachrichtigungen wird dem Anbieter die Möglichkeit gegeben, seinem Kunden weitere personalisierte Produktempfehlungen zukommen zu lassen und ihn damit wieder zum Shop zu führen. Zu diesem Zweck bekommt er von parcelLab Templates zur Verfügung gestellt, um bei Bedarf Text- und Bildcontent für die Nachrichten, die neben der klassischen Email-Variante auch via App oder SMS den Kunden erreichen können, anzupassen und zu ergänzen. Preislich geht es für diesen Zugewinn an Kundenzufriedenheit ab 0,01 Euro je Sendung los.

Ein weiterer interessanter Aussteller war das ebenfalls aus München stammende Start-up Adnymics. Ebenso wie parcelLab schaffen die zusätzliche Möglichkeiten zur Kommunikation mit dem Kunden nach bzw. mit dem eigentlichen Kauf, jedoch auf Basis eines gedruckten, personalisierten Paketbeilegers. Wie das funktioniert, habe ich in an gleicher Stelle bereits berichtet.

SocialHub auf der dmexco 2017; Quelle: zipcon consulting

Ohne Social Media ist eine Messe/Expo zu digitalem Marketing kaum denkbar. Was das angeht, ist mir besonders SocialHub aufgefallen. In Sachen Service und Kommunikation über die sozialen Medien sowie das gesamte Social Media-Management bieten die Lösungen ab 599 Euro an. Die Software ist denkbar einfach aufgebaut. Für die Verwaltung von eingehenden und ausgehenden Posts gibt es eine Inbox, in der die Anfragen durch Nutzerhistorien gestützt bearbeitet werden können. Die Nutzerhistorie liefert dabei wertvolle Angaben für angemessene, hilfreiche Antworten. Weiterhin lässt sich mit Hilfe eines Planungstools die Aufgabenverteilung im Social-Media-Team sowie die Redaktionsplanung vornehmen. Gut finde ich noch das Monitoring-Tool mit dem sogenanntes Social Listening betrieben werden kann. So können bspw. Schlagworte dazu genutzt werden, Bedarfe bei potenziellen Kunden außerhalb der eigenen Kontakte festzustellen und auf diese mit Kampagnen auf den einzelnen Kanälen zu reagieren – die eigene Marke oder ein Produkt kann damit im Kontext platziert werden. Wird z.B. nach Visitenkarten gefragt, können Onlinedrucker die passende Antwort liefern… Einen neuen Content Planner zur Vorbereitung redaktioneller Beiträge und zum Community Management bringt SocialHub im vierten Quartal dieses Jahrs raus. Mit diesem soll z. B. die Ideensammlung im Team möglich gemacht werden.

Social Media-Kommunikation auf Basis von vier Säulen; Quelle: socialhub.io

Was die Aufbereitung von Unmengen an Kundendaten zur Verbesserung von Marketingaktivitäten angeht, hat unter anderem Tealium ein interessantes System auf der dmexco gezeigt. In deren Universal Data Hub werden dazu Daten, die mittels Tags aus verschiedenen, zuvor definierten Quellen erfasst wurden, vereinheitlicht und z. B. zur Nutzung im CRM, für Kampagnen, zur personalisierten Ansprache von Kunden via Email oder in Social-Media-Kanälen nutzbar gemacht. Vorkonfigurierte Integrationsmöglichkeiten gibt es für mehr als 1000 verschiedene, im Rahmen der Software definierbare Kundendaten-Quellen, womit sich eine breite Abdeckung an relevanten Social-Media-Kanälen, (mobilen) Betriebssystemen, Shopsystemen etc. erreichen lässt. Insgesamt werden damit Kontaktpunkte mit (potenziellen) Kunden gebündelt, um anschließende Werbestrategien gezielter und erfolgreicher durchführen zu können und die Konversionsrate zu steigern.

Das Universal Data Hub integriert Kundendaten-Quellen und macht sie für verschiedene Marketingaktivitäten nutzbar; Quelle: tealium.com/de

My Take: Eine wichtige Rolle hat Print auf der dmexco 2017 nicht eingenommen – das war auch abzusehen und nicht der Fokus der Messe. Das soll nicht heißen, dass es keine potentiellen Synergieeffekte aus der Nutzung von Digital plus Print bzw. digitalem Marketing für Print geben kann. Und genau hier scheinen mir einige Onlineprinter nicht ganz auf der Höhe der Zeit zu sein. Wie gesagt: Jeder Onlineprinter ist im Endeffekt ein E-Commercler. Auch wenn das Endprodukt ein analoges ist, so sind doch auch Onlinedrucker den gleichen Regeln erfolgreichen digitalen Marketings unterworfen wie andere Online-Unternehmen auch. Die zuvor aufgeführten Aussteller zeigen es doch – man muss „nur“ wissen, wie man das Angebot an Kommunikationskanälen und Daten nutzt. Ernüchterung bleibt trotzdem: In der Online-Industrie ist Onlinedruck noch nicht angekommen und das Potential wird (noch immer) massiv unterschätzt.

2017-09-21T10:28:49+00:00 18.09.2017|Entwicklung|2 Comments

2 Kommentare

  1. Gerald 19. September 2017 at 16:15 - Reply

    Hallo Bernd,

    danke für den Beitrag. Wir von SocialHub sind ja als Softwareanbieter und mit dem #SocialHubMag als Printmagazin praktisch auch in den beiden Welten Online und Print unterwegs. Freut uns, dass du als Experte so positiv über unsere Software schreibst.

    Ein kleiner Punkt noch, das Publishing-Modul unserer Software heißt Content-Planner, nicht Context Planner 😉

    Beste Grüße,
    Gerald vom SocialHub

    • beyond-print.de 21. September 2017 at 10:30 - Reply

      Danke für die Info. Wir haben es sofort geändert. 🙂

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