Print-on-Demand: Custom Gateway nutzt frische Schnittstelle von Amazon

Print-Personalisierung über die größte E-Commerce-Plattform anbieten – für viele Drucker ist das die willkommene Möglichkeit, um auf dem wichtigen Marktplatz Präsenz zu zeigen. Custom Gateway und Amazon – was steckt dahinter?

Vor ein paar Tagen bin ich auf eine Meldung gestoßen die mich doch hellhörig gemacht hat: „Print on Demand und personalisierbare Produkte via Amazon vermarkten“. Moment mal – spricht der Zipper jetzt von Amazon Custom? Gibt es das jetzt auch für den europäischen Markt? Nein, die Rede ist von Custom Gateway für Amazon. Der Anbieter von Online-Personalisierungssoftware mit Hauptsitz in Cheshire, Macclesfield (UK) und Zweigstellen unter anderem in Aachen bietet für den Verkauf von textlich gestaltbaren Printprodukten via Amazon nun eine umfängliche Lösung an. Custom Gateway ist dem ein oder anderen vielleicht noch als Gateway 3D in Erinnerung – seit 2016 umfirmiert zu Custom Gateway. Mittlerweile nutzen mehr als 3000 E-Commerce-Webseiten die auf Mass Customization fokussierten SaaS-Lösungen des noch recht jungen Unternehmens.

Integration und Ablauf von Print-on-Demand-Produktion via Amazon; Quelle: Custom Gateway

Nun also Amazon. Als europaweit größter Online-Anbieter hat der Internetriese im Jahr 2016 schon fast ein Drittel des gesamten E-Commerce-Umsatzes in Deutschland generieren können. Schaut man sich Amazon Custom (US) nochmal genauer an zeigt sich, dass die Anzahl an Produkten seit meinem letzten Bericht darüber nicht wirklich zugenommen hat, dafür aber die Anzahl der Bewertungen, und zwar deutlich. Einige der personalisierbaren Produkte haben bereits mehrere hundert fast durchweg positive Bewertungen erhalten, was für den Personalisierungstrend auch in Richtung Print spricht. Trotzdem: Eine eigene Kategorie bildet „Custom“ immer noch nicht – und in Deutschland ist von der Beta-Version auch nichts zu sehen.

„Dass Amazon die Gestaltungsmöglichkeiten für Print- und andere personalisierbare Produkte noch so stark begrenzt, freut auf Mass Customization spezialisierte Onlineprinter und „ärgert“ gleichzeitig Software-Anbieter und kleinere Printer, da ihnen diese wertvolle Vermarktungsmöglichkeit zum Teil verwehrt bleibt.“ – Bernd Zipper

Nun hat Custom Gateway eine neue Möglichkeit zur Nutzung von Amazon für mass customized Produkte gelauncht. Und wie funktioniert die Einbindung von Print-on-Demand in den Marktplatz? Da Amazon aktuell – und voraussichtlich auch in naher Zukunft – keinen Live-Preview für konfigurierbare Produkte auf dem europäischen Markt zulässt, geht der erste Schritt über die Custom Product Plattform von Gateway, in der die Produkte mitsamt Designs für die später mit Text personalisierbaren Artikel angelegt werden. Der Export der Produktdaten in den vom Kunden angelegten Shop bei Amazon erfolgt via noch junger API von Amazon, die Gateway für den Transfer nutzt. Kauft also ein Kunde ein PoD-Produkt über den Shop, erhält der Anbieter die Druckdaten zeitnah über einen integrierten, automatisch aktualisierten Download aus dem Amazon-Shop. Verantwortlich dafür ist das Gateway OMS (Order Management System), das nochmal die Überprüfung des Druckjobs mitsamt Detailansicht der personalisierten Vorlage ermöglicht und die Druckdaten im Anschluss an eigene oder Drucksysteme bei Partnern zur Produktion weiterleitet. Das OMS aktualisiert mit dem Produktionsstart den Bestellstatus über Amazon als letzten Schritt.

Für Daniel Rüben, CEO Europe bei Custom Gateway, ist die neue Verbindungsmöglichkeit wegweisend: „Da die bestmögliche Verwendung aller Verkaufskanäle immer wichtiger wird, spielt es für uns eine zentrale Rolle, Mass Customization auch für Printprodukte über große Plattformen wie Amazon zu ermöglichen.“  In einem kurzen Gespräch mit ihm hat er mir weiterhin erläutert, dass es über die Text-Personalisierung hinaus schon ausgesprochenes Ziel sei, in Zukunft auch weitere Funktionen zur Produktpersonalisierung in Amazon-Shops zu bringen. Die Schnittstelle dazu sei aber seitens Amazon – im Gegensatz zu Amazon Custom in den USA – noch nicht offen.

My Take: Gutes Prinzip. Die Marktmacht und Reichweite von Amazon sprechen für sich – ein logischer Schritt also für viele Händler auch personalisierbare Produkte dort anbieten zu wollen. Software-Anbieter wie Custom Gateway machen hier trotz der durch Amazon eingeschränkten Live-Personalisierungsmöglichkeiten große Schritte in Richtung Print-on-Demand via Marktplatz. Gibt Amazon die entsprechende Schnittstelle irgendwann frei? Das wäre sicherlich für einige Printer ohne eigenen Shop, oder mit geringerem Produktionsvolumen – man denke immer an die Verkaufsgebühren bei den Plattformen – attraktiv. Und sei es für B2C-Onlineprinter nur, um präsent zu sein, und das Hauptgeschäft über die eigene Webseite abwickeln zu können. Der Blick auf Amazon Custom (US) zeigt ja, dass viele mit Text und Bild personalisierbaren Printprodukte sehr gut angenommen werden. Ich jedenfalls schaue mir die Entwicklung weiterhin an und werde bei Zeiten nochmal über die Gateway-Lösung berichten. Denn: Von Seiten der Software-Anbieter sind breitere Personalisierungsmöglichkeiten via Marktplatz ja jetzt schon denkbar.

2017-07-14T13:45:03+00:00 14.07.2017|Markt|0 Comments

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